IT-Sicherheit

So geht das Web mit der DSGVO um

| Redakteur: Georgina Bott

Cookies werden im Browser gespeichert und genutzt, um das Surfverhalten der Besucherinnen und Besucher auszuwerten.
Cookies werden im Browser gespeichert und genutzt, um das Surfverhalten der Besucherinnen und Besucher auszuwerten. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist vor allem die Zahl der Cookie-Hinweise in die Höhe geschnellt. Rechtlich einwandfrei sind diese aber häufig nicht. Zu diesem Ergebnise kommt eine aktuelle Untersuchung.

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Wie Unternehmen die erforderlichen Änderungen auf ihren Internetseiten umgesetzt haben, hat ein Team des Horst-Görtz-Instituts für IT-Sicherheit und des Instituts für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit der Universität Michigan, USA, untersucht. Die Forscherinnen und Forscher erfassten dafür Datenschutzerklärungen und Cookie-Hinweise auf populären Webseiten aller 28 EU-Mitgliedsstaaten und dokumentierten Veränderungen im Lauf der Zeit.

Die Grafik zeigt den Zuwachs an Datenschutzerklärungen (gelb-grüne Balken) und Cookie-Hinweisen (orange-rote Balken) durch die Datenschutzgrundverordnung.
Die Grafik zeigt den Zuwachs an Datenschutzerklärungen (gelb-grüne Balken) und Cookie-Hinweisen (orange-rote Balken) durch die Datenschutzgrundverordnung. (Bild: © RUB, Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit / CC0)

Mehr als 6.000 Webseiten analysiert

Im Rahmen ihrer Studie analysierte das Forscherteam die Datenschutzerklärungen auf den 500 meistbesuchten Webseiten je EU-Land – insgesamt 6.357 Internetpräsenzen - im Zeitraum von Januar bis Juni 2018. Unter ihnen befanden sich beispielsweise Suchmaschinen und Shoppingportale, aber auch Internetauftritte von Banken sowie von Universitäten und Regierungen.

Bei rund 74 Prozent der untersuchten Webseiten wurde die jeweilige Datenschutzerklärung erst kurz vor dem 25. Mai 2018 angepasst. „Die Analyse zeigt zudem, dass in einigen Ländern ein Teil der Internetpräsenzen gar keine derartige Erklärung besaß - sie wurde erst vor Inkrafttreten der DSGVO integriert. Letztlich konnten dadurch rund 85 Prozent der von uns analysierten Webseiten nach dem Stichtag eine Datenschutzerklärung vorweisen,“ berichtet Dr. Martin Degeling von der Ruhr-Universität Bochum.

Cookie-Hinweise auf dem Vormarsch

Eines der auffälligsten Ergebnisse betrifft die Platzierung von Cookie-Hinweisen, die Nutzer über die Verwendung von Cookies informieren. Cookies werden im Browser gespeichert und von Webseiten über Analysedienste genutzt, um das Surfverhalten der Besucherinnen und Besucher auszuwerten. Etwa 62 Prozent der untersuchten Internetauftritte hatten nach Inkrafttreten der DSGVO einen Cookie-Hinweis – 16 Prozent mehr als noch im Januar 2018. Cookie-Hinweise sind demzufolge eines der zentralen Elemente, die zur Umsetzung der DSGVO in den Vordergrund getreten sind. Die große Mehrheit der Hinweise entspricht aber nicht den gesetzlichen Anforderungen, da sie den Besucherinnen und Besuchern keine Möglichkeit bietet, nicht notwendige Cookies zu deaktivieren.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die DSGVO die Datenverarbeitung im Internet zwar transparenter gemacht hat, jedoch mangelt es derzeit noch an Mechanismen, um den Einwilligungsprozess für die Besucherinnen und Besucher von Webseiten verständlich und sicher zu machen“, sagt Martin Degeling.

* Originalveröffentlichung: Martin Degeling, Christine Utz, Christopher Lentzsch, Henry Hosseini, Thorsten Holz, Florian Schaub: We value your privacy ... now take some cookies: measuring the GDPR's impact on web privacy, 2018, Online-Vorabveröffentlichung.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

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