Expertenbeitrag

 Alicia Weigel

Alicia Weigel

Content Managerin bei marconomy, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG

Social Media-Marketing LinkedIn verlässt chinesischen Markt

Redakteur: Alicia Weigel

Die bisherige Form von LinkedIn verlässt zum Jahresende den chinesischen Markt. Ersetzt werden soll es durch ein reines Karriereportal namens „InJobs“. Social Media-Funktionen wird das neue Tool keine mehr haben.

Die starke Zensur und Kontrolle durch das chinesische Regime zwangen LinkedIn letzlich dazu, ihre chinesische Version durch ein reines Karriereportal zu ersetzen.
Die starke Zensur und Kontrolle durch das chinesische Regime zwangen LinkedIn letzlich dazu, ihre chinesische Version durch ein reines Karriereportal zu ersetzen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Westliche Social Media-Plattformen und Internetgiganten haben es in China grundsätzlich schon schwer. Facebook, Twitter, Google, Instagram und YouTube wurden bereits von der Volksrepublik verboten beziehungsweise gesperrt. Mit LinkedIn hat sich nun das letzte große soziale Netzwerk aus den USA verabschiedet.

Aus LinkedIn wird InJobs

In einem Blogbeitrag begründet Microsoft, der Mutterkonzern von LinkedIn, den Schritt wie folgt: Sie sehen sich in China mit einem deutlich schwierigeren Betriebsumfeld und höheren Anforderungen an die Einhaltung von Vorschriften konfrontiert. Gelungen sei lediglich, Chinesinnen und Chinesen bei der Suche nach Jobs oder wirtschaftlichen Möglichkeiten zu helfen. Genau deshalb wolle man die chinesische Version von LinkedIn bis Ende dieses Jahres vom Netz nehmen. Dafür solle es im Gegenzug durch „InJobs“ ersetzt werden. Bei InJobs wird es weder einen Social Feed noch die Möglichkeit zum Teilen von Beiträgen geben. Es soll lediglich eine Jobanwendung sein, die chinesische Unternehmen dabei unterstützen soll, neue wirtschaftliche Chancen zu bilden.

Seit Februar 2014 gab es die speziell angepasste Form von LinkedIn, also schon lange vor der Übernahme von Microsoft. Von Vornherein war klar, dass man sich dem chinesischen Regime unterwerfen müsse, auch wenn LinkedIn generell Meinungs- und Redefreiheit unterstütze, so das Netzwerk. Nun aber kommt das endgültige „Aus“ für das soziale Netzwerk. Laut Recherchen des Wall Street Journals hatte die Regierung von Peking Microsoft im Frühjahr dieses Jahres ein Ultimatum gestellt, dass die Inhalte auf LinkedIn besser kontrolliert werden müssten. Aufgrund dessen wurden einige Profile aus Europa, USA, Japan oder auch Israel für kurze Zeit im Sommer in Chinas LinkedIn-Version gesperrt.

Die Zukunft des B2B-Marketings in China

B2B-Marketer, die auf LinkedIn (Mandarin „Lingying“) in ihrem Marketing-Mix gesetzt hatten, stehen nur vor einem Problem. Was sind die Alternativen? Für Marketer bedeutet das nun auf chinesische Portale und Netzwerke auszuweichen. Allerdings wird beispielsweise WeChat auch für private Kommunikation verwendet, während hingegen LinkedIn nur aufgrund von professionellen Gründen genutzt wird. User müssen auf WeChat also anders abgeholt werden als über LinkedIn. Der Content muss dort aber genauso einen hohen Mehrwert aufweisen, um erstens von der Zielgruppe wahrgenommen und zweites geteilt zu werden.

Wie genau das gelingt haben wir in unserem Beitrag „Der Guide für erfolgreiches B2B-Marketing in China mit WeChat“ zusammengefasst:

Dabei gilt es beispielsweise zum einen den richtigen Kontotyp auszuwählen und zum anderen die User Experience in den Fokus zu stellen. Unternehmen können bei WeChat sogenannte Menüs einrichten, die eine Art Webseite in der App darstellen. Genau mit diesen Menüs interagieren die User. Deshalb ist beispielsweise die Gestaltung der Menüs so wichtig, da sie das Kundenerlebnis maßgeblich mitgestalten.

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