Studie: Bridging the CMO-CIO Divide Marketiers sind Idealisten, IT-ler sind Nerds… Schluss mit der Hund-und-Katze-Mentalität

Autor / Redakteur: Enrique Nuñez / Dr. Gesine Herzberger

Digitales Marketing und E-Commerce sind etablierte Prozesse – möchte man meinen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Nach wie vor hakt es bei der Zusammenarbeit von CMOs und CIOs. Woran das liegt, zeigt eine aktuelle Studie.

Firmen zum Thema

Marketiers und ITler haben nicht selten ein Verhältnis wie Hund und Katz. So sehen sich erstere als kooperativ und extrovertiert an – ihre IT-Kollegen beschreiben sie dagegen als auf Daten konzentrierte Nerds. Was ist dran? Und was kann man dagegen tun?
Marketiers und ITler haben nicht selten ein Verhältnis wie Hund und Katz. So sehen sich erstere als kooperativ und extrovertiert an – ihre IT-Kollegen beschreiben sie dagegen als auf Daten konzentrierte Nerds. Was ist dran? Und was kann man dagegen tun?
(Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

Durch die allgegenwärtige Digitalisierung steigen die Anzahl der Marketing-Apps und die E-Commerce-Budgets kontinuierlich – aber auch die Anforderungen der Kunden. Ob sie Ersatzteile kaufen, Logistik-Angebote vergleichen oder nach Dienstleistern suchen: Sie erwarten eine reibungslose Nutzung der Online-Seiten.

Dieser Bedarf an einheitlichen Informationen und Prozessen zwingt die Marketing- und IT-Abteilung in Unternehmen dazu, eng zusammenzuarbeiten. Doch hier beginnen die Herausforderungen schon bei den unterschiedlichen Persönlichkeiten und Perspektiven. So sehen sich Marketiers als kooperativ und extrovertiert an, ihre IT-Kollegen beschreiben sie dagegen als auf Daten konzentrierte Nerds. Die IT-ler wiederum behaupten, sie selbst seien realistisch und kooperativ, ihre Marketing-Kollegen extrovertiert, intuitiv und idealistisch. Das zeigt die Studie „Marketing and IT: Overcoming a Cats-and-Dogs History to Create a Seamless Customer Experience“.

„IT-Jungs haben keine Ahnung vom Marketing“

Diese unterschiedlichen Sichtweisen liegen wohl daran, dass IT und Marketing bislang zwei völlig voneinander getrennte Bereiche waren – und somit unterschiedliche Verhaltensweisen und Prozesse entwickelt haben. Dementsprechend glauben nur 14 Prozent der Führungskräfte im Marketing und 17 Prozent der IT-Chefs, dass ihre beiden Abteilungen integriert zusammenarbeiten.

Das Resultat: Beide Seiten fühlen sich missverstanden. Nur 19 Prozent der IT-Leiter glauben, dass das Marketing weiß, was in der IT-Abteilung vorgeht. Umgekehrt denken sogar weniger als 10 Prozent der Marketer, dass die IT-Jungs Ahnung von den Marketing-Aufgaben haben.

Was die Zusammenarbeit zwischen CMOs und CIOs so schwierig macht, sehen Sie in den Infografiken unserer Bildergalerie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

„Das Marketing fordert zu viel Tempo“

Der wichtigste Unterschied liegt aber in der gewünschten Geschwindigkeit. So sagt fast die Hälfte der Marketiers, dass die IT zu langsam arbeitet. Fast ebenso viele IT-Kollegen meinen, das Marketing fordere ein zu hohes Tempo, wodurch Qualität und Sicherheit möglicherweise gefährdet werden.

Auch in anderen Bereichen reden die beiden Abteilungen aneinander vorbei. So sehen die Marketing-Leute eine umfassende Strategie als entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg – die IT-Abteilung baut dagegen eher auf kompetente Arbeitskräfte.

In einem Punkt sind sich aber beide Seiten einig: „Wir sprechen zu wenig miteinander und müssen unsere Teams besser integrieren.“ Das sagen immerhin ganze 92 Prozent der Marketer und 75 Prozent der IT-ler. Ein Hoffnungsschimmer ist auch, dass beide Abteilungen eine echte Partnerschaft mit gemeinsamen Zielen, einheitlicher Sprache und regelmäßiger Kommunikation als Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sehen.

Was tun?

Schön und gut – aber wie lässt sich das erreichen? Der erste Schritt könnte sein, dass Marketing und IT eine gemeinsame Grundlage finden, um eine umfassende Strategie und reibungslose Ausführung von Prozessen in den Bereichen Digitales Marketing und E-Commerce zu gewährleisten.

Dabei wollen jeweils mindestens 70 Prozent eine neutrale Instanz etablieren, um dieses Ziel einfacher zu erreichen. So kann zum Beispiel ein Managed Cloud Provider über einen vollständigen Service die hochperformanten Websites und großen Online-Shops betreiben, die sich beide Abteilungen wünschen.

Damit Marketing und IT besser zusammenarbeiten, sollten sie also:

  • 1. Die Prioritäten der anderen Abteilung verstehen und respektieren
  • 2. Effektiv kommunizieren, um IT- und Geschäftsbedürfnisse abzugleichen
  • 3. Ihr eigenes Ego und persönliche Konflikte zurückstellen
  • 4. Neutrale Instanzen einbinden, um Vertrauen zu fördern

Enrique Nuñez ist Marketing Manager DACH bei Rackspace.
Enrique Nuñez ist Marketing Manager DACH bei Rackspace.
(Bildquelle: Rackspace)

Fazit

Im digitalen Zeitalter müssen Marketing- und IT-Führungskräfte eng zusammenarbeiten, um eine hohe Kundenzufriedenheit und damit den Geschäftserfolg zu sichern. Doch dazu sind die unterschiedlichen Prioritäten, Persönlichkeiten und Prozesse zu integrieren. Also Schluss mit der Hund-und-Katze-Mentalität! Gehen Sie aufeinander zu, sprechen Sie miteinander und ändern Sie die bestehenden Sichtweisen und Strukturen. Keine Angst: Wenn Sie das nicht alleine schaffen, kann ein unabhängiger Experte helfen.

Ergänzendes zum Thema
Über den Autor:

Enrique Nuñez ist seit mehr als 20 Jahren im Internet tätig und hat in dieser Zeit drei Startup-Unternehmen gegründet. Seit rund eineinhalb Jahren arbeitet er als Marketingleiter bei Rackspace. Zuvor war er Agenturleiter bei Interwall Schweiz sowie Head of Business Development bei der Schober Information Group.

Über Rackspace:

Rackspace (NYSE: RAX) ist spezialisiert auf die Managed Cloud und eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, die enormen Chancen der Cloud zu nutzen, ohne dafür viele Fachleute unterschiedlicher komplexer Technologiebereiche einstellen zu müssen. Darüber hinaus ist Rackspace führend im Bereich hybride Clouds und damit in der Lage, jedem Unternehmen eine individuell zugeschnittene Lösung anbieten zu können. Das Unternehmen mit Sitz in San Antonio hat mehr als 200.000 Geschäftskunden, die es von Rechenzentren auf vier Kontinenten aus versorgt.

(ID:43786724)