Experteninterview Mit agilem Marketing zu mehr Flexibilität im B2B

Das Gespräch führte Isabel Schätzle

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Ein großes Problem: Fachkräftemangel – Zu wenige Mitarbeiter und zu viele freie Arbeitsstellen. Aber wie kann am besten mit so einer Situation umgegangen werden? Und welche Rolle spielt agiles Marketing dabei? Wir haben dazu mit Mike Kleinemass und Yannick Fasters, beide Project Manager bei thyssenkrupp Materials Services GmbH, gesprochen.

Wie agiles Marketing funktionieren kann, zeigen Mike Kleinemaß und Yannick Fasters.
Wie agiles Marketing funktionieren kann, zeigen Mike Kleinemaß und Yannick Fasters.
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Ein großes Problem in der heutigen Arbeitswelt ist der Fachkräftemangel. Nahezu jede Branche hat damit zu kämpfen. Auch im Marketing ist das ein großes Thema. Es kommen Ideen über Ideen, die alle perfekt zum Umsetzen geeignet wären. Aber durch den Mangel an Personal ist das einfach nicht möglich. Oder doch? Ein Ansatz, der hier helfen kann, ist agiles Marketing. Allerdings setzt agiles Marketing eins besonders voraus: Ein offenes Mindset, Lernbereitschaft und Spaß an dem, was man macht. Aber was ist agiles Marketing? Wer ist dazu geeignet? Und welche weiteren Vorteile gibt es bei dieser Arbeitsweise?

Interview mit zwei Agile-Tribe-Experten

Wir haben dazu mit Mike Kleinemaß und Yannick Fasters, beide Project Manager bei thyssenkrupp Materials Services GmbH, gesprochen. Sie geben Einblicke in das Thema agiles Marketing und erklären, worauf es ankommt, damit diese Arbeitsweise auch im B2B funktioniert..

marconomy: Was ist das Besondere am agilen Arbeiten?

Kleinemass: Das besondere an der agilen Arbeitsweise, beziehungsweise an agilem Marketing ist, dass man kontinuierlich Feedback einarbeitet. Man kennt dieses Vorgehen aus der Software-Entwicklung. In der Regel heißt es „Scrum-Framework“. Wir wenden das eben auch an. Zum Scrum-Framework gehören auch agile Werte. Unteranderem Fokus, Mut, Offenheit, Respekt und Commitment. Außerdem gibt es gewisse Elemente, die beim Arbeiten wichtig sind. Wir machen regelmäßige zwei-Wochen-Sprints. Hier nimmt man sich ein Ziel vor und arbeitet dann an sogenannten User Storys. Nach zwei Wochen holen wir uns dann Feedback von Stakeholdern und arbeiten dieses dann in unsere Aufgaben neu ein und passen sie an.

marconomy: Wieso ist denn das agile Marketing die Zukunft des Marketings?

Fasters: Wir sehen aktuell immer wieder, wie die Welt sich entwickelt. Artificial Intelligence (A.I.) kann heute so gut wie alles berechnen. oder zumindest in Ansätzen. Allerdings sind es doch die großen Events, die uns dann wieder aus der Bahn werfen. Hierbei ist es wichtig, dass wir flexibel reagieren können. Und dieses Framework ist darauf ausgelegt, dass wir das Feedback und auch die Entwicklungen, in kurzen, wiederholbaren Prozessen möglichst effizient einarbeiten.

Dazu kommt, dass die Auswertung der Daten in viel schnelleren Abschnitten erfolgt. Daraus entsteht der Vorteil, dass wir alles sehr schnell adaptieren können. Also alles, was wir aus unseren Daten lernen, können wir dann im Idealfall innerhalb des nächsten Sprints anwenden.

marconomy: Habt ihr Tipps, wie man andere Marketer von dem Konzept überzeugen kann?

Fasters: Wir sollten immer im Hinterkopf haben, dass wir agil sind. Das bedeutet, dass wir von Woche zu Woche keinen linearen Anstieg benötigen. Es ist lohnend, sich am Anfang mehr Zeit zu nehmen, auf das Menschliche einzugehen und sich an den Werten zu orientieren. Man sollte wirklich Zeit investieren, einen Stakeholder nach dem anderen abzuholen und sich für jeden Zeit zu nehmen. Die Steigung wird zu Beginn möglicherweise erstmal eher flach laufen, aber zum Ende hin wird sie dafür sehr viel höher. Ein Grund dafür ist, dass die Akzeptanz der wichtigen Stakeholder steigt. Und das erreicht man, in dem man sich wirklich Zeit nimmt und nicht in möglichst schneller Zeit viele Meilensteine erreicht. Eine gewisse Flexibilität ist ganz wichtig.

Kleinemass: Ich glaube, entscheidende Vorteile hierbei sind zum einen die steile Lernkurve. Und, um zu deiner Eingangsfrage zurückzukommen: In der Regel haben wir im Marketing immer zu viel Arbeit. Mehr Ideen als Kraft. Und dabei helfen uns die Objectives und Key Results (OKRs) besonders, um den Fokus zu bewahren.

marconomy: Wie kann ein Unternehmen am besten in agiles Arbeiten eingeführt werden?

Kleinemass: Personal ist entscheidend, also das Mindset der Leute. Man muss meiner Meinung nach eine Gruppe aus Pionieren ausfindig machen, die Lust hat daran, die lernwillig ist und ein offenes Mindset hat. Gut funktioniert das auch mit jungen Leuten, wie man auch an Yannik sehen kann. Es geht um Leute, die Spaß daran haben, sich weiterzuentwickeln. Das ist ganz wichtig. Wer eher ein starres Mindset hat oder vorher in hierarchischen Strukturen gearbeitet hat, wird in der Regel mit einer agilen Arbeitsweise auf Dauer nicht glücklich. Deswegen ist eine Gruppe von Menschen wichtig, die Lust darauf haben, um einfach mal zu starten, zu schauen und das dann agil weiterzuentwickeln.

Fasters: Ich glaube hierbei ist es auch wichtig zu sagen, dass es nicht darum geht, sich strikt an ein Framework zu halten. Es kommt immer auf die Leute an. Für junge Leute ist es ein Vorteil, dass man sich sehr schnell, selbst engagieren kann. Man bekommt die Bühne geboten. Und wenn man sich traut, diese zu nutzen, kann man super weit kommen.

Mehr dazu im B2B Hero Podcast

Ist agiles Marketing die Zukunft des Marketings? Wie sieht ein Praxisbespiel von agilem Marketing und Social Selling aus? Und was sind die Top drei Tipps zur Agilität? Mehr dazu haben Mike Kleinemass und Yannick Fasters bei marconomy Moderatorin Alicia Weigel im B2B Hero Podcast erzählt. Neugierig?

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Dann hören Sie gleich rein:

Das erwartet Sie in dieser Folge:

  • Ab Minute 03:06: Definition Agiles Marketing
  • Ab Minute 04:09: Agiles Marketing als Zukunft des Marketings
  • Ab Minute 06:47: Vorteile des agilen Marketings
  • Ab Minute 08:13: Tipps für Überzeugung anderer Marketer
  • Ab Minute 11:11: Einführung in agiles Arbeiten
  • Ab Minute 14:47: Praxisbeispiel agiles Marketing und Social Selling
  • Ab Minute 16:44: Die einzelnen Schritte des Projektverlaufs
  • Ab Minute 24:45: Die Top drei Tipps zur Agilität

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