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Expertenbeitrag

 Carolin Desirée Töpfer

Carolin Desirée Töpfer

Digitalstrategin, Tech Bloggerin & Keynote Speakerin

#MahinaJourney Mit dem Fahrrad quer durch Europa

| Autor / Redakteur: Carolin Desirée Töpfer / Lena Müller

Drei Monate, zehn Länder, 3.000 Kilometer und ein Ziel vor Augen: Tallin. Unsere marconomy Expertin Carolin Desirée Töpfer ist schon seit einiger Zeit mit dem Fahrrad quer durch Europa unterwegs. Wie sie das Thema Arbeit und Team-Organisation von unterwegs aus händelt? Das hat sie uns im Interview verraten.

Unsere marconomy Expertin Carolin Desirée Töpfer ist schon seit einiger Zeit mit dem Fahrrad quer durch Europa unterwegs. Ihre Erlebnisse bespricht sie mit uns im Interview.
Unsere marconomy Expertin Carolin Desirée Töpfer ist schon seit einiger Zeit mit dem Fahrrad quer durch Europa unterwegs. Ihre Erlebnisse bespricht sie mit uns im Interview.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Liebe Carolin, wie ist die Idee überhaupt entstanden, für drei Monate 3. 000 Kilometer mit dem E-Bike durch zehn europäische Länder zu radeln?

Eigentlich wäre ich am 16.03.20 bereits nach Tallinn umgezogen, um dort unsere Ausgründung – ein disruptives Angebot für Cybersecurity Trainings – aufzubauen. Da schon über den Corona-Lockdown diskutiert wurde und ich dort wahrscheinlich sowieso erst einmal in Quarantäne gekommen wäre, bin ich in Berlin geblieben und habe von dort aus unser Krisenmanagement gesteuert. In dieser Zeit haben mein Team und ich immer mehr gemerkt, dass die Medienberichte in Europa sehr einseitig wurden und man viele (unternehmerische) Geschichten gar nicht mehr zu hören bekommen hat. Das wollten wir ändern und haben dann – entsprechend unserer Natur – ein unternehmerisches Medienprojekt daraus gemacht. Außerdem nutzen wir die interkulturellen Erfahrungen aus den lokalen Märkten und vielen Begegnungen mit anderen Unternehmen, um unsere Produkte und Vertriebskanäle zu optimieren.

Dein Unternehmen läuft ganz normal weiter. Welche Auswirkungen hat die Reise auf eure Team-Organisation?

Wir sind gerade in einer Umbruchphase von der Technologie-Beratung hin zum Company Builder und Dienstleister. Hinzu kommt die Verlagerung von Deutschland nach Estland, wo wir in diesem Jahr noch drei bis vier Tochterfirmen gründen wollen, vor allem unsere Cybersecurity-Plattform und den Marketing-on-demand-Anbieter emoticomms. Er ist zugleich Marketing- und Vertriebskanal der Cybersecurity-Tochter, dessen Leistungen wir bewusst auch anderen Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Tech-Produkten anbieten.

Da sowohl unser Kernteam als auch unsere Freelancer und Advisors komplett digital und somit ortsunabhängig arbeiten, ändert sich für uns nicht viel. Natürlich gibt es ein paar Reiseberichte mehr im wöchentlichen Team-Call. Ansonsten organisieren wir unsere Wochen thematisch und mit klaren Deadlines. Dadurch, dass ich unterwegs Hotels dabei unterstütze, die Anforderungen von digitalen Nomaden sowie Datenschutz- und IT-Sicherheits-Kriterien umzusetzen, habe ich auch wieder ein paar fachliche Vor-Ort-Termine, was mir gut gefällt.

Was ist aus den Expansions-Plänen und dem Markteinstieg in den USA geworden?

Das Thema ist aktueller denn je. Die nächste Reise in die USA, sowohl ins Silicon Valley als auch nach New York, ist längst überfällig. Aktuell halte ich mit unseren Geschäftspartnern vor Ort digital Kontakt. Ich hoffe, dass spätestens Anfang 2021 auch wieder persönliche Meetings und für uns wichtige Branchen-Events stattfinden können. Meine Erkenntnisse von der Marktrecherche-Reise im letzten Jahr nutzen wir immer noch in der Produktentwicklung. Und natürlich soll sich ja auch der Plattform-Aufbau im Cybersecurity-Bereich bereits dort wie in Asien ab Anfang 2021 vollziehen.

Welche Erfahrungen hast du auf den ersten knapp 300 Kilometern der Radtour gemacht?

Vielleicht die wichtigste für diese Zeit: irgendwie geht es immer weiter und es lohnt sich jeder Umweg am Ende (der Etappe). Auch wenn auf einmal der Fahrradweg aufhört, es wie aus Kübeln regnet oder der x-te Berg am Tag doch zu steil ist. Wer sich ein Ziel bewusst setzt, kommt da irgendwie auch an – meist sogar pünktlich. Und jeder Umweg ist ein neues Live-Training für Kreativität, Resilienz und strategische wie taktische Flexibilität. Abgesehen von einzigartigen Eindrücken und Begegnungen. Die Detailberichte gibt es auf meinem Tourblog.

Gibt es denn schon Pläne, wo die nächste Reise mit dem Fahrrad hingeht?

Wenn ich in Tallinn angekommen bin, werde ich dort erst mal mit den Unternehmensgründungen einiges zu tun haben. Aber ich habe von anderen Radlern schon ein paar Tipps für andere spannende Strecken in Europa bekommen. Außerdem möchte ich ja irgendwann noch mal meine Pläne in Sachen autarkem Camping-Van-Ausbau umsetzen. Vielleicht darf das Fahrrad dann auch wieder mitfahren.

Welche Erfahrungen nimmst du auf deiner Tour für deinen beruflichen Alltag mit?

Aufgeben gilt nicht. Und gerade in Sachen Produktgestaltung, Usability und Sales Funnel-Gestaltung ist mir wieder klar geworden, wie sehr die Perspektiven der potenziellen Kunden sich unterscheiden. Von denen der Experten, aber auch je nach Lebensgestaltung. In der Stadt können wir die Leute zum Beispiel zum Thema Cybersecurity über Events und Social Media erreichen. Um Stammtisch-Gespräch auf dem Dorf zu werden, müssen wir uns schon was anderes einfallen lassen. Aber auch dort interessieren sich speziell junge Menschen natürlich für die Teilhabe an der digitalen Welt. Und das heißt nicht nur Zugang, sondern oft auch kreative Dienstleistungs-Idee.

Lange Radtouren sind eben einfach fantastisch, um neue Ideen zu bekommen und Pläne zu schmieden.

Vielen lieben Dank Carolin für den tollen Einblick in dein spannendes Fahrrad-Abenteuer!

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Über den Autor

 Carolin Desirée Töpfer

Carolin Desirée Töpfer

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