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Kooperativ zum Erfolg – Teil 3 Mit der W.I.R-Formel auf eine neue Reisen gehen

| Autor / Redakteur: Ulrike Stahl / Georgina Bott

Wissen teilen. Unterschiedliche Perspektiven nutzen. Diversität leben. So kann das WIR in der Wirtschaft gewinnen und jedes ICH seinen souveränen Platz in der Gesellschaft sichern.

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Die Reise zum Ziel ist keine gerade Linie, sondern ein Auf und Ab. Wichtig ist es, dass sich jeder sicher fühlt, seine Eindrücke zu teilen, Dinge in Frage zu stellen, Feedback zu geben und anzunehmen.
Die Reise zum Ziel ist keine gerade Linie, sondern ein Auf und Ab. Wichtig ist es, dass sich jeder sicher fühlt, seine Eindrücke zu teilen, Dinge in Frage zu stellen, Feedback zu geben und anzunehmen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Kooperativ zusammenzuarbeiten heißt, einen Weg zu finden, bei dem die Interessen aller und nicht nur die weniger befriedigt werden.

Die W.I.R.-Formel: I wie Interessen maximieren

Das ist dann der Fall, wenn jeder der Beteiligten einen eigenen Nutzen in der Zielerreichung oder im Weg dorthin sieht und erlebt. Je mehr oder intensiver Interessen befriedigt werden, desto mehr Motivation entsteht.

Motivierte Menschen übernehmen bereitwilliger Verantwortung, erzielen bessere Ergebnisse. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die Selbstbestimmungstheorie gibt uns allerdings als Anhaltspunkt drei psychologische Grundbedürfnisse, die sowohl effektives Verhalten als auch Wohlbefinden fördern. Autonomie entsteht, wenn wir Dinge freiwillig tun, weil wir deren Notwendigkeit verstanden haben. Kompetenz erleben wir, wenn wir aktiv Einfluss nehmen können und so Resultate erzielen. Soziale Eingebundenheit empfinden wir, wenn wir eine Bedeutung für andere haben und diese für uns. Die Fragen für die Führungskraft lauten:

1. Inwieweit erfüllen die Aufgabe und Zielerreichung auch die Bedürfnisse meiner Mitarbeiter und ist ihnen das bewusst?
Um diese Frage beantworten zu können, müssen sich Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern auseinandersetzen und sie individuell betrachten. Welcher Typ ist mein Mitarbeiter? Was sind seine Präferenzen und Überzeugungen? Was motiviert ihn besonders? Die Antworten muss die Führungskraft dabei nicht aus einer imaginären Glaskugel lesen. Informationen bekommt sie durch Beobachtung und natürlich durch das Gespräch mit dem Mitarbeiter.

2. Wie nachhaltig führe ich?
Die Führung eines Teams ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ist der Druck von außen hoch, kann durchaus der Eindruck entstehen, es wäre jetzt nötig alle Register zu ziehen, um die gewünschte Leistung zu erzielen. Von Druck, über Überredung bis hin zu Versprechungen, die nicht zu halten sind. Kooperativ zu führen heißt gemeinsam zu gewinnen. Wer auf Quick-Wins setzt muss sich klar sein, dass er sich auf ein Nullsummenspiel einlässt. Was an einer Stelle gewonnen wird, wenn zum Beispiel durch erpresste Samstagsarbeit das Produktionsziel erreicht wird, wird an anderer Stelle verloren, beispielsweise durch einen höheren Krankenstand oder sinkende Motivation während der Woche.

Die W.I.R-Formel: R wie Reise

Die Reise zum Ziel ist keine gerade Linie, sondern ein Auf und Ab, besteht aus Schleifen und Umwegen. Wichtig ist es ein Klima zu schaffen, indem sich jeder sicher fühlt, seine Eindrücke zu teilen, Dinge in Frage zu stellen, Feedback zu geben und anzunehmen. Den größten Einfluss nimmt die Führungskraft darauf, indem sie es vorlebt, indem sie auch selbst immer wieder das Feedback ihrer Mitarbeiter sucht, neugierig Fragen stellt und zeigt, dass sie selbst Fehler macht beziehungsweise wie sie daraus lernt. Folgende Fragen kann sich die Führungskraft stellen:

1. Wie gehen wir mit Fehlern um?
Die Psychlogin Carrol Dweck beschreibt zwei unterschiedliche Sichtweisen auf Lernerfahrungen. Die eine beruht auf einem starren Selbstbild, die andere auf einem flexiblen. Das starre Selbstbild geht davon aus, dass man Talent hat oder nicht. Lernerfahrungen werden nur soweit zugelassen, als keine Fehlschläge riskiert werden. Fehler werden um jeden Preis vermieden. Das flexible Selbstbild geht davon aus, dass Entwicklung durch Ausprobieren und Übung möglich ist. Fehler werden als Teil des Wachstumsprozesses betrachtet.

2. Wie gehen wir mit Unterschiedlichkeit um?
Komplexe Aufgaben werden von diversen Teams besser gelöst als von homogenen. Das gilt allerdings nur, wenn die Beteiligten erleben, dass ihre Andersartigkeit geschätzt und genutzt wird.

Ulrike Stahl ist erfolgreiche Unternehmerin, engagierter Coach und begeisterte Kooperationsbotschafterin.
Ulrike Stahl ist erfolgreiche Unternehmerin, engagierter Coach und begeisterte Kooperationsbotschafterin.
(Bild: MM-PR)

Über die Autorin

Silodenken macht Menschen müde. Als Gemeindekämmerin hat Ulrike Stahl das selbst erlebt. Ihren Erweckungsmoment hatte sie bei den Vereinten Nationen, wo Kooperation und Kollaboration weltweit Frieden, Recht und Wohlstand fördern. Seither hat sie bei über 2000 DAX-Unternehmen, Mittelständlern und Entrepreneuren die Dimensionen kooperativen Verhaltens erforscht. Als Professional Speaker inspiriert sie mit ihrem Credo: „Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ. So geht WIR.TSCHAFT!

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