E-Commerce-Leasing im B2B Mit Monatsraten die Digitalisierung finanzieren

Autor / Redakteur: Tim Hahn und Matthias Uhrig* / Lea Täufer

Die Digitalisierung wird für Unternehmen im B2B-Bereich zunehmend relevanter. Doch der Schritt in Richtung digitale Transformation hat seinen Preis – das E-Commerce-Leasing bietet eine Möglichkeit direkt in den E-Commerce einzusteigen.

Firmen zum Thema

Schritt für Schritt: So finanzieren Sie Ihre digitale Transformation.
Schritt für Schritt: So finanzieren Sie Ihre digitale Transformation.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Die Digitalisierung stellt B2B-Unternehmen vor eine große Herausforderung

Der erste Schritt in Richtung digitale Zukunft scheint für viele Unternehmen der Industriebranche unüberwindbar – jedoch ist dieser unbedingt notwendig. Schließlich schreitet die Digitalisierung immer weiter voran und auch B2B-Unternehmen müssen sich gegenüber ihrer Konkurrenz behaupten. Ein individueller und auf das Unternehmen zugeschnittener Onlineshop kann dabei helfen. Doch eine neue technische IT-Ausstattung oder die Umsetzung einer E-Commerce-Plattform bedeuten auch eine hohe Investition. Fehlt das nötige Budget, müssen Abstriche zum Beispiel bei den Funktionen oder dem Design des Onlineshops gemacht werden. Genau hier greift das E-Commerce-Leasing.

Das Konzept Leasing

Das Leasing stellt eine besondere Art der Finanzierung dar. Bekannt vor allem bei Autos, Möbeln oder hochpreisigen Maschinen hat die Finanzierungsmöglichkeit mittlerweile in der Business-Welt festen Fuß gefasst. Das Prinzip dahinter: Die Tilgung der Gesamtsumme über monatlich gleichbleibende Raten. Dabei übernimmt der Leasing-Geber zunächst die Finanzierung des Objekts und stellt dieses dem Leasing-Nehmer zur Verfügung. Der Leasing-Nehmer zahlt die vereinbarte Leasing-Rate monatlich ab, sobald er das Objekt nutzt und bleibt dadurch finanziell flexibel. Dazu sind alle Leasing-Verträge grundsätzlich bilanzneutral. Dadurch erscheint das geleaste Objekt (z. B. eine E-Commerce-Plattform) nicht in der Bilanz des Leasing-Nehmers und die Eigenkapitalquote bleibt unberührt.

Leasing für digitale Lösungen

Auch für Digitalprojekte kann das Leasing eingesetzt werden. Industrieunternehmen können direkt in den E-Commerce starten, ohne vorher eine Investitionssumme anzusparen. Dabei werden die Kosten für das Projekt in monatlich gleichbleibenden Raten beglichen und verteilen sich so über einen vorab vereinbarten Zeitraum. Neben der Finanzierung der Umsetzung einer E-Commerce-Plattform sowie der benötigten IT-Ausstattung, kann das E-Commerce-Leasing auch für Dienstleistungen wie zum Beispiel eine professionelle Beratung genutzt werden. Dazu können die Leasingpakete Personalkosten für die IT oder andere Fachabteilungen, die am Digitalprojekt beteiligt sein, beinhalten.

So kann das E-Commerce-Leasing ablaufen

Nicht jedes E-Commerce-Projekt ist gleich. Dieses muss sich in die Gegebenheiten des Unternehmens einfügen und die Funktionalitäten des Onlineshops passend darauf zugeschnitten sein. Auch die Leasinglösung sollte jeweils individuell auf die spezifischen Bedürfnisse des B2B-Unternehmens abgestimmt werden.

Schritt 1: Beratung

Möchte ein Industrieunternehmen in die Digitalisierung mithilfe eines E-Commerce-Leasing starten, sollte dieses sich zunächst ausführlich zu seinen Möglichkeiten beraten lassen. Dabei wird der „Ist-Zustand“ des Unternehmens analysiert und die Anforderungen für eine mögliche Digitallösung besprochen. Anschließend erfolgen eine erste Kosteneinschätzung für das Projekt und ein unverbindliches Beratungsgespräch zur Finanzierungslösung.

Schritt 2: Erstellung des Leasingplans

Entscheidet sich das B2B-Unternehmen nach der Beratung für die Finanzierung seines Projektes mithilfe eines E-Commerce-Leasings muss ein auf das Unternehmen abgestimmter, individueller Leasingplan gemeinsam mit dem Leasing-Geber erstellt werden. Dieser enthält neben der Laufzeit auch die vereinbarten Konditionen zur monatlich gleichbleibenden Ratenzahlung. Durch die Festkosten kann das Unternehmen die anstehenden Ausgaben kalkulieren und einplanen.

Schritt 3: Projektstart

Steht der Leasing-Plan, kann das E-Commerce-Projekt gestartet werden. Die Entwickler beginnen direkt nach der Konzeption mit der Umsetzung der Digitalstrategie.

Schritt 4: Die erste Ratenzahlung

Bezahlt wird beim E-Commerce-Leasing typischerweise nach dem „Pay-as-you-earn-Prinzip“. Das heißt, die gleichbleibenden Raten werden erst dann fällig, wenn der Onlineshop vom Kunden genutzt werden kann. Demnach beginnt die Ratenzahlung erst beim Go-Live der E-Commerce-Plattform. Da das Industrieunternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits über den Onlineshop verkauft und im besten Fall Gewinne erwirtschaftet, finanziert sich so die E-Commerce-Plattform von selbst.

Schritt 5: Die monatliche Tilgung

Die feste Leasingrate fließt nun monatlich aus dem Firmenvermögen des Leasing-Nehmers. Dadurch wird die Liquidität geschont und der Leasing-Nehmer hat mehr Budget zum Beispiel für das Marketing zur Verfügung. Zudem kann sich der Leasing-Nehmer steuerliche Vorteile sichern und unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten als Betriebsausgaben absetzen.

Schritt 6: Wartung und Support

Für den Leasing-Nehmer fallen neben den monatlichen Raten keine zusätzlichen Kosten an. Etwaige Updates, Wartung sowie eine mögliche Weiterentwicklung des Onlineshops sind bereits als Leistungen im E-Commerce-Leasing-Vertrag inkludiert.

Schritt 7: Kaufoption nach Laufzeitende

Ist die vereinbarte Laufzeit zu Ende, hat der Leasing-Nehmer die Möglichkeit, die E-Commerce-Plattform mit einer einmaligen Zahlung zu erwerben oder eine neue Laufzeit mit dem Leasing-Geber zu vereinbaren.

Für wen eignet sich das E-Commerce-Leasing?

Das E-Commerce-Leasing kann B2B-Unternehmen einen attraktiven Einstieg in den E-Commerce bieten. So können diese ihre Liquidität für andere Investments schonen und ihre Bilanz optimieren. Dabei ist jedoch die vertragliche Bindung mit festen Laufzeiten zu beachten und dass der Vertrag bei säumigen Zahlungen vorzeitig vom Leasing-Geber gekündigt werden kann. Welche Finanzierungsform die richtige für das Unternehmen ist, muss jeder Geschäftsführer individuell entscheiden. Wichtig dabei ist: Sowohl die Digitalisierung als auch die Finanzierungslösung muss immer auf die spezifischen Bedürfnisse des Industrieunternehmens abgestimmt sein.

*Tim Hahn ist Mitgründer und Geschäftsführer der Magento-Agentur netz98 GmbH.

Matthias Uhrig ist Geschäftsführer der INTARGIA Managementberatung und Partner der valantic Gruppe.

(ID:47330773)