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Umfrage Collaboration Mittelstand und Startup – passt das zusammen?

| Redakteur: Elena Koch

Etablierte Mittelständler kennen den Markt und verfügen über innovative Produkte. Startups sind jung, dynamisch und modern. Passt das zusammen? Auf den ersten Blick können beide Unternehmen voneinander profitieren. Doch wie sieht es in der Realität aus?

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Jedes zweite größere Unternehmen setzt auf die Zusammenarbeit mit Startups.
Jedes zweite größere Unternehmen setzt auf die Zusammenarbeit mit Startups.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Ein Zusammenspiel von Erfahrung und Innovation sowie auf der anderen Seite frischen Ideen und neuester digitaler Technologie. Wie stehen Unternehmen und Startups zur bereits bestehenden oder ungewollten Zusammenarbeit? Eine repräsentative Umfrage liefert Ergebnisse.

Zwei Drittel der Mittelständler verzichten auf Zusammenarbeit

In der Praxis fehlt es Unternehmen quer durch alle Branchen an Kontakten mit Startups. Laut der Studie gaben 6 von 10 Unternehmen (61 Prozent) ab 20 Mitarbeitern an, dass sie überhaupt nicht mit Startups zusammenarbeiten. Unter den Mittelständlern mit 50 bis 499 Mitarbeitern beträgt der Anteil sogar 66 Prozent. Dagegen verzichten nur 4 von 10 Unternehmen (41 Prozent) mit 500 oder mehr Beschäftigten auf die Zusammenarbeit mit Startups. „Gerade der Mittelstand tut sich noch häufig schwer damit, die Digitalisierung aktiv zu gestalten und für das eigene Unternehmen zu nutzen. Startups können hierbei eine wichtige Unterstützung sein – und sie können zugleich von den Erfahrungen und Kontakten der etablierten Unternehmen profitieren“, sagt Achim Berg, Präsident des Initiator-Verbands Bitkom.

Jedes zweite große Unternehmen kooperiert

Rund jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) kooperiert lose mit Startups, etwa durch Zusammenarbeit bei Gründerwettbewerben. Jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) gibt an, mit Startups gemeinsam Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Bei den kleineren Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern beträgt der Anteil allerdings nur 6 Prozent, im Mittelstand mit 50 bis 499 Mitarbeitern sind es 11 Prozent und bei größeren Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sogar 22 Prozent. Und nur 9 Prozent der Unternehmen sind finanziell an Startups beteiligt – und auch hier zeigt sich je nach Größe ein eklatanter Unterschied. Während nur 6 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern Startup-Beteiligungen halten, sind es im Mittelstand mit 50 bis 499 Mitarbeitern bereits 19 Prozent und bei den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sogar rund jedes zweite (48 Prozent). Berg: „Gerade kleinere Unternehmen sollten den Versuch wagen, Kooperationen mit Startups einzugehen. Es gibt inzwischen fast überall in Deutschland entsprechende Orte und Gelegenheiten der Vernetzung und nicht zuletzt die Digital-Hub-Initiative der Bundesregierung.“

Aus Sicht der Startups: erfolgreiches Zusammenspiel

Die große Mehrheit der Startups arbeitet bereits mit etablierten Unternehmen zusammen, wie eine Umfrage unter mehr als 300 Startup-Gründern zeigt. So geben 3 von 5 (60 Prozent) Gründern an, dass gemeinsam Produkte oder Dienstleistungen entwickelt werden, 2 von 5 (43 Prozent) arbeiten auf andere Art, etwa bei Gründerwettbewerben lose mit etablierten Unternehmen zusammen. Und immerhin sind an jedem fünften Startup (21 Prozent) etablierte Unternehmen finanziell beteiligt. Nur 14 Prozent sagen, dass es gar keine Zusammenarbeit gibt – und 4 Prozent wollten oder konnten dazu keine Angaben machen.

Unabhängigkeit spricht Kooperation entgegen

Startups, die nicht mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten begründen dies am häufigsten damit, dass sie unabhängig bleiben wollen (48 Prozent). Rund jedes Dritte (36 Prozent) sieht in einer Kooperation keinen Mehrwert, rund jedes Vierte (29 Prozent) hat kein konkretes Projekt, bei dem sich eine Zusammenarbeit anbietet. Rund jeder fünfte Gründer (21 Prozent) gibt allerdings auch an, dass etablierte Unternehmen kein Interesse an einer Zusammenarbeit hätten, 17 Prozent sagen, dass sie keinerlei Kontakt zu ihnen hätten. Und 14 Prozent der Gründer verweisen darauf, dass sie keine Zeit für solche Kooperationen hätten, sieben Prozent fehlt es an den notwendigen finanziellen Mitteln.

* Repräsentative Umfrage zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft unter 604 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

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