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Nachwuchskräfte gewinnen durch Datenschutz

| Autor / Redakteur: Oliver Schröder* / Elisa Mundt

Unternehmen sollten ihren Datenschutz überarbeiten, um für Nachwuchskräfte attraktiver zu sein.
Unternehmen sollten ihren Datenschutz überarbeiten, um für Nachwuchskräfte attraktiver zu sein. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Respekt im Umgang mit personenbezogenen Daten ist das Zeichen eines guten Arbeitgebers.Unternehmen die Millennials und der Generation Z einstellen wollen, sollten ihre Data Governance auf den neuesten Stand bringen, um diese Nachwuchskräfte zu erreichen.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist robust: Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie selten zuvor, im Gegenteil: In vielen Branchen fehlen qualifizierte Mitarbeiter. Gerade für viele junge Menschen und Berufseinsteiger ist dies eine gute Nachricht. Sie bereiten sich in den kommenden Monaten darauf vor, die Schulen, Hochschulen und Universitäten des Landes zu verlassen, einen Job zu finden und die Karriereleiter zu erklimmen.

Sorge um Nachwuchskräfte

Viele Unternehmen hingegen sehen diese Entwicklung mit Besorgnis – zu Recht, wie aktuelle Zahlen belegen. Laut einer Studie des Ifo-Instituts im Auftrag des Bertelsmann Instituts wird die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2035 durch mangelnde Fachkräfte hinsichtlich ihres Wachstums ausgebremst: Es gibt zwar viele Jobs in unterschiedlichen Branchen, aber wenige geeignete Kandidaten. Deutschland verliert damit wichtige Prozentpunkte beim Wirtschaftswachstum. Dies soll 2035 deswegen nur noch bei 0,6 Prozent liegen. Gleichzeitig erhöht sich der Wettbewerb um die geeigneten Kandidaten. Und in einer zunehmend datenzentrierten Welt könnte das Engagement eines Unternehmens für den Schutz der persönlichen Daten seiner Kunden und Mitarbeiter ein wichtiger Differenzierungspunkt sein, um potenziellen Mitarbeitern einen attraktiveren Arbeitsplatz zu bieten.

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Hohe Erwartungen an Arbeitgeber

Es ist kein Geheimnis, dass Gen Z und Millennials andere Erwartungen an (potenzielle) Arbeitgeber stellen als ihre Vorgänger-Generationen. Zusätzlich zu den üblichen Anforderungen wie wettbewerbsfähige Gehälter und Aufstiegsmöglichkeiten, geben viele an, dass sie für ein Unternehmen arbeiten möchten, das eine hohe Flexibilität bietet, Vielfalt in jeder Hinsicht fördert und über starke Werte verfügt sowie ethisch handelt. Eine verantwortungsbewusste Haltung zum Datenschutz wird von den Verbrauchern zunehmend als wichtiger Aspekt angesehen.

Die jüngsten Kontroversen um die Verwendung, den Austausch und die Monetarisierung personenbezogener Daten waren ein Weckruf für viele Social-Media-Nutzer. Sie sensibilisierten die Anwender dafür, wie die Unternehmen hinter diesen Plattformen von ihren Daten profitieren. Jüngere Nutzer wandern zugunsten von Plattformen wie Snapchat, die ihrer Meinung nach ein höheres Maß an Kontrolle bieten, von Facebook weg. Andererseits ergreifen weltweit Regulierungsbehörden Maßnahmen, um den weit verbreiteten Missbrauch personenbezogener Daten einzudämmen.

Eine gute Reputation ist wichtig

Kurz gesagt: Verbraucher ebenso wie potenzielle Mitarbeiter stehen Unternehmen positiv gegenüber, die sie für vertrauenswürdig halten – auch was den Schutz ihrer Daten angeht. Vor diesem Hintergrund könnte eine schwerwiegende Datenschutzverletzung eine Organisation nicht nur die Loyalität seiner Kunden kosten, sondern auch ihre Reputation als guter Arbeitgeber schädigen.

Eltern, Lehrer und andere erwachsene Bezugspersonen warnen junge Menschen oft vor den Gefahren, in sozialen Medien Informationen oder Fotos zu veröffentlichen, die sie in einem schlechten Licht für zukünftige Arbeitgeber erscheinen lassen. Anderseits sollten Arbeitgeber auch darüber nachdenken, wie sich eine mögliche Datenschutzverletzung auf ihre Personalsuche und potenzielle Mitarbeiter auswirken könnte. Kein Digital Native bewirbt sich auf eine Stelle, ohne vorher das Unternehmen online zu recherchieren und mehr über seine Führungskräfte, seine Produkte und Services sowie die aktuellsten Nachrichten zu erfahren.

Eine Möglichkeit wäre, Mitarbeiter entsprechend ihres Umgangs mit Daten und einer entsprechenden Kultur zu entlohnen. Team-Mitglieder, die sorgsam mit Informationen umgehen, würden entsprechend belohnt. Dies könnte sich mittelfristig zu einem allgemeinen Trend in Organisationen entwickeln. Diese Idee passt zu einem wichtigen Bestandteil der EU-Datenschutzgrundverordnung: Privacy by Design. Hier wird eine gute Governance im Ansatz des Unternehmens für den Schutz der Privatsphäre eingebettet – und ist nicht nur ein nachträglich aufgesetztes Element.

Eine robuste Data Governance unterstreicht, dass ein Unternehmen die Interessen seiner Kunden, Mitarbeiter und der Gesellschaft insgesamt ernst nimmt. Viele Organisationen ernennen Chief Data Officers, die zum Führungszirkel gehören und dafür verantwortlich sind, international anerkannte Standards der Informationssicherheit einzuhalten. Diese Firmen sind sich bewusst, dass regulierte Daten zu einer besseren Interaktion mit Anwendern führen und dass eine gute Data Governance Teil einer besseren Unternehmenskultur ist. Zunehmend ist dies auch ein Maßstab, an dem gute Arbeitgeber gemessen werden.

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*Oliver Schröder ist General Manager DACH bei Informatica.

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