Web-Meeting am Strand

Wenn der Urlaub zur Geschäftsreise wird

| Redakteur: Lena Höhn

Arbeitnehmer sollten im Urlaub entspannen. Stattdessen sind sie immer öfter geschäftlich erreichhbar.
Arbeitnehmer sollten im Urlaub entspannen. Stattdessen sind sie immer öfter geschäftlich erreichhbar. (Bild: gemeinfrei / CC0)

„Sind Sie im Sommerurlaub per E-Mail, telefonisch oder per Kurznachricht erreichbar?“ – immer öfter wird diese Frage im Büro mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass rund zwei Drittel der Berufstätigen im Sommerurlaub dienstlich erreichbar sind.

Vergleicht man diese Zahl mit der aus dem Vorjahr (71 Prozent), so ist dieser „Trend“ zwar leicht rückläufig, mit 64 Prozent aber dennoch auf einem sehr hohen Niveau. Laut Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder ermöglichen digitale Technologien ein flexibles Arbeiten, was Berufstätigen mehr Freiheit ermöglicht. Doch gerade der Urlaub ist zum Erholen da, weshalb man durchatmen und möglichst gut funktionierende Vertretungslösungen suchen sollte.

Sind Sie in den Ferien beruflich per E-Mail, Kurznachricht oder telefonisch erreichbar?
Sind Sie in den Ferien beruflich per E-Mail, Kurznachricht oder telefonisch erreichbar? (Bild: Bitkom)

Ältere Arbeitnehmer nehmen die Arbeit mit in den Urlaub

Während jeder Vierte (27 Prozent) geschäftliche E-Mails liest und 57 Prozent telefonisch für den Chef oder Kollegen erreichbar bleibt, lesen sechs von zehn Berufstätigen (61 Prozent) während der freien Zeit Kurznachrichten über iMessage oder WhatsApp. Vor allem jüngere Arbeitnehmer schalten im Urlaub ganz vom Job ab: Knapp vier von zehn Berufstätigen (39 Prozent) zwischen 14 und 29 Jahren klinken sich während ihres Sommerurlaubs beruflich komplett aus. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 30 Prozent, bei den über 50-Jährigen 34 Prozent.

Sind Arbeitnehmer im Urlaub oder wegen eines Feiertages nicht auf der Arbeit, so müssen sie in Regelfall nicht erreichbar sein. Das Arbeitszeitgesetz gilt allerdings nicht für leitende Angestellte. In jenen Ausnahmefällen, in denen eine Erreichbarkeit doch notwendig ist, sollte eine klare und einvernehmliche Regelung zum Beispiel im Sinne eines Bereitschaftsdienstes getroffen werden. „Besonders problematisch sind Situationen, in denen eine permanente Erreichbarkeit stillschweigend vorausgesetzt wird, ohne dass dies anderweitig kompensiert wird“, sagt Rohleder.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage:

  • Mehrheit der Beschäftigten schaltet nicht vollständig von der Arbeit ab
  • Rund zwei Drittel sind im Sommerurlaub dienstlich erreichbar
  • Auf Empfangs- und Sendepause gehen v.a. jüngere Arbeitnehmer

* Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.219 Personen ab 14 Jahren telefonisch befragt.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45399901 / New Work)