„Digital Work Report 2018“

Marketer stehen der Automatisierung zögernd entgegen

| Redakteur: Lena Höhn

Viele wagen ihn noch nicht – den Sprung in die Automatisuerung, obwoll er den Arbeitsalltag erleichtern kann.
Viele wagen ihn noch nicht – den Sprung in die Automatisuerung, obwoll er den Arbeitsalltag erleichtern kann. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Obwohl Marketing-Verantwortliche sehen, dass ihre Arbeitsbelastung zunimmt, der Arbeitsalltag weiterhin von Routine-Aufgaben dominiert wird und sie Probleme durchaus wahrnehmen, stehen sie dem Thema Prozessautomatisierung weiterhin zögerlich gegenüber. Zu diesem Ergebnis kam der „Digital Work Report 2018“.

Das Arbeitspensum der Marketing-Mitarbeiter hat sich erhöht. So bemerken Sie auch bei den typischen Auswirkungen dieser Mehrbelastung, wie Stress, Wochenendarbeit oder Überstunden einen Anstieg. Im aktuellen „Digital Work Report 2018“ von Wrike wurden nun rund 3.000 Wissensarbeiter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu ihrer persönlichen Arbeitsbelastung befragt. Beide Entwicklungen wurden auch schon im „Wrike Digital Work Report“ von 2016 deutlich.

Anteil an Routine-Arbeit im Marketing sehr hoch

Die Studie zeigt, dass Routine-Arbeit im Marketing viel Raum einnimmt: 97 Prozent der Marketing-Verantwortlichen geben an, dass Teile ihres täglichen Arbeitspensums monoton oder Routine sind. Jeder Vierte (26 Prozent) beziffert den Anteil sogar mit 41-60 Prozent.

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten geben an, zwischen 25 und 75 Prozent mehr Leistung erbringen zu können, wenn ihnen Routine-Aufgaben abgenommen werden würden. Doch sie erkennen die naheliegende Lösung nicht: Marketing-Fachkräfte setzen wenig Hoffnung in Prozess-Automatisierung, wenn es um die Erleichterung ihres Arbeitsalltags geht. So sind nur 41 Prozent der Befragten der Meinung, dass Technologie zur Unterstützung bei Routineaufgaben ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bringen würde.

Wie eine Vergleichsstudie aus den USA zeigt, stehen US-Bürger der Automatisierung deutlich positiver gegenüber: Hier gaben bei der gleichen Frage 75 Prozent an, dass ihr Unternehmen durch Automatisierungstechnologien einen Wettbewerbsvorteil erlange. Gefragt nach dem persönlichen Benefit wurde mehrheitlich (55 Prozent) geantwortet: „Automatisierung nimmt meinem Team Routine-Aufgaben und weniger anspruchsvolle Arbeit ab.‟ Der Zusammenhang von Automatisierung und einer Erleichterung für den Arbeitsalltag wird in den USA also offensichtlich deutlicher wahrgenommen.

Verzerrte Wahrnehmung im Marketing

Fast jeder Dritte (29 Prozent) ist mit dem Status quo zufrieden und würde keine seiner Aufgaben automatisieren wollen. Viele Marketing-Verantwortliche sind sich den Auswirkungen von Prozess-Automatisierung auf ihr Arbeitspensum nicht bewusst und unterschätzen diese. Bemerkenswert ist, dass Marketing-Fachkräfte durchaus Probleme erkennen, die sie an der effizienten und guten Ausführung ihrer Aufgaben hindern – die sich aber durch Automatisierung beheben ließen. So wird es von mehr als jedem vierten Befragten (27 Prozent) als Defizit angesehen, dass die Arbeit im Marketing über zu viele Systeme hinweg erledigt wird, was zur Verdoppelung von Arbeit und Kommunikation führt. Auch Schritthalten mit Kundenanforderungen wird als Problem angesehen – dabei könnten die Befragten laut eigener Einschätzung durch Automatisierung ihre Leistung erhöhen.

Laut Andrew Filey, CEO und Gründer von Wrike, gelten Marketing-Fachkräfte als Trendsetter, wenn es um die Ergebnisse geht, die sie schaffen. Die Studie lässt zudem zum Schluss kommen, dass sie die Möglichkeit von Automatisierung zur besseren Arbeitsorganisation deutlich unterschätzen. „Angesichts der immer größer werdenden Ansprüche in Bezug auf Lieferzeiten, Produktpersonalisierung und Vorhersagbarkeit türmt sich im Marketing ein Berg neuer Aufgaben und es bleibt immer weniger Zeit für die eigentliche Kernkompetenz: Kreativität. Die unternehmensweite Prozessautomatisierung schreitet rasant voran – Marketingfachleute ignorieren sie auf eigene Gefahr“, so Filey.

Über den Report:

Für den „Wrike Digital Work Report 2018‟ wurden im Zeitraum von 4. bis 13. Dezember 2017 3.000 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zur persönlichen Arbeitsbelastung, zu ihrer Produktivität sowie dem Stand der Automatisierung in ihrem Unternehmen befragt; 1.800 davon aus dem Bereich Marketing. Im Oktober 2017 wurden in den USA für den „Wrike Operational Excellence Report 2018‟ 1.048 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte befragt; 503 davon aus dem Marketing.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45405188 / New Work)