Alpha-Kommunikation

So kommunizieren Sie wie ein Leader

| Autor / Redakteur: Barbara Liebermeister* / Viviane Krauss

Echte Leader zeichnen sich nicht unbedingt durch eine hohe Position aus, sondern auch durch selbstsichere Kommunikation.
Echte Leader zeichnen sich nicht unbedingt durch eine hohe Position aus, sondern auch durch selbstsichere Kommunikation. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Einzelne Personen haben in Meetings und Besprechungen oft mehr das Sagen als andere – auch wenn sie vielleicht seltener das Wort ergreifen. Dies liegt vor allem an der Art, wie diese Leader kommunizieren und sich präsentieren. Wir zeigen zehn Tipps, für die Kommunikation im Berufsleben.

Gewisse Frauen oder Männer stechen in Besprechungssituationen oft mehr hervor als die übrigen Teilnehmer. Diese müssen aber nicht immer die ranghöchsten Personen sein. Häufig prägen auch informelle Leader durch ihr Auftreten und Verhalten den Verlauf von Diskussionen und die zu fällenden Entscheidungen stark. Folgende Merkmale zeichnen sogenannte „Alpha-Menschen“ aus:

1. Selbstbewusstes Reden und Artikulieren

Für fast alle offiziellen und informellen Leader gilt, dass Sie wissen, was sie können und auch was sie in der Vergangenheit bereits geleistet haben. Darauf sind sie stolz und entsprechend selbstbewusst agieren Leader auch. Bemerkbar macht sich das nicht nur im selbstsicheren Gespräch, sondern auch in der Körpersprache – wie aufrechte Körperhaltung, zupackender Händedruck und ein direkter Blickkontakt.

2. Kraftvolle Sprache

Leader sind extrem leistungs- und ergebnisorientiert. Sie bevorzugen kurze, knackige Sätze mit einer klaren Botschaft. Sie sagen nicht „Man könnte …“, sondern „Wir sollten ….“ Oder: „Ich werde …“. Des Weiteren beinhalten ausschlaggebende Sätze keine relativierenden Adverbien wie „eigentlich“ und „vielleicht“.

3. Eigenmotivation

Da „Alpha-Menschen“ etwas bewegen wollen, strahlen sie viel Energie aus. Selbst wenn sie mal einen schlechten Tag haben, geben sich Leader einen Ruck und motivieren sich eben selbst – zum Beispiel indem sie an den letzten Urlaub oder etwas vergleichbar schönes denken. So kann man die eigenen Laune und Ausstrahlung positiv beeinflussen.

4. Position beziehen

Wenn es brenzlig wird, gehen Leader nicht auf Tauchstation, sondern versuchen die Situation zu analysieren und zum passenden Zeitpunkt Stellung zu beziehen. Gerade dann, wenn die meisten Menschen dazu neigen, den Kopf einzuziehen, ist es nötig, den Mitarbeitern oder Kollegen Halt und Orientierung zu geben.

Entsprechend klar ist in solchen Situationen auch die Sprache der Leader. Sie flüchten sich nicht in vage Konjunktiv-Aussagen wie zum Beispiel „Wir könnten erwägen...“. Stattdessen sagen sie beispielsweise: „Aus meiner Sicht haben wir zwei Möglichkeiten – Entweder wir …, oder wir…“.

5. Verantwortung übernehmen

Leader sind tatkräftig. Sie scheuen sich nicht, Verantwortung auch dann zu übernehmen, wenn eine Entscheidung oder Aufgabe risikobehaftet ist. Dann sagen sie zum Beispiel: „Ich kümmere mich darum, dass …“. Sie nennen jedoch zugleich Bedingungen, die hierfür erfüllt werden müssen. „Dafür benötige ich, ….“ Oder: „Im Gegenzug erwarte ich,….“.

6. Leader sind gut präpariert

„Alpha-Menschen“ sind keine Hasardeure. Im Gegenteil! Deshalb gehen sie zum Beispiel nur in absoluten Notfällen unvorbereitet in Meetings oder gar Verhandlungen. Sie fragen sich vielmehr im Vorfeld – Was ist das Thema? Welche Möglichkeiten gibt es? Was spricht dafür und was dagegen? Und was ist folglich meine Position? Deshalb hinterlassen sie einen besseren Eindruck als die Kollegen, die unvorbereitet in Meetings schlurfen – gemäß dem Motto „Schauen wir mal, was da kommt“.

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7. Andere Personen (ver-)führen

Echte Leader haben, wenn sie mit anderen Menschen kommunizieren, stets das übergeordnete Ziel vor Augen. Und weil sie gut vorbereitet sind, können sie ihre Aufmerksamkeit darauf konzentrieren – Was sagt mein Gegenüber? Welche Bedürfnisse artikuliert er? Welche Signale sendet er aus? Entsprechend sensibel nehmen sie Stimmungen wahr, und können ihre Aussagen deshalb so formulieren, dass andere ihnen vertrauen. Sie können zudem bei Bedarf andere Menschen motivieren, zum Beispiel, indem sie diese davon träumen lassen, wie schön es wäre, wenn das übergeordnete Ziel erreicht werden würde.

8. (Körper-)Sprache als Instrument

Ob man sein Ziel erreicht, hängt auf davon ab, wie man etwas sagt. Die Wortwahl erfolgt abhängig vom Gegenüber und der Gesprächssituation. Auch die Körpersprache wird von den Leadern gezielt eingesetzt. Sei es um Aufmerksamkeit zu erregen, Zustimmung zu signalisieren – oder aber auch um Dringlichkeit und Relevanz zu vermitteln.

9. Dinge auf den Punkt bringen

Wenn Leader das Gefühl haben, dass Dinge zerredet werden, werden sie innerlich unruhig. Dann ergreifen sie die Initiative und sagen beispielsweise: „Also, ich habe die Diskussion verfolgt. Aus meiner Sicht haben wir zwei Möglichkeiten: Eins… Zwei…. Für Eins spricht,…. Dagegen spricht,…. Deshalb schlage ich vor: Realisieren wir Möglichkeit Zwei, denn sie hat folgende Vorzüge: …“.

10. Revier markieren

„Alpha-Menschen“ wissen, was sie wollen und nicht wollen. Entsprechend klar bringen sie es zum Ausdruck, wenn (angedachte) Entscheidungen ihnen „gegen den Strich gehen“. Und weil sie gut vorbereitet sind, ist ihre Argumentation meist schwer zu widerlegen. Das wissen die Menschen, die mit ihnen regelmäßig zu tun haben. Deshalb fragen sie sich oft schon vorab: „Was sagt wohl der Mayer…“ oder „…die Müller dazu?“ Sie beziehen also die Position der „Alpha-Menschen“ in ihre Planungen ein. Auch deshalb haben „Alpha-Menschen“ in ihren Unternehmen ein sehr starkes Standing.

* Barbara Liebermeister leitet das Institut für Führungskultur im digitalen Zeitalter.

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