Umsetzungsstark führen

Trotz S.A.U.-Fallen nie wieder Scheitern

| Autor / Redakteur: Elmar Lesch und Ralf Koschinski * / Annika Lutz

Strategie sollen dabei helfen, den S.A.U („Scheitern an Umsetzung“)-Fallen zu entgehen.
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Strategie sollen dabei helfen, den S.A.U („Scheitern an Umsetzung“)-Fallen zu entgehen. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Haben wir ein Ziel, brauchen wir Umsetzungskompetenz. Eine Strategie soll uns führen. Manchmal ist der Aufwand gering, manchmal müssen wir uns mehr anstrengen. Vor allem, wenn wir als Unternehmen in die S.A.U.-Fallen tappen und zu scheitern drohen.

Die erste S.A.U.-Falle ist die fehlende Positionierung. Oftmals fehlt die intensive Beschäftigung mit der wichtigen Ausgangsfrage: „Wo stehen wir heute und warum?“. Die zweite S.A.U.-Falle ist die Perspektive. Eine klare Vision sowie genaue Zukunftsideen für Unternehmenswachstum, Projekt und Fortschritt fehlen. Die wichtige Klärungsfrage „Wo wollen wir hin?“ wird nicht ausreichend diskutiert. Die dritte S.A.U.-Falle ist das Personal. Hier geht es um das Verharren in der Komfortzone und die mangelnde Motivation für Umsetzung. Der Grund? Immer weniger Mitarbeiter sind emotional an das Unternehmen gebunden. Die vierte S.A.U.-Falle ist der Plan. Es fehlt die Orientierung. Zu viele oder nicht messbare Ziele, keine Priorisierung und Auftragsklärung führen zur Verunsicherung, sodass die Umsetzung erst gar nicht in Gang kommt. Die fünfte S.A.U.-Falle ist der Prozess. Hier geht es um die zu geringe oder fehlende Transparenz hinsichtlich der Verantwortlichkeit und um die erforderlichen Kompetenzen. Wie ist der Prozess genau definiert und welche Teilschritte – das Was – sind konkret zu tun? Die sechste S.A.U.-Falle ist das Potenzial. Aufgrund schwacher Analysen werden Zukunftspotenziale nicht erkannt, es fehlt Kreativität und kein Innovationsprozess kommt in Gang. Mangelnde Selbstkritik sowie eine schlechte Fehlerkultur im Unternehmen führen zusätzlich zu einer grundlegenden und weitreichenden Stagnation.

Erst einmal abwarten …

Der Chef will so etwas wie „agile Transformation“ – und alle schauen weg, warten ab, ob das Schreckgespenst einmal mehr vorübergeht, wie so viele vor ihm. Und die Führungskräfte wundern sich, dass die Umsetzung nicht gelingt, dass sie scheitern, dass sie ihre Mitarbeiter nicht motiviert bekommen. Und schon sind wir mitten im S.A.U.-Prozess – der übrigens nicht unmittelbar etwas mit der durchs Dorf getriebenen Sau zu tun hat, aber genauso „stinkt“ – denn er beschreibt das „Scheitern An Umsetzung“.

… wenn plötzlich alles in Frage gestellt wird

Wir alle kennen es, wenn im Unternehmen durch ein neues hippes Thema plötzlich alles in Frage gestellt wird. Verstehen Sie uns bitte nicht falsch! Wir hängen weder an „alten Zöpfen“, noch schätzen wir die bekannten Formulierungen „Das haben wir schon immer beziehungsweise noch nie so gemacht!“ Doch mit genau jener Einstellung „Und morgen wird eine andere/neue Sau durchs Dorf getrieben“ gehen viele Mitarbeiter mit Änderungen um.

Scheitern wird als Misserfolg definiert

Das Nichterreichen eines Ziels. Etwas hat nicht den angestrebten Erfolg. Versagen. Logisch, dass man so etwas nicht will und es deshalb möglichst mit allen Mitteln zu vermeiden sucht. Dabei wusste schon Winston Churchill: „Erfolg ist die Fähigkeit, von Misserfolg zu Misserfolg zu schreiten, ohne die Begeisterung zu verlieren.“ So gesehen wäre das Scheitern eine Kunst. Die Kunst nämlich, das Scheitern nur als einen notwendigen Schritt auf dem Weg zum Erfolg zu sehen. Schließlich kann nur scheitern, wer überhaupt aktiv wird und einen oder gar mehrere Versuche wagt. Ohne wäre Stillstand vorprogrammiert, ein Vorwärtskommen als Mensch und Unternehmen unmöglich. Ein erster Weg raus aus dem S.A.U.-Prozess würde also bedeuten, Scheitern nicht länger negativ zu bewerten, wie beispielsweise Thomas Alva Edison, Erfinder u.a. der Glühbirne, der einmal sagte: „Ich bin nicht gescheitert. Ich habe 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert.“

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Konsequente Selbststeuerung

Um in die Umsetzung zu kommen, bleibt uns oft nichts anderes übrig, als unser Verhalten zu ändern. Eine große Herausforderung für uns Menschen. Auch weil Veränderung mit einem hohen Maß an Selbstdisziplin einhergeht. Diese und der Wille, das Ziel zu erreichen, führen dann aber fast automatisch zu einer konsequenten Selbststeuerung. Wichtig im Zusammenhang mit Umsetzung in Unternehmen: Haben Menschen diese Selbststeuerung, brauchen sie weniger Motivation von außen, weil sie diese praktisch in sich haben. Was es für Führungskräfte wesentlich leichter macht. Führung heißt dann nämlich, den natürlichen Prozess einfach nur zu begleiten und von Fall zu Fall punktuell einzugreifen, wenn es notwendig ist.

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Keine Ursache ohne Wirkung!

Was hinlänglich als Kausalität bezeichnet wird, findet auch zum Thema Umsetzung seine Bestätigung. Die Auswirkungen des S.A.U.-Prozess sind ohne Frage dramatisch. Schaffen es Unternehmen nicht, den S.A.U.-Fallen zu entkommen, ist der wirtschaftliche Erfolg in Gefahr. Tappen einzelne Führungskräfte in die S.A.U.-Fallen, hat dies schädliche Auswirkungen sowohl auf deren Leben als auch auf das ihrer Mitarbeiter. Eines allerdings wollen wir an dieser Stelle betonen: Kausalität hin oder her – jeder hat immer die Möglichkeit, Bedingungen zu verändern! Wie dies gelingt? Mit nachfolgenden acht Erfolgshebeln (Phasen) zur Umsetzung:

1A = Auftrag: Wissen, wohin ich will
Keine Umsetzung ohne Auftrag. Erfolgt keine klare, transparente und messbare Zielbeschreibung, ist die Gefahr groß, auf den falschen Kurs zu kommen und so kein optimales Ergebnis zu erreichen.

2A = Analyse: Das Ergebnisteam auswählen
Die Analyse ist wichtig für die Auswahl und Führung des Teams. Im Mittelpunkt stehen die Verantwortung und Mitwirkung jedes Mitarbeiters, damit Aufgaben tatsächlich erfüllt werden.

3A = Adresse: Betroffene zu Beteiligten machen
Ein Brief ohne Adresse kann nicht zugestellt werden. Und doch meinen Führungskräfte, es werde sich von Infos schon jeder das herausgreifen, was für ihn wichtig ist. Weit gefehlt! Es macht Sinn, Mitarbeiter persönlich anzusprechen und so verantwortlich zu machen.

4A = Aktivität: Wissen, was zu tun ist
Nachvollziehbare Abläufe und Termine erleichtern die Umsetzung. Am Ende steht der gemeinsam entwickelte Plan. Je konkreter die Aktivitäten beschrieben sind, umso besser können sich die Mitarbeiter im Prozess selbst steuern.

5A = Antrieb: Menschen zur Umsetzung bewegen
Wenn Mitarbeiter „müssen“ statt „wollen“ und nicht wissen „warum“, ist in ihren Augen vieles bedeutungslos. Neue Aufgaben benötigen Antrieb. Die Aktivierung der individuellen Treiber gibt die nötige Startmotivation.

6A = Ausführung: Wissen, wie es zu tun ist
Oft wird nur das „Was“ besprochen, aber nicht das „Wie“. Die Folge davon ist Frust bei den Mitarbeitern, verstärkt durch Über- oder Unterforderung. Bei Ausführung wird gemeinsam entschieden, inwieweit Kompetenzen vorhanden, entwickelt oder delegiert werden.

7A = Ausrichtung: Erfolgreich zum Ziel navigieren
Ziele werden nur erreicht, wenn regelmäßige IST und SOLL abgeglichen und Arbeiten darauf abgestimmt werden. Die Leistung bleibt so auf einem hohen Niveau.

8A = Automatisierung: Verantwortung zur Selbststeuerung leben
Am Ende steht mit der Automatisierung die selbständige und freiwillige Umsetzung. Ziel ist, dass nicht nur der Prozess automatisiert abläuft, sondern auch das Ergebnis automatisiert erreicht wird.

Ausführlich behandelt werden sowohl die S.A.U.-Fallen als auch die 8A-Umsetzungsmethode im Buch „Umsetzen statt Scheitern“

* Elmar Lesch ist Inhaber der Unternehmensberatung für Vertrieb und Marketing LESCH CONSULT.
Ralf Koschinski ist Inhaber von VERTRIEBSMEISTER®, Institut für Unternehmensentwicklung.
Zusammen bewegen sie als UMSATZMEISTER® mit ihrem Methodeninstitut für Potentialentwicklung und Umsetzung Menschen zur Veränderung.

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