Training von Prozessen

Prozesse via Live-Experiences erlebbar machen

| Autor / Redakteur: Göran Göhring * / Annika Lutz

Gamification-Tools eignen sich gut für Trainings, da sie die Prozesse spielerisch und effektiv vermitteln können.
Gamification-Tools eignen sich gut für Trainings, da sie die Prozesse spielerisch und effektiv vermitteln können. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Unternehmensprozesse müssen durch die digitale Transformation neu gedacht werden – auch im B2B. Wer anstehende Veränderungen im Unternehmen jedoch nicht so kommuniziert, dass die Mitarbeiter mit Zuversicht in den Change-Prozess starten, muss mit Gegenwind rechnen. Zielgerichtete und unterhaltsame Live-Kommunikation hilft, Skepsis im Unternehmen vorzubeugen.

Eine ‚Kick-off’-E-Mail hier, ein digitales Handbuch da und vielleicht noch eine zentrale Projekthotline für Fragen – wer nun glaubt, mit diesen Maßnahmen lassen sich Mitarbeiter an Bord der geplanten Digitalisierungsprozesse locken, sei gewarnt. Denn Mitarbeiter, die mit trockenen und abstrakten Informationen regelrecht beschallt werden, entwickeln nur selten Lust auf Neues und Veränderungen. Sie sollten über Prozesseinführungen nicht nur lesen und das Merkblatt dazu im Ordner „Internes“ abspeichern. Stattdessen müssen sie digitalisierte Abläufe fühlen, verstehen, erleben und ihre Vorteile darin erkennen. Im Zuge der Digitalisierung ist das von größter Wichtigkeit – gerade auch bei den Unternehmensprozessen für Vertrieb und Handel in der B2B-Branche.

Der Mensch ist und bleibt wichtigster Prozessteilnehmer und -treiber. Um ihm regelrecht Vorfreude auf die Neuerungen im Unternehmen zu verschaffen, eignet sich die Kraft der Live-Kommunikation hervorragend. Gerade die B2B-Branche steht vor der Mammut-Aufgabe, hoch komplexe Digitalisierungs-Strategien zu implementieren. Deshalb sind Trainings das Mittel der Wahl, um die neuen technischen und digitalisierten Vorgänge zu vermitteln. Aber auch hier gibt es Stolpersteine: Viele Unternehmen sind der Auffassung, dass ein einzelner Workshop ausreicht, um das Team ins Boot zu holen. Schulungen, Workshops oder Trainings dürfen aber keineswegs als Einzelmaßname betrachtet werden. Nur Face-to-Face-Trainingsmaßnahmen, die erlebnisorientiert mit digitalen Modulen und unterschiedlichen Tools zur Lernunterstützung verzahnt werden sowie Wiederholungen in unterschiedlichen Frequenzen führen zum Erfolg.

Infotainment und Gamification für den Lernprozess

Um Mitarbeiter in Komplizen der digitalen Transformation zu verwandeln, gilt es, neue Prozesse unterhaltsam zu inszenieren und zu trainieren. So wecken Unternehmenslenker Begeisterung für die eigene Mission. Schnöde IT-Schaubilder sind nur für IT-Experten geeignet. Bei der Konzeption eines Prozesstrainings muss zunächst die Frage beantwortet werden, wie dem Team die Vorteile und der Nutzen für sich, den Kunden und für das Unternehmen erlebbar und damit verdeutlicht werden kann. Erst dann steigt man in die Tiefe, die inhaltlichen Änderungen und technischen Feinheiten ein.

Bei der Wissensvermittlung im internen Kommunikationsprozess hilft es, den Unterhaltungswert hoch zu halten. Da heute die digitalen Medien eine zentrale Rolle im Leben der Menschen spielen, bieten innovative und interaktive Face-to-Face-Formate sowie intelligente e-Learning-Tools hierfür das richtige Trainingserlebnis. Vorträge mit Frontalbeschallung, Faltblätter und Handbücher locken niemanden aus der Reserve. Deshalb sollten Führungskräfte-Trainings immer kurzweilig, interaktiv und digital gestaltet sein. Ein Vorteil von digitalen Tools und Challenges ist dabei, dass das Training ortsunabhängig und der Lernerfolg zu jeder Zeit einer Trainingsphase in Echtzeit evaluiert werden kann. Unternehmer erhalten nicht nur direkt Feedback zu Trainings, um diese zu optimieren, sondern können über interaktive Befragungen auch Daten über den Wissensstand der Teilnehmer erheben.

Mit Spiel, Spaß und Wiederholung

Gut funktionieren zum Beispiel Gamification-Tools, die Details der neuen Prozesse Schritt für Schritt in die Köpfe, aber auch Herzen der Mitarbeiter transportieren. Das Prozess-Training eines Automobilherstellers zeigt exemplarisch, wie solche spielerischen Elemente in Verbindung mit einer Challenge die Mitarbeiter motivieren können: Um an einem 24-Stündigen Face-to-Face-Trainingsworkshop teilnehmen zu können, beantworteten die Mitarbeiter im Vorfeld des Workshops mithilfe eines digitalen Tools fünf Fragen im Quiz-Duell. Wer genug Punkte sammelte, hat sich qualifiziert. Der Konkurrent im Duell wurde gezielt oder zufällig gewählt und über die Platzierung auf dem Leader-Board entschieden einzig die erspielten Punkte.

Auch ein unvergessliches Erlebnis hilft dabei, das Training und seine Inhalte in Erinnerung zu behalten. Exzellent eignen sich dafür beispielsweise Augmented- und Virtual Reality-Maßnahmen. Der Einsatz solcher Technologien ist gerade bei abstrakteren Themen, wie sie im B2B-Sektor üblich sind, Gold wert, denn AR/VR- Erlebnisse prägen sich ein. Durch ihre Verknüpfung mit einem packenden Erlebnis merken sich die Teilnehmer einer solchen Schulung die Inhalte tatsächlich sehr viel besser.

Weichen für die Zukunft

Nur selten gelingen Digitalisierungsprozesse vom Start weg. Aber mithilfe von Trainingsmaßnahmen – digital wie analog – können die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden. Voraussetzung ist, dass der Mitarbeiter als Mensch im Fokus der Überlegungen steht. Dann werden sie zu motivierten Komplizen und ermöglichen erfolgreiches und effizientes Unternehmertum. So zahlen Prozesstrainings voll auf die Wertschöpfung eines Unternehmens ein.

*Göran Göhring ist geschäftsführender Partner der auf Live-Experience fokussierten Agentur STAGG & FRIENDS.

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