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Systemumstellungen und Updates im B2B Shop- und Webseiten-Relaunch – so gelingt die Umsetzung von Major Updates

Autor / Redakteur: Jan-Hendrik Rauh* / Lena Müller

Muss Software durch große Systemumstellungen und Updates aktualisiert werden, bietet sich die hierbei die Gelegenheit, Webseite und Online-Shop einer Generalüberholung zu unterziehen. Doch die Umstellung auf ein neues System birgt auch unternehmerische Risiken.

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Renovierung gefällig? Schnelle Ladezeiten, funktionierende Verlinkungen und eine übersichtliche Struk-tur sind bei einer professionellen Webseite unerlässlich.
Renovierung gefällig? Schnelle Ladezeiten, funktionierende Verlinkungen und eine übersichtliche Struk-tur sind bei einer professionellen Webseite unerlässlich.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Eine professionelle Webseite oder ein nutzerfreundlicher, moderner Online-Shop gehören heutzutage auch im B2B zum Standard. Schnelle Ladezeiten, funktionierende Verlinkungen und eine übersichtliche Struktur sind dabei unerlässlich, um bei Kunden und Interessenten einen guten Eindruck zu hinterlassen und im besten Fall einen Lead zu generieren.

Die Funktionalität eines Online-Auftritts wird im Wesentlichen durch die ihm zugrundeliegenden Systeme bestimmt. Softwarehersteller stellen die Aktualität und Sicherheit ihrer Systeme durch regelmäßige Updates oder Major Upgrades sicher. Werden in Updates nur technische Verbesserungen integriert, kleine Sicherheitslücken geschlossen oder Bugs korrigiert, können diese bedenkenlos und ohne viel Auf-wand installiert werden – teilweise geschehen diese Änderungen sogar, ohne dass der Kunde etwas davon ahnt. Doch bei Major Updates oder ganzen Systemumstellungen ändern sich nicht nur die gesamte Nutzeroberfläche und die komplette Optik eines Online-Auftritts. Sondern auch das Backend und die technischen Gegebenheiten modernisieren sich in der Regel, um an diesen Stellen den neuesten Ansprüchen zu genügen, etwa was die Backend-Bedienung betrifft. Dies können Seitenbetreiber zum Anlass nehmen, die Webpräsenz grundlegend zu überholen und einen Relaunch durchzuführen.

Wann ist die Durchführung eines Upgrades notwendig?

Aufgrund der hohen Kosten, der immer mit einem Relaunch verbundenen Risiken und des hohen orga-nisatorischen Aufwands wird ein kompletter Relaunch häufig gescheut. In diesen Fällen ist er jedoch unvermeidbar und sollte mit hoher Priorität eingeplant und schließlich angegangen werden:

  • Wenn ein in die Jahre gekommenes System neben Sicherheitsrisiken auch die Gefahr birgt, von der Konkurrenz funktional und optisch abgehängt zu werden.
  • Wenn die Betriebskosten eines gewachsenen Systems höher sind als die Relaunch-Kosten eines neuen und verbesserten Systems. Achtung: Hier müssen die totalen Kosten beachtet werden und nicht nur die Projektkosten. Eine umständliche Bedienung und manuelle Geschäftsprozesse, die mit einem neuen System automatisch einhergehen, führen ebenfalls zu hohen Kosten.
  • Wenn sich durch einen Relaunch die Chance bietet, auf eine andere und möglicherweise bessere Technologie umzusteigen.
  • Wenn die Vorgängerversionen des Shop-Systems von den Softwareherstellern nur noch für kurze Zeit mit Bugfix und Security Releases versorgt werden.

Bei brandneuen Systemen empfiehlt es sich trotz vieler Verbesserungen und neuer Funktionen, die eine Systemumstellung im Rahmen eines Relaunches mit sich bringt, zunächst noch etwas abzuwarten. Denn jedes neue System hat Kinderkrankheiten und Bugs, die erst im Laufe der Zeit identifiziert und mit neu-en Releases behoben werden müssen. Dies dauert in der Regel mehrere Wochen oder sogar bis zu neun Monate. In sehr frühen neuen Software-Versionen fehlen zum Beispiel häufig noch Drittanbieterplugins, die von den Anbietern der Plugins erst noch für das neue System programmiert werden müssen. Kunden haben die Wahl, entweder wenige Monate auf das Plugin zu warten oder für eine Individualprogrammierung zu zahlen, die sie dann früher zur Verfügung haben.

Wie läuft ein Upgrade-Projekt ab?

Wird ein Relaunch beziehungsweise Upgrade professionell durchgeführt, wird zunächst – ganz egal, ob im Relaunch klassische oder agile Projektmanagementmethoden verwendet werden – ein Projektablaufplan mit den Projektphasen Analyse, Planung, Vorbereitung, Zielsetzung, Umsetzung und Erfolgskontrolle aufgestellt. Tipp: Seitenbetreiber sollten schon vor dem Beginn des Upgrade-Projekts sicher-stellen, dass sie gute Kenntnisse vom bisherigen System und den für den Betrieb der Seite oder des Online-Shops essenziellen Funktionen besitzen. So wird gewährleistet, dass alle wichtigen Funktionen auch nach der Umstellung wieder vorhanden sind.

Welche Auswirkungen hat ein Relaunch auf SEO und SEA?

Ein großes Upgrade hat auch Auswirkungen auf die Bereiche SEO und SEA. Um die negativen Effekte so gering wie möglich zu halten, sollte in HTML, JavaScript und CSS technisch alles richtig aufgesetzt wer-den, zum Beispiel sollten wichtige Weiterleitungen richtig eingestellt werden. Tatsache ist, dass das Tracking, was zuvor über Wochen und Monate sensibel eingestellt wurde, unter einem Relaunch leiden wird. Ein kompetenter Dienstleister, der das Upgrade beziehungsweise den Relaunch überwacht und durchführt, wird alles daransetzen, die negativen Auswirkungen auf SEO und SEA durch eine technisch einwandfreie Vorbereitung so gering wie möglich zu halten.

Wie lange dauert eine Systemumstellung?

In der Regel dauert die Projektumsetzung mindestens sechs Monate. Von dem Entschluss, dass gerelauncht werden soll, über die Suche eines geeigneten Dienstleisters, dessen Auswahl, Konzeption und Umsetzung bis zum GoLive können auch neun bis zwölf Monate vergehen. Ungünstig ist hierbei, wenn während des laufenden Projekts bereits neue Updates kommen, die bisher erreichte Ziele durch neue Gegebenheiten zunichtemachen. Das sollte beim Projektablaufplan berücksichtigt werden. Ein Hauptaugenmerk sollte bei einem Relaunch vor allem auf der Analyse, Konzeption und dem Design liegen. Ins-besondere das Design wird von Kunden registriert und könnte ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Die spätere Optik sollte demnach gewissenhaft durchdacht und nachträglich nur noch geringfügig an-gepasst werden. Die technische Automatisierung im Hintergrund bleibt von einem Kunden dagegen meist unbemerkt und kann auch noch im Nachgang angepasst werden.

Mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Ein guter Relaunch mit einer eigenen Konzeptionsphase, einem individuellen Design, den gängigen Lösungen für Payment und Versand sowie anderen zu integrierenden Plugins, wie zum Beispiel für Newsletter oder das Consent-Layer, startet ab etwa 20.000 Euro. Kommen Datenmigration und die Anbindung von Drittsystemen hinzu, kann sich dieser Betrag schnell verdoppeln. Weitere Extras, die vielleicht nicht technisch notwendig sind, aber die Nutzerfreundlichkeit verbessern, erhöhen die Kosten zusätzlich.

Laut Expertenempfehlung soll eine Webseite oder ein Online-Shop in der Regel nur alle fünf Jahre überarbeitet werden. Wenn also ein Relaunch durchgeführt wird und neue Upgrades nicht nur funktionale, sondern auch sicherheitsrelevante Verbesserungen liefern, sollten Seitenbetreiber bei den Kosten keine Abstriche machen und sich im Idealfall professionelle und erfahrene Unterstützung holen.

*Jan-Hendrik Rauh ist Geschäftsführer der Löwenstark Digital Solutions GmbH.

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