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SEMSEO Referentenbefragung Sieben Tipps zur strategischen Planung von Inhouse-SEO

| Redakteur: Gesine Herzberger

Möchte man Suchmaschinenoptimierung erfolgreich und nachhaltig betreiben, braucht das viel Zeit. Daher entscheiden sich immer mehr Firmen gegen eine auf SEO spezialisierte Agentur und für einen sogenannten „Inhouse-SEO“.

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Wenn SEO inhouse betrieben wird, kann viel schiefgehen. Das sollten Sie vermeiden!
Wenn SEO inhouse betrieben wird, kann viel schiefgehen. Das sollten Sie vermeiden!
(Bildquelle: Fotolia.com © iko )

Je nach Anforderung und Umfang der Arbeiten wird intern sogar eines ganzes SEO-Team aufgebaut. Das hört sich einfach an – aber ist es das auch? Welche Vorteile hat Inhouse-SEO? Wie effizient und sinnvoll ist es? Und wo lauern Gefahren? Im Vorfeld der Fachkonferenz für Suchmaschinenmarketing und -optimierung SEMSEO haben die Veranstalter bei den SEMSEO-Fachreferenten nachgefragt.

Sieben Stolpersteine

In einem sind sich die Experten einig: Inhouse-SEO ist nicht einfach. Allein die Komplexität der Suchmaschinenoptimierung sorgt für viele Stolpersteine, in die gerade Mitarbeiter, die SEO in einem Unternehmen alleinverantwortlich betreuen, nur allzu leicht stolpern können. Insgesamt identifizierten die SEMSEO-Referenten sieben Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

  • 1. Planung: Stolperstein Nummer Eins für Inhouse-SEOs lauert bereits vor dem Beginn der eigentlichen Arbeit, nämlich bei der strategischen Planung. „Meist wird am Anfang von SEO-Projekten zu wenig Zeit darauf verwendet, die Ziele möglichst konkret zu definieren. Das erschwert später die Bewertung und macht eine Erfolgskontrolle quasi unmöglich. Gerade bei heiß diskutierten Trendthemen – wie aktuell auch Content-Marketing – wird oft planlos agiert“, meint Nils Dreyer, Gründer und Geschäftsführer der textprovider GmbH. Er rät, auf Ad-hoc-Projekte zu verzichten und stattdessen Strategien mit einem Zeithorizont von mindestens zwölf Monaten zu planen – inklusive Monatsbudgets.
  • 2. Budget für SEO-Tools: Apropos Budget: Auch an den Mitteln für SEO-Tools darf man nicht sparen. „Unternehmen, die ihr SEO inhouse betreuen lassen, sparen meiner Erfahrung nach bei den SEO-Tools – und damit an der völlig falschen Stelle. Online-Marketing- und SEO-Agenturen hingegen haben in der Regel mehr finanzielle Möglichkeiten, mehrere professionelle Tools für die Suchmaschinenoptimierung einzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Mario Fischer, Hochschulprofessor und Chefredakteur des Fachmagazins Website Boosting.
  • 3. Einblick in SEO-Tools: Wie gesagt, sind SEO-Tools an sich sehr hilfreich. Allerdings nur, wenn man sie zu bedienen und die Werte zu interpretieren weiß, gibt Georg Matzat, Head of SEO bei der Booming GmbH, zu bedenken: „Eine häufige Stolperfalle, besonders für kleine Shops oder Unternehmen, ist das blinde Verlassen auf SEO-Tools, deren Metriken man nicht 100-prozentig versteht oder hinterfragt. Außerdem haben Inhouse-SEOs im Gegensatz zu Agenturen keinen Überblick darüber, ob Sichtbarkeitsänderungen, Abstrafungen oder Rankingverluste auch andere Websites betreffen oder ob nur ein akutes Problem auf der eigenen Seite besteht.“
  • 4. Fachaustausch: Aber auch das beste Tool nützt nichts ohne das entsprechende Know-how. Und da sich in Sachen SEM und SEO permanent etwas tut, hilft hier nur der Austausch mit anderen Experten. „Das grundlegende Problem eines Inhouse-SEOs liegt oft darin, dass man – anders als bei einer Agentur – eben nicht Zugriff auf zig Websites und deren Optimierungsmaßnahmen und Daten hat. So lässt sich kein Wissen von einem Projekt zum anderen transferieren, das einem zum Beispiel bei Google-Updates, Penalties oder allgemeinen strategischen Fragen helfen könnte“, erklärt Markus Hövener, geschäftsführender Gesellschafter der Bloofusion GmbH. Sein Tipp: Einschlägige Blogs, Onlineforen, Fachmagazine oder Stammtische sind gute Möglichkeiten, um auf dem Laufenden zu bleiben und Wissen weiter auszubauen. Markus Kellermann, Geschäftsführer von MK:NETmedien, ergänzt: „Um über den eigenen Tellerrand zu schauen und Markt-Erkenntnisse zu bekommen, kann auch der Austausch mit Agenturen oder SEO-Experten im Rahmen von Consulting-Leistungen sinnvoll sein.“
  • 5. Interne Unterstützung: Trotz allem Input von Außen kann es ohne Support aus den eigenen Reihen aber immer noch schwierig werden, weiß Filip Grizelj, Geschäftsführer der eviom GmbH. „Inhouse-SEOs müssen sich auch intern gegenüber den verschiedenen Stakeholdern im Unternehmen behaupten, wie dem klassischen Marketing, der PR und IT, aber auch der Geschäftsführung. SEO als interdisziplinäres Thema bedarf der Unterstützung des gesamten Unternehmens. Ohne diese scheitern viele SEO-Projekte.“ Damit das nicht passiert, sollte sich der Inhouse-SEO immer als Schnittstelle verstehen und die Kommunikation mit den verschiedenen Parteien pflegen.
  • 6. Kommunikationsfluss: Natürlich haben die Referenten auch zu diesem Thema ein paar gute Tipps. Das Mittel der Stunde, um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens bei SEO-Projekten optimal zu gestalten: Ein Projektmanager! „Oft werden SEO-Spezialisten gesucht. Dabei wird jedoch übersehen, dass man in erster Linie einen guten Projektmanager benötigt, um die Komplexität des Themas zu beherrschen und die notwendigen Maßnahmen unternehmensintern umzusetzen. Fachexpertise kann notfalls extern hinzugezogen werden“, meint Jens Fauldrath, geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting GmbH.
  • 7. Rechtssicherheit: Viele Experten beherrschen zwar die technischen Finessen von SEO, tappen aber bei den rechtlichen Aspekten im Dunkeln. Anwalt Dr. Thorsten Graf kennt sich aus: „Bei der Suchmaschinenoptimierung sind immer auch Fragen des Wettbewerbs- und Markenrechts relevant. Dürfen fremde Markennamen für SEO eingesetzt werden? Wie müssen Widerrufsbelehrung, AGB, Impressum, Datenschutzerklärung aussehen? Wann greift das Urheberrecht, zum Beispiel bei der Verwendung fremder Texte?“ Thorsten Graf empfiehlt, Rechtsfragen und Texte von einem Experten überprüfen zu lassen, um unnötige Abmahnungen zu vermeiden.

Mehr Wissen rund um Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing bekommen Sie am 25. und 26.04. auf der SEMSEO in Hannover. Dort können Sie natürlich auch die Referenten kennenlernen.

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