Digitalisierung in Handel, Produktion und Herstellung

Sind deutsche Unternehmen reif für die digitale Transformation?

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Noch nicht reif für die Digitalisierung? Eine aktuelle Studie der Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigt, dass Unternehmen aus den Bereichen Handel, Produktion und Herstellung überwiegend nicht für die Digitalisierung gerüstet sind.
Noch nicht reif für die Digitalisierung? Eine aktuelle Studie der Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigt, dass Unternehmen aus den Bereichen Handel, Produktion und Herstellung überwiegend nicht für die Digitalisierung gerüstet sind. (Bild: Pixabay, CC0 Public Domain)

Nein – zumindest die Mehrzahl von ihnen nicht! Das zeigt jetzt eine Studie des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Fünf Reifegrade geben darin Aufschluss über den Digitalisierungsgrad von Unternehmen aus den Bereichen Handel, Produktion und Herstellung.

Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen erreicht die oberen beiden Reifegrade oder gilt als digitalisiert.

Das Bild, das die Untersuchung der Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zeichnet, spricht eine deutliche Sprache: Jedes zehnte Unternehmen befindet sich demnach in der sogenannten „Ruhe-Phase“, dem niedrigsten Reifegrad. Eine angepasste Strategie oder gar digitale Kompetenzen auf Seiten der Mitarbeiter fehlen in diesen Unternehmen. Im Reifegrad zwei, der „Starter-Phase“, finden sich 15 Prozent der befragten Unternehmen wieder. Erste digitale Projekte sind zwar erkennbar, werden jedoch nur vereinzelt umgesetzt. Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen ordnet die Studie in der „Pilot-Phase“ ein, in der anhand erster Erfahrungen mit digitalen Projekten bereits sporadisch Strategien umgesetzt werden. Impulse gehen dort von der Führungsebene aus, so dass crossfunktionale Teams entstehen, die zumindest ein Grundbewusstsein für die digitale Transformation entwickeln.

Knapp ein Drittel in der „Digitalisierungsphase“

Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen befinden sich bereits in der „Digitalisierungsphase“ – das entspricht Reifegrad vier. Hier ist der kulturelle Wandel schon deutlich erkennbar; die Digitalisierung erreicht die Führungsstrategie, Kernprozesse, Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens und führt bereits zu positiven wirtschaftlichen Effekten. Jedes sechste Unternehmen erreicht den höchsten Reifegrad fünf und gilt damit als „digitalisiert“: Die Digitalisierung zieht sich durch sämtliche Prozesse, die Online-Welt ist mit der Offline-Welt perfekt verzahnt und die gesamte Organisation ist auf die Umsetzung digitaler Prozesse ausgerichtet.

Achim Himmelreich ist Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V.
Achim Himmelreich ist Vizepräsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (Bild: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.)

„Selbstwahrnehmung zu optimistisch!“

„Die Selbstwahrnehmung deutscher Handelsunternehmen ist mitunter deutlich zu optimistisch und schönt die Wirklichkeit“, kritisiert BVDW-Vizepräsident Achim Himmelreich. „Deutsche Handelsunternehmen werden sich im globalisierten Wettbewerb nur dann behaupten können, wenn sie sich der digitalen Transformation stellen, alle Bereiche und Facetten ihrer Strategie der Digitalisierung unterordnen und eine entsprechende Kultur im Unternehmen verankern. Doch die in Deutschland auch durch die Politik vorgelebte Kultur der Skepsis steht notwendigen – wenn auch mutigen – Entscheidungen nicht selten im Weg.“

Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen befinden sich bereits in der „Digitalisierungsphase“

Zur Studienerhebung:

Für die Studie wurden Führungskräfte von 100 Unternehmen aus den Bereichen Handel, Produktion und Herstellung in Deutschland befragt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie hier kostenlos herunterladen.

Ergänzendes zum Thema
 
Über den BVDW:

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