Teil 1: Unternehmenswachstum So gelingt nachhaltiges Unternehmenswachstum

Autor / Redakteur: Stefanie Peters und Helga Trölenberg* / Viviane Krauss

Für viele Unternehmen ist Wachstum das primäre Ziel nach einer Gründung. Wie aber können Firmen dies auf eine nachhaltige und werteorientierte Art und Weise erreichen? Im ersten Teil erfahren Sie mehr über die ersten beiden Schritte hin zu einem nachhaltig erfolgreichen Unternehmenswachstum.

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Ist sich das Gründerteam der einzelnen Wachstumsphasen bewusst, können sie sich darauf einstellen und Herausforderungen proaktiv angehen.
Ist sich das Gründerteam der einzelnen Wachstumsphasen bewusst, können sie sich darauf einstellen und Herausforderungen proaktiv angehen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die deutschen Jungunternehmen sind so zahlreich wie vielfältig in ihren Geschäftsmodellen. Die dahinterstehenden Unternehmensgründer verfolgen oftmals ganz unterschiedliche Ziele. Doch in einem Punkt sind sie sich alle einig: Ihre Unternehmen sollen möglichst zeitnah einen gewissen Wachstumspfad aufzeigen. Allerdings bedeutet schnelles Wachstum nicht gleichzeitig auch nachhaltiges Wachstum. Es kommt also auf weit mehr an, um auch langfristig Erfolge verbuchen zu können.

Die Gründungsphase verlangt Mut und volle Einsatzbereitschaft

Ein Unternehmen zu gründen, ist ein echter Kraftakt. Diese erste Phase verlangt den Gründern oft sehr viel ab. Zunächst bedarf es einer wirklich zündenden, innovativen Idee, die einen echten Mehrwert bietet und ein konkretes Problem löst. Damit schließt diese Phase aber bei weitem noch nicht. Was braucht es also noch, neben dem Plan, ein Unternehmen zu gründen und damit ein bestimmtes Problem zu lösen? Gefragt sind ein hohes Maß an Vertrauen sowie volles Commitment. Man muss also nicht nur an sich selbst und an sein Team – sofern bereits eines besteht – glauben. Es bedarf der Bereitschaft, alles auf eine Karte zu setzen. Dies impliziert, dass man dazu fähig ist, sich für einige Monate nur auf dieses eine Vorhaben zu konzentrieren. Das ist für viele gar nicht so einfach, wie es sich anhören mag. Es braucht dafür eine ganze Menge Mut sowie eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen. Beide Komponenten stellen gleichzeitig eine wichtige Basis für den zukünftigen Erfolg dar.

Teil der Gründungsphase ist es auch, eine erste Testversion des Produktes oder des Services (auch Minimum Viable Product, kurz MVP genannt) zu entwickeln. Dabei wird in einem iterativen Prozess getestet, wie die anvisierte Zielgruppe das Produkt nutzt und dessen Nutzen wertschätzt. Mittels vieler Test-Feedback-Anpassungsschleifen kann man sicherstellen, dass das Produkt oder der Service letztlich auch den Bedürfnissen des Marktes entspricht.

Diese erste Wachstumsphase, die Gründungsphase, in der sich Unternehmen und Produkt beziehungsweise Service ständig weiterentwickeln, verläuft in aller Regel sehr dynamisch. Das Gründerteam hat viele Themen zu bewältigen und muss gleichzeitig auch alle operativen Aufgaben effizient erledigen. Dabei darf auch ein strategisches Vorgehen nicht zu kurz kommen. Sprich: Das Unternehmen muss anhand eines überzeugenden Businessplans Investoren für eine erste Finanzierung gewinnen und Wachstumskapital beschaffen. Nur so kann die finanzielle Grundlage für den nächsten Schritt, die „Scale-up“-Phase, sichergestellt werden.

Die „Scale-up“-Phase braucht Struktur und Vertrauen

Ist die Gründungsphase samt Produktentwicklung sowie ersten Umsätzen erst einmal angelaufen, gilt es, das Geschäftsmodell zu skalieren. Hier geht es vorrangig darum, die unternehmensinternen Prozesse und Abläufe so zu verbessern, dass eine deutlich höhere Stückzahl produziert und vertrieben werden kann. Doch wie genau lässt sich das angehen? Digitale Tools, Software-Lösungen und Algorithmen helfen nicht nur dabei, Prozesse effizienter zu gestalten, sondern können diese auch oft gänzlich automatisieren.

Aber warum wollen so viele Unternehmen eigentlich so schnell wachsen? Insbesondere in den Fällen, in denen Investoren am Unternehmen beteiligt sind, drängen diese oftmals auf die Rentabilität des Geschäftsmodells und verlangen deshalb schnelles Wachstum. Gegebenenfalls ist aus demselben Grund für die Kapitalgeber auch eine Internationalisierung von Interesse, so dass sich schnell Marktanteile auch im Ausland sichern lassen. Dazu benötigen die Firmen zeitnah weitere Mitarbeiter, um dem steigenden Workload auch gerecht zu werden. Besonders wichtig in dieser Phase ist, dass die internen Abläufe klar strukturiert sind. Andernfalls kann eine zu ambitionierte Skalierung im Chaos enden. Die meisten Gründer müssen in dieser Phase lernen loszulassen, den Mitarbeitern zu vertrauen und Zuständigkeiten abzugeben und zu delegieren. Denn ab einer gewissen Größe ist es ganz normal, dass man als Gründer nicht mehr den Überblick über alle Aufgaben und Entscheidungen behalten kann. Nur so kann man gesundes und langfristiges Wachstum für sein Business gewährleisten.

Fazit

Fest steht: Nahezu jedes Unternehmen möchte wachsen. Dieses Wachstum gliedert sich in unterschiedliche – insgesamt vier – Phasen. Je nachdem können diese schneller oder langsamer, leichter oder schwieriger ablaufen. Das Wichtigste: Ist sich das Gründerteam dieser einzelnen Phasen bewusst, können sie sich darauf einstellen und Herausforderungen proaktiv angehen. So kann ein dynamisches, erfolgreiches und nachhaltiges Wachstum gelingen. Um die weiteren beiden Phasen, die den Jungunternehmen ein nachhaltiges Wachstum ermöglichen sollen, geht es im zweiten Teil der Reihe.

*Stefanie Peters ist Gründerin und CEO und Helga Trölenberg ist Senior Enablerin bei enable2grow.

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