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Weihnachtsstudie So weihnachtet Deutschland 2019

Redakteur: Julia Krause

In dieser Weihnachtsstudie wurde erforscht, wie Deutschland in 2019 Weihnachten feiert – mit überraschenden Ergebnisse. Denn es sind vor allem junge Menschen, die Wert auf Traditionen legen. Weiter zeigt sich – wie im Marketing auch – an Weihnachten, dass alles persönlicher wird. Wie die Deutschen an Weihnachten ticken, erfahren Sie hier.

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Gemeinsame Events und Selbstgemachtes werden von jüngeren Menschen 2019 sogar mehr gewünscht als von den älteren.
Gemeinsame Events und Selbstgemachtes werden von jüngeren Menschen 2019 sogar mehr gewünscht als von den älteren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Geschenke werden persönlicher

Persönliches und Erlebnisse zu verschenken, ist Weihnachten 2019 stark im Kommen. Zwar ist Geld noch immer der Wunsch Nummer 1 (42 Prozent), er nimmt im Vergleich zum Vorjahr allerdings um einen Prozentpunkt ab und ist laut Prof. Rauschnabel nur „eine Notlösung für alle, die keine Zeit oder Ideen haben“. Im Gegensatz dazu sind persönliche Geschenke und Erlebnisse immer beliebter: Haben sich 2018 nur 36 Prozent der Beschenkten eine Reise gewünscht, sind es in diesem Jahr sind es bereits 42 Prozent. Auch der Wunsch nach gemeinsamen Ausflügen steigt von 37 Prozent auf 43 Prozent an. Besonders spannend ist dabei, dass gemeinsame Erlebnisse und Selbstgemachtes von jüngeren Konsumenten sogar mehr gewünscht werden als von den älteren.

Im Bereich der Technologien tut sich wenig

Wie bereits im letzten Jahr gehören diese zu den weniger präsenten Artikeln auf den Wunschzetteln. Laut Prof. Rauschnabel „sind die Märkte gesättigt. Smartphones und Tablets wurden zwar besser und schneller – die meisten Konsumenten sehen sie aber nur als Ersatzkäufe an. Echte Innovationen gibt es aus Konsumentensicht nicht“. Die größte Steigerung zeigt sich beim Wunsch nach Wearables: Sie klettern von 11 Prozent auf 15 Prozent, dicht gefolgt von Smart Home Produkten – hier ist ein Anstieg von 11 Prozent auf 14 Prozent zu sehen. Tablets sanken auf den Wunschlisten von 23 Prozent in 2018 auf 21 Prozent in diesem Jahr.

Fast ein Drittel feiert ohne Weihnachtsbaum

Rund die Hälfte aller Befragten (51 Prozent) werden in diesem Jahr mit einem echten Weihnachtsbaum feiern. Knapp jeder Fünfte (18,3 Prozent) feiert mit einem künstlichen Weihnachtsbaum und gut 30 Prozent verzichten sogar ganz auf einen Weihnachtsbaum. Dabei gibt es durch aus regionale Unterschiede: Im Osten Deutschlands hat knapp jeder vierte Haushalt einen künstlichen Tannenbaum (23,5 Prozent), gefolgt vom Westen (21,3 Prozent) und dem Süden Deutschlands (16,2 Prozent). Am traditionellsten feiern die Norddeutschen: Hier feiern 59,7 Prozent mit einem echten Weihnachtsbaum und nur 9,9 Prozent mit einem künstlichen.

Ähnlich sieht es beim Weihnachtsbaum-Kauf aus: Die Norddeutschen kaufen ihre Weihnachtsbäume erst kurz vor Weihnachten, während die anderen Regionen 2 bis 3 Tage früher dran sind. „Um den 20. Dezember werden die meisten Deutschen ihren Weihnachtsbaum kaufen. Daher mein Tipp: Schauen Sie schon am 17. oder 18. Dezember nach einem Baum. So entziehen sie sich nicht nur vollen Weihnachtsbaumständen, sondern auch dem Wettbewerb um die besten Bäume“, so Prof. Rauschnabel.

Nur noch 12,7 Prozent nutzen echte Kerzen auf ihrem Weihnachtsbaum. Die große Mehrheit setzt auf elektrische Kerzen (82,1 Prozent). Grundsätzlich ist die Beleuchtung des Weihnachtsbaums aber ein Muss, denn nur 0,6 Prozent verzichten vollständig auf eine Beleuchtung. Bei jungen Menschen ist jedoch eine leichte Tendenz zurück zu echten Kerzen zu erkennen.

Christkind oder Weihnachtsmann?

Ein polarisierendes Diskussionsthema ist die Frage, wer eigentlich an Weihnachten die Geschenke bringt: Der Weihnachtsmann oder das Christkind? Im Norden (82,9 Prozent) und Osten Deutschlands (86,6 Prozent) ist es der Weihnachtsmann, der die Geschenke bringt, im Westen (60,7 Prozent) und Süden (68,9 Prozent) ergattert jedoch das Christkind beachtliche Marktanteile am Geschenkemarkt.

Über die Hälfte geht an Weihnachten nicht die Kirche

Knapp 16 Prozent der Befragten sind sich Anfang Dezember noch unsicher, ob sie an Heiligabend in die Kirche gehen werden oder nicht. Bei 60 Prozent der Befragten ist jedoch bereits jetzt klar, dass sie an Weihnachten nicht in die Kirche gehen wollen. Nur etwas 21 Prozent planen einen Kirchenbesuch an Weihnachten fest ein. „Entgegen unserer Erwartungen sind das aber nicht die älteren Menschen. Bei der Generation Z sind es knapp 31 Prozent, bei den Boomers nur 21,6 Prozent.“, so Katrin Brunner.

Last Christmas: Daran scheiden sich die Geister

„Last Christmas“ von Wham ist auch 2019 das polarisierendste Weihnachtslied. Fast jeder Deutsche (97 Prozent) kennt es. Unter diesen finden es 48,5 Prozent (sehr) gut, 33,5 Prozent bewerten es als (sehr) nervig und nur 18 Prozent der Befragten haben eine neutrale Meinung zu diesem Alltime-Weihnachts-Klassiker. Allerdings gibt es auch hier regionale Unterschiede: Im Osten bewerten mehr Menschen das Lied positiv (54,4 Prozent) als negativ (24,3 Prozent), während das Verhältnis im Süden Deutschlands eher ausgeglichen ist (45,1 Prozent positiv; 40,5 Prozent negativ). „Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ,Driving Home for Christmas' spielen. Denn nur 18,8 Prozent der Befragten sind von diesem Lied genervt und mehr als die Hälfte (51,9 Prozent) finden es (sehr) gut“, so Katrin Brunner.

Zur Weihnachtsstudie

Die Studie wurde durchgeführt von Prof. Philipp Rauschnabel und Katrin Brunner von der Professur für digitales Marketing und Medieninnovation an Universität der Bundeswehr München. Befragt wurden mehr als 1.000 Bürgerinnen und Bürger vom 6. bis 8. Dezember 2019 – repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Wohnort.

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