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Werbung & PR verschwimmen zunehmend im Internet Social-Media-Potenzial im B2B-Bereich ist enorm – Beispiele für PR-Möglichkeiten im Logistikmarkt

| Redakteur: Christian Schmitt

Der Logistikmarkt individualisiert sich. Der Erklärungs-, Kommunikations- und Positionierungsbedarf explodiert. Zur Kundenbindung, -gewinnung und Imageverbesserung sind mehr denn je PR-Präzisionsinstrumente erforderlich.

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transport logistic 2011 mit Facebook-Präsenz und Twitterwall: Über gezielte Schlagworte, sogenannte Hashtags, können Messebesucher erstmalig mobil Statements abgeben und sich austauschen.
transport logistic 2011 mit Facebook-Präsenz und Twitterwall: Über gezielte Schlagworte, sogenannte Hashtags, können Messebesucher erstmalig mobil Statements abgeben und sich austauschen.
(Bildquelle: Facebook)

Klassische und digitale. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Werbung & PR zunehmend und das Internet wird zum Kommunikationsmedium Nr. 1.

Das Web bietet Logistikakteuren aller Couleur diverse günstige PR-Möglichkeiten. Neue Kanäle wie Presse- und Videoportale, Podcasts, Blogs, Facebook, Twitter, XING & Co. ergänzen die traditionelle PR-Arbeit. Über diese Onlinemedien lassen sich Nachrichten gezielt steuern und weit verbreiten. Direkt an bestehende und potenzielle B2B-Kunden. Schnell und kostengünstig.

Die Medienrealität mit ständig neuen Kommunikations- und Veröffentlichungsmöglichkeiten ist nicht nur eine Herausforderung. Sie führt auch zu einem Paradigmenwechsel. Denn bei den klassischen Medien entscheiden Redakteure, was wie wann und wo erscheint. Online hingegen stehen diverse Medien zur Selbstveröffentlichung parat. Uneingeschränkt, an jedem Ort, rund um die Uhr.

Online-Pressemitteilungen werden als Marketinginstrument immer wichtiger. Über Online-Portale lanciert, erhöhen sie die Reichweite signifikant, sprechen neue Zielgruppen an und verbessern das Reputationsmanagement. Vor allem generieren sie wertvolle Verlinkungen auf die eigene Website und pushen das Suchmaschinenranking. Was wichtig ist, weil Google mit 200 Mio. Zugriffen pro Tag zur Themenhomepage geworden ist. Wer nicht professionell dafür sorgt, dass er dort auf Seite eins gefunden wird, verspielt freiwillig und fahrlässig Marktchancen.

Social Media sind heute die meist frequentierten Websites und laut US-Filmstar Bill Cosby „das Kokain der Kommunikationsbranche“. Rauschähnlich intensivieren sie die Unternehmenspersönlichkeit. Auch in der Logistik. Im Web 2.0 können statt der branchenüblichen statischen Webseiten über Schnittstellen eigene Texte und Multimedia-Dateien eingestellt, bewertet, gefiltert, verlinkt und diskutiert werden. Aus der Einbahnstraßenkommunikation wird schlagartig ein dynamischer Dialog mit sozialer Interaktion und Kollaboration. Mit dem Nutzer im Mittelpunkt.

Umfragen zeigen, dass Logistikakteure die neue Medienrealität noch skeptisch betrachten. Vielen sitzt die Angst vor dem schwindenden Kontrollverlust über die Kommunikation im Nacken. Auch sind Erfolge kurzfristig nicht einfach zu messen, weil ein Return-on-investment (ROI) sich nicht von heute auf morgen abzeichnet.

Grund: Corporate Social Media sind ein langwieriger, stetiger und nachhaltiger Prozess. Sie setzen eine klare Strategie und Ressourcen voraus. Social Media generieren nicht über Nacht Umsatz, sondern Authentizität, Kompetenz und Vertrauen. Erst das lässt dann die Kasse klingeln.

Dabei ist das Social-Media-Potenzial im B2B-Bereich enorm und darf nicht ignoriert werden. Denn der radikale Kommunikationswandel zerlegt Firmen und ihre Agenturen schonungslos in eine transparente Evolutionskette. Viele verharren wie hypnotisiert noch in den starren, konventionellen Marketingstrukturen des statischen Web 1.0 (digitale Broschüre als Homepage). Mit der Folge, dass sie – schneller als ihnen lieb ist – von den digitalen Trendsettern des Web 2.0 abgehängt werden.

Social Media ermöglichen Logistikern, eigene Inhalte zu veröffentlichen und neue Zielgruppen zu erreichen. Erfolgreiches Agieren setzt aber Öffnung und menschliche Nähe voraus. Unternehmen bekommen ein Gesicht und es „menschelt“. Statt statische Internetseiten und Werbefloskeln konsumieren zu müssen, können Besucher direkt kommunizieren. Firmen bekommen ein unmittelbares Feedback auf ihre Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen. Autovermieter Konstantin Sixt hierzu: „Social Media sind für uns kostenlose Marktforschung. Wir lernen von unseren Kunden und erfahren ihre Wünsche.“

Kunden machen ständig Erfahrungen mit Produkten oder Dienstleistungen und tragen diese weiter. Social Media beschleunigen somit das Empfehlungsmarketing. Kunden wollen sich mit Marken identifizieren und Teil einer Community sein. Sie werden zu Multiplikatoren und Wachstumstreibern. Empfehlungen von Bekannten, Freunden oder Geschäftspartnern sind somit die beste Firmen-PR.

Starke Marken setzen sich emotional in den Köpfen fest und ziehen sich gegenseitig an. Erreicht eine Marke viele Adressaten, wird im Social Web über sie gesprochen – so oder so. Ein eigenes Social-Media-Engagement kanalisiert Diskussionen und zieht diese auf eigene Plattformen. Mit dem Vorteil, dass Nutzer sich dort und nicht auf fremden Kanälen über eine Marke austauschen. Konversationen können hierdurch erfasst, kontrolliert und beeinflusst werden. Auf negative Rückmeldungen kann sofort reagiert werden. Verärgerte Kunden werden wieder Fans.

Qualitative Inhalte und Social-Media werden zunehmend auch im Google-Suchalgorithmus berücksichtigt. Das beeinflusst die Suchergebnisse unmittelbar. Bei einem Social-Media-Engagement tauchen neben der eigenen Homepage schnell weitere unternehmensbezogene Suchmaschinenergebnisse auf.

Klar ist, dass Corporate Social Media weder die klassische Unternehmenskommunikation noch die klassischen Medien ersetzen. Sie sind aber keinesfalls nur heiße Luft. Denn Presseportale, Blogs, Foren und soziale Netzwerke sorgen für ein reges Hintergrundrauschen (Buzz). Dadurch generierte Backlinks verweisen auf die Firmen-Homepage, steigern die Aufmerksamkeit und pushen die Google-Bewertung.

Social Media sind nach Expertenansicht der größte Umbruch seit der industriellen Revolution. Allein bei Facebook tummeln sich über 600 Mio. Nutzer. Jeder dritte Deutsche ist schon bei Facebook. Wäre Facebook ein Land, läge es nach China und Indien vor den USA auf Platz drei. Und das allein bis heute.

Auch die Messe München International hat das Potenzial erkannt und zur transport logistic 2011 eine Facebook-Präsenz und eine Twitterwall auf ihrer Homepage geschaffen. Über gezielte Schlagworte, sogenannte Hashtags, können Messebesucher erstmalig mobil Statements abgeben und sich austauschen.

Logistiker können sich bei talentierten Nachwuchskräften ebenfalls via Social Media bewerben. Und haben hierfür eine neue Bühne: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und die DVZ Deutsche Logistik-Zeitung haben dieses Jahr mit dem Themenschwerpunkt „Talentsuche“ besetzt. Auf Sonderseiten sowie bei Facebook und in einer Sonderveröffentlichung im Frühjahr 2012 offerieren die beiden Top-Medien eine entsprechende multimediale Dialogplattform.

Wo Worte fallen, bilden sich Meinungen. Die aktuelle Entwicklung erfordert unweigerlich den Einbezug von Social Media und des Web 2.0 in die Kommunikationsräume von Logistikern. State-of-the-art ist der Social Media Newsroom. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen News- und Pressebereichs im Internet.

Einmal aufgesetzt, aggregiert diese automatisch alle Onlineaktivitäten übersichtlich auf einer Seite. Journalisten und Redakteure, aber vor allem auch Kunden und Partner, finden im Newsroom einfach, schnell und direkt alle im Web veröffentlichten Firmeninformationen und multimedialen Ressourcen. E-Mail-Alerts, Newsletter, RSS-Feeds oder Presse-Tweets informieren laufend über neue Inhalte und führen Nutzer ständig auf den Newsroom.

Neue Partner im Logistikbereich sind der Newsroom-Spezialist mediaquell und die MBWA PR GmbH. Technik und Design liegen in der Hand von mediaquell. MBWA PR übernimmt als Vertriebspartner die Beratung, Konzeption, Redaktion und den inhaltlichen Aufbau für Transport- und Logistikkunden.

Autor des Beitrags: Benjamin Vincent Karpfen

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