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Goldmedia Trendmonitor 2012 Social Media werden 2012 in den Unternehmensalltag Einzug halten

Redakteur: Natalie Wander

Was bringt das Jahr 2012 für die Medien-, Entertainment- und Telekommunikations-Branche in Deutschland? Der Trendmonitor 2012, der alljährlich von der Strategieberatung Goldmedia veröffentlicht wird, gibt einen Ausblick auf ausgewählte Entwicklungen in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet.

Social Media, Mobile und Cloud basierte Dienste werden auch 2012 eine wesentliche Rolle spielen.
Social Media, Mobile und Cloud basierte Dienste werden auch 2012 eine wesentliche Rolle spielen.
(Bildquelle: Goldmedia)

Diese vier Bereiche enthalten beispielsweise die Entwicklungen bei Smartphones, E-Reader, Social Media und Cloud-Diensten.

Das Smartphone wird die Fernbedienung des Lebens

Das Smartphone dringt immer tiefer in die Lebenswelt der Menschen und entwickelt sich zur zentralen Steuereinheit – zur Fernbedienung für das gesamte Leben. Es wird zum Verbindungsstück zwischen physikalischer Welt, dem Cyber-Space und der sozialen Welt: Es ist immer online, hat Ortskennung, externes Gedächtnis und Cloud-Zugriff, dient zur Beziehungspflege und als Empfehlungsmaschine mit eingebautem Telefon. Und die Entwicklung hat erst begonnen, denn bislang verfügt nur jeder Dritte in Deutschland über ein Smartphone. Bei einer Wachstumsrate von aktuell 36 Prozent wird sich diese Zahl schnell nach oben verändern, zumal auch hier der Netzwerkeffekt ein schnelles Wachstum anheizt. Zudem wird im Jahr 2012 der Beginn der LTE-Datenübertragungstechnik mit sehr hohen Bandbreiten die Einsatzmöglichkeiten der Smartphones deutlich erweitern, auch wenn mit einem tatsächlichen Durchbruch von LTE erst in zwei Jahren zu rechnen sein wird.

Der E-Reader kann es endlich schaffen

Dass der E-Reader auf dem Weg ist, Nutzung und Geschäftsmodelle im Buch- und Zeitschriftenmarkt zu revolutionieren, wird schon seit Jahren prognostiziert. Autoren können ihre Bücher unabhängig von den Verlagen vertreiben und neue Formate, etwa Kurzgeschichten oder Dossiers, anbieten. Was dem E-Reader 2012 endlich zum Durchbruch verhelfen könnte, ist der rapide gesunkene Preis. Amazon hat mit seinem Kindle für 99 Euro vorgelegt. Der inzwischen zum Verkauf stehende Weltbild-Verlag setzt mit einem Modell für 60 Euro dagegen. Die E-Reader-Preise reduzieren sich gegen Null, und die kleinen Lesegeräte erobern zunehmend einen Platz in den Handtaschen neben Schlüsselbund oder Handy. Anderen mobilen Lesegeräten wie Smartphone oder Tablet haben sie Entscheidendes voraus: Ein ruhiges, dem Buch ähnliches Bild sowie lange Akkulaufzeiten versprechen deutlich höheren Lesekomfort. So bietet sich Zeitschriftenverlagen endlich die langersehnte Chance, elektronische Geschäftsmodelle im Massenmarkt zu etablieren. Denn bekommt der Kunde das passende Lesegerät zum digitalen Zeitungsabo fast umsonst dazu, ist eine große Hürde bereits genommen.

Social TV zieht ein

Fernsehen lebt von der sozialen Interaktion der Zuschauer – und die findet heute zunehmend online statt. In den USA oder auch in Großbritannien binden die TV-Sender daher Social Media-Elemente offensiv in das Programm ein. Durch Handy-Apps wie „GetGlue“ wird es möglich, sich bei Sendungen direkt „einzuloggen“ und mit anderen Zuschauern auszutauschen. Im deutschen Fernsehen ist das sendungsbezogene Engagement auf Social Media Plattformen heute oft noch gering. Doch es gibt erste Beispiele dafür, dass sich eine durchdachte Social Media-Strategie auszahlt. Das zeigt „Berlin – Tag & Nacht“ auf RTL2. Der Facebook-Auftritt ist fester Bestandteil der geskripteten Vorabendsendung. Die Protagonisten berichten von ihrem, dem Anschein nach „echten“, Leben. Die neue Sendung hat jetzt schon deutlich mehr Facebook-Fans als das Primetime-Dickschiff „Das Supertalent“ (RTL). 2012 werden andere Sender nachziehen. Sie können dadurch viel gewinnen: Sie profitieren von der Echtzeit-Kommunikation mit den Nutzern und davon, dass sie durch Social Media auch außerhalb der Sendezeiten in den Köpfen der Zuschauer präsent sind.

Social Media goes Business

Die „Spielwiese“ Social Media etabliert sich zunehmend im Unternehmensalltag und wird zum integralen Bestandteil des Marketings. Wurde in der Vergangenheit noch experimentiert, kristallisieren sich zunehmend feste Strukturen und Konzepte heraus. Was 2012 noch viel stärker in den Fokus des unternehmerischen Marketings rücken wird, ist die konsequente Nutzung der sozialen Intelligenz aus Netzwerken wie Facebook,

Twitter und Google+. Datenbestände werden ausgewertet und vor allem messbar beziehungsweise vergleichbar gemacht. Es wird eine Professionalisierung der Analysemethoden und Auswertungstools stattfinden. Unternehmen haben zwar längst erkannt, dass soziale Medien mehr sind als ein Kommunikationsinstrument für Werbezwecke. Was 2012 aber folgen wird, ist deren Einbindung in andere Businessprozesse wie Customer Relationship Management, Customer Service und Vertrieb.

Cloud-Dienste erreichen den Endkundenmarkt

Bislang waren Cloud-Dienste eine Domain großer IT-Provider wie Microsoft oder IBM, die netzbasierte Software-Lizenzen und Speicherkapazitäten im B2B-Segment vermarkten. Deutsche Unternehmen agieren hier derzeit noch zögerlich. Die Privatanwender beschränkten sich bei Cloud-Diensten bislang auf Web-Mailer und Streaming-Angebote. 2012 werden jedoch auch Cloudbasierte Storage-Angebote den Endkundenmarkt erreichen. Neben den großen Internetdienstleistern (ISPs), etwa der Deutschen Telekom, wetteifern eine Vielzahl verschiedener Diensteanbieter wie Amazon, Google oder Apple mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und in der Regel kostenfreien Basisangeboten um die Kunden. In Verbindung mit mobilen Endgeräten und einfachen (App-basierten) Zugangsmöglichkeiten steigt die Akzeptanz dieser Dienste rasant. Damit stellen sich jedoch neue Herausforderungen an die Kapazitäten der Zugangsnetze, die neben dem klassischen Download nun auch einen deutlich höheren Upload bewältigen müssen.

Den gesamten Trendmonitor 2012 können Sie sich hier herunterladen.

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