Umfrage „So arbeitet Deutschland“

Spezialisten gesucht, Allrounder gefunden

| Redakteur: Georgina Bott

Die „So arbeitet Deutschland-Umfrage“ zieht den Vergleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Arbeitswelt von Berufstätigen in Deutschland.
Die „So arbeitet Deutschland-Umfrage“ zieht den Vergleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Arbeitswelt von Berufstätigen in Deutschland. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Job oder Familie? Chef oder Chefin? Spezialist oder Generalist? Wie ist der aktuelle Stand in der deutschen Arbeitswelt? Die „So arbeitet Deutschland-Umfrage“ zieht den Vergleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Arbeitswelt von Berufstätigen in Deutschland.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer und Freelancer wollen in Zukunft Generalist bleiben – obwohl 64 Prozent mit einer erhöhten Nachfrage nach Spezialisten rechnen, so die Ergebnisse der dritten „So arbeitet Deutschland-Trendstudie“, die die Personalberatung SThree unter rund 1.000 Teilnehmern durchführte. Laut Umfrage hat Deutschland bei der Diversität auf dem Chefsessel noch Nachholbedarf. 75 Prozent der Chefs in Deutschland sind männlich – und nur neun Prozent der Befragten wünschen sich explizit eine Chefin. Außerdem besteht bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Luft nach oben.

Die Ergebnisse der dritten „So arbeitet Deutschland-Trendstudie“
Die Ergebnisse der dritten „So arbeitet Deutschland-Trendstudie“ (Bild: SThree)

Spezialist oder Generalist?

Insgesamt ist der Großteil der Befragten der Meinung, sich im Berufsleben richtig entschieden zu haben: „Die So arbeitet Deutschland-Umfrage zeigt, dass viele Menschen in Deutschland nicht nur mit ihrer Fachausbildung durchaus zufrieden sind, sondern auch mit dem Berufsfeld selbst“, so Luuk Houtepen, Director Business Development bei SThree. „70 Prozent würden sich heute noch einmal für denselben Beruf entscheiden wie zu Beginn ihrer Ausbildung.“ Interessant dabei: Nur ein Prozent der Befragten würde heute eine Berufsausbildung statt eines Studiums wählen.

Zwar glauben 64 Prozent, dass Unternehmen in Zukunft stärker nach Spezialisten als nach Allroundern suchen werden. 64 Prozent bezeichnen sich jedoch selbst eher als einen Generalisten mit umfangreichem Wissen in mehreren Fachbereichen – und wollen dies auch bleiben. 55 Prozent sehen keinen Grund, sich zukünftig zum Spezialisten mit tiefgehendem Expertenwissen zu entwickeln.

Gretchenfrage: Kind oder Karriere?

Die Antwort auf die Frage nach Kind oder Karriere beantworten die meisten (46 Prozent) klar mit Familie – nur 24 Prozent würden sich im Zweifel für die Karriere entscheiden. Sind Kinder eine Karrierebremse? Immerhin wird zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bisher vor allem nur eine Maßnahme eingesetzt: 63 Prozent der Befragten können Arbeitszeit und -ort flexibel wählen – 67 Prozent wünschen sich das auch in Zukunft. Diese Flexibilität reicht den Befragten jedoch nicht, vielmehr hätten sie gerne zusätzlich Hilfe bei familiären Belangen (45 Prozent), wie Kinder in Ferienzeiten mitzubringen oder Sonderurlaub zur Pflege kranker Angehöriger. Ein weiteres Problem sind mangelnde Betreuungsplätze. 43 Prozent vermissen hier stärkere Unterstützung vom Arbeitgeber.

Wer führt besser: Mann oder Frau?

Nach wie vor sind die Chefetagen männlich geprägt. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (75 Prozent) haben aktuell einen Mann als direkten Vorgesetzten. Die gute Nachricht: 72 Prozent scheinen keine Geschlechter-Präferenz in der Führung zu haben. Lediglich neun Prozent wünschen sich explizit eine weibliche und 19 Prozent eine männliche Führungskraft. „Sicherlich gibt es einzelne Führungskompetenzen, die Männern und andere, die eher Frauen zugeschrieben werden. Das zeigen auch die aktuellen Ergebnisse“, so Houtepen. „Unabhängig davon schätzen Mitarbeiter aber sowohl ihre weiblichen als auch männlichen Vorgesetzten gleichermaßen.“

Wunschwelt vs. Wirklichkeit – Arbeiten in Deutschland

Umfrage „So arbeitet Deutschland“

Wunschwelt vs. Wirklichkeit – Arbeiten in Deutschland

14.09.17 - Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice wann immer es im Büro zu stressig ist. Viele Arbeitnehmer haben eine genaue Wunschvorstellung ihrer Arbeitsbedingungen – doch die Wirklichkeit schaut oft anders aus. lesen

Über SThree

Die 1986 in London gegründete SThree Group ist eine international tätige Personalberatung. SThree unterstützt Fach- und Führungskräfte bei der individuellen Karrieregestaltung ebenso wie Unternehmen bei der Suche nach hochspezialisierten Mitarbeitern für Festanstellungen und Projektaufträge. Mit derzeit über 2.800 Beschäftigten weltweit, zählt die Personalberatung zu den größten der Branche und ist in Deutschland führender Vermittler von Professionals in Festanstellungen. Über 600 Mitarbeiter arbeiten an Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart sowie Wien und Zürich.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45110647 / New Work)