Engpass Management-Aufmerksamkeit

Stärke und Stabilität durch entscheidenden Wettbewerbsvorteil

| Autor / Redakteur: Uwe Techt / Annika Lutz

Ein Engpass an Management-Aufmerksamkeit kann zu begrenzter Leistungsfähigkeit führen.
Ein Engpass an Management-Aufmerksamkeit kann zu begrenzter Leistungsfähigkeit führen. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

In vielen Unternehmen ist der begrenzende Faktor für die Leistungsfähigkeit Management-Aufmerksamkeit. Ein Großteil davon wird verschwendet, indem Sie am falschen Ort ankommt. Abhilfe bietet ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr darüber.

Längst an der Tagesordnung in Unternehmen: Individuelle Konflikte wegen bestehender Lücken zwischen Verantwortung und Befugnis führen zum „Feuerlöschen”. Kommt ein weiterer, wie sich inzwischen herausgestellt hat, entscheidender Engpass, der der Management-Aufmerksamkeit, hinzu, wird das Feuerlöschen sogar „chronisch“. Fakt ist: Management-Aufmerksamkeit wird aufgrund verschiedenster Gegebenheiten in Anspruch genommen, oft fehlgeleitet und noch öfter regelrecht verschwendet durch:

  • Strategische Fehlentscheidungen bezüglich Outsourcings, Investitionen oder des Produktmixes.
  • Ziele und Kennzahlen für Subsysteme, die nicht in Übereinstimmung mit den Zielen des Unternehmens sind und dadurch zu Handlungen führen, die dem Unternehmen schaden.
  • Multitasking im Management, sowie Führungskräfte mit Multitasking beginnen, starten sie einen Teufelskreis, der schnell größer wird.
  • Chronische Konflikte, die aus den Fehlentscheidungen, den Zielen der Subsysteme und dem Multitasking im Management resultieren. Dadurch entstehen mehr und mehr Aufgaben, Projekte und Initiativen mit faulen Kompromissen, die den Teufelskreis weiter anfeuern sowie Motivation und Zusammenarbeit zerstören.

Kampf im roten Ozean

Der größte und zentrale Konflikt besteht darin, dass Kompromisse hinsichtlich der Leistung für die Kunden gemacht werden. Das Unternehmen bietet Leistungen, die NICHT die entscheidenden Kundenbedürfnisse befriedigen. In diesem roten Ozean kämpft das Unternehmen mit dem Wettbewerb – hauptsächlich unter Nutzung von Methoden, durch die sich die Marktteilnehmer gegenseitig verletzen, insbesondere beim Preis. Solange das Unternehmen im roten Ozean schwimmt, sind Kostensenkungsmaßnahmen erforderlich, um überhaupt noch etwas zu verdienen an den unter Preisdruck befindlichen Produkten. Die entscheidende Frage lautet: Wie können Unternehmen dieser Situation entkommen? Beispielsweise mit einem Entscheidenden Wettbewerbsvorteil (EWV).

Blauer Ozean als Kür

Unternehmen sollten herausfinden, was sie verändern müssen, um ein entscheidendes Kundenbedürfnis wirklich besser zu befriedigen als es jeder bedeutende Wettbewerber kann, will und macht. Der Entscheidende Wettbewerbsvorteil bietet dem Unternehmen die Stabilität und die starke Position, die es braucht. Dazu müssen sowohl der Kernkonflikt als auch die vielen Detailkonflikte gelöst und das Multitasking reduziert werden. Das wiederum setzt erhebliche Management-Aufmerksamkeit frei und steigert die Motivation und Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Einen blauen Ozean zu haben ist keine Kür, sondern eine Notwendigkeit, um Vorstehendes zu erreichen. Solange sich das Unternehmen noch nicht in diesem blauen Ozean befindet, muss die volle (Top-)Management-Aufmerksamkeit darauf ausgerichtet sein, ihn zu identifizieren. Erst dann lassen sich wirksame Maßnahmen planen und durchführen. Sie sind erforderlich, um

  • die operationalen Fähigkeiten für den EWV aufzubauen,
  • die Fähigkeit zu erlangen, aus dem EWV lukratives Geschäft zu generieren,
  • ein System aufzubauen, das die operationalen Fähigkeiten auch bei stark ansteigendem Auftragseingang aufrechterhält, zum Beispiel mit dem richtigen Puffermanagement.
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Radikaler Weg

Alle anderen Initiativen, die Management-Aufmerksamkeit erfordern, müssen zurückgestellt beziehungsweise gestrichen werden. Das Unternehmen kann sich diesen „radikalen“ Weg leisten, weil so die vorstehenden Schritte sehr schnell abgeschlossen werden. Auch nach der Implementierung wird jede neue Initiative sehr viel schneller abgeschlossen, als es zuvor jemals der Fall war – und damit auch insgesamt schneller, als würde man so weiter machen wie bisher. Um dieses Resultat zu erzielen, muss aber unbedingt vermieden werden, dass Maßnahmen durchgeführt werden, die nicht sofort zu einer signifikanten Durchsatzsteigerung – verbunden mit deutlicher Reduktion der Verschwendung von Management-Aufmerksamkeit – führen. Auch dürfen nicht zu viele Change-Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden, damit diese sich nicht gegenseitig behindern.

Elegant und flüssig realisieren

Vom Start der ersten Maßnahme an müssen Ergebnisse entstehen. Das kann nicht dadurch geschehen, dass viele verschiedene Prozesse verbessert werden (KVP, TPS, Lean, SixSigma, …), deren Ergebnisse versickern oder sich sogar gegenseitig zunichtemachen. Wird allerdings der entscheidende Engpass, nämlich der Engpass Management-Aufmerksamkeit, richtig adressiert, kommen sofort Ergebnisse. Dann wird erreicht, dass die Stabilität immer weiter anwächst, während als positiver Nebeneffekt – ohne direkt angesteuert zu werden – sich die finanzielle Performance positiv entwickelt. Gleichzeitig reduziert sich der Stress für Manager wie Mitarbeiter und das Vertrauen aller ins Change-Management wächst – die idealen Voraussetzungen für die nächsten Verbesserungen.

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