Suchen

Neue COVID-19-Studie TikTok erobert den Westen

| Redakteur: Lena Müller

In einer neuen Studie hat AudienceProject das Mediennutzungsverhalten vor und während der COVID-19-Pandemie untersucht und herausgefunden, dass die Nutzung von TikTok stark zugenommen hat, während Soziale Medien als Nachrichtenquelle an Bedeutung verloren haben.

Wie beim Streaming lässt sich auch bei den Online-Videodiensten ein deutlicher Anstieg aus der AudienceProject-Studie ablesen, einschließlich des Social-Media-Neulings TikTok, der sich eines steilen Wachstums erfreut.
Wie beim Streaming lässt sich auch bei den Online-Videodiensten ein deutlicher Anstieg aus der AudienceProject-Studie ablesen, einschließlich des Social-Media-Neulings TikTok, der sich eines steilen Wachstums erfreut.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Auch wenn es zurzeit nicht viele gute Nachrichten gibt, so ist zumindest für Teile der Medienindustrie etwas Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Online-Nachrichtenseiten und TV haben ihre Positionen als

Hauptnachrichtenquellen gefestigt, während Soziale Medien deutlich zurückgegangen sind.

In Deutschland beziehen laut der Studie 42 Prozent der Internetnutzer ihre Nachrichten hauptsächlich von Online-Nachrichtenseiten, während für 28 Prozent das Fernsehen als Hauptnachrichtenquelle dient. Im Vergleich dazu ziehen es nur 7 Prozent vor, sich über Soziale Medien über die neuesten Nachrichten auf dem Laufenden zu halten.

Diese Entwicklung, zusammen mit der Tatsache, dass mehr Menschen Geld für Online-Nachrichten bezahlen, bedeutet, dass Teile der Branche stärker aus der Krise herauskommen sollten. In Deutschland ist es den Online-Nachrichtenmedien gelungen, sogar noch mehr Leser zu Abonnenten zu machen. Gegenwärtig zahlen 17 Prozent der deutschen Internetnutzer für Online-Nachrichten, verglichen mit 15 Prozent vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie.

Großer Anstieg beim Streaming

Obwohl TV seine Position als eine der Hauptnachrichtenquellen gefestigt hat, zeigt AudienceProject, dass es insgesamt einen leichten Rückgang der Einschaltquoten im Fernsehen gegeben hat - zumindest für das traditionelle Fernsehen. Beim Streaming ist der Trend genau umgekehrt. Obwohl die Zahl der Streamer in Deutschland gleichgeblieben ist, hat das Streaming insgesamt weiter zugenommen. In den USA streamen inzwischen jede Woche drei Viertel der Internetnutzer. Im Vergleich dazu schaut nur etwas mehr als die Hälfte der US-Amerikaner wöchentlich traditionelles Fernsehen.

Nutzung von TikTok schießt in die Höhe

Wie beim Streaming lässt sich auch bei den Online-Videodiensten ein deutlicher Anstieg aus der AudienceProject-Studie ablesen, einschließlich des Social-Media-Neulings TikTok, der sich eines steilen Wachstums erfreut. Im Allgemeinen sehen sich mehr Menschen Online-Videos an, und insbesondere die Nutzung der (recht) neuen Video-Sharing-Plattform ist rasant gestiegen. In den meisten Ländern hat sich die Zahl der Benutzer von TikTok seit dem Ausbruch von COVID-19 mehr als verdoppelt. Bei der wichtigen Zielgruppe der Menschen zwischen 15 und 25 Jahren liegt der Anteil der Tik-Tok-Nutzer bei 19 Prozent. Die Plattform wird also nicht mehr nur von einer kleinen Gruppe von sogenannten First-Movern verwendet.

Audio-Trends setzen sich während COVID-19 fort

Während die Nutzung von Rundfunkradio rückläufig ist, nimmt das Streaming von Musik und insbesondere

Podcasts weiter zu. Mit anderen Worten: Die AudienceProject-Studie zeigt, dass die vor Ausbruch von COVID-19 beobachteten Audio-Trends sich weiter fortsetzen. Gegenwärtig gibt es in den USA mehr Musikstreamer als Radiohörer, und in Deutschland hören 19 Prozent der Internetnutzer Podcasts.

Zu beachten

Die Studie basiert auf den Antworten von mehr als 21.000 individuellen Befragungsteilnehmern in sieben Ländern: USA, Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. In dieser Studie bezieht sich AudienceProject auf die Zeiträume „vor COVID-19“ und „während COVID-19“. Der Zeitraum „vor COVID-19“ entspricht dabei dem Zeitraum vom 11. September 2019 bis zum 14. März 2020, während der Zeitraum „während COVID-19“ den Zeitraum vom 15. März 2020 bis zum 22. Mai 2020 umfasst. Das bedeutet, dass Veränderungen im Mediennutzungsverhalten nicht unbedingt direkt durch den COVID-19-Ausbruch verursacht werden. Einige Veränderungen im Mediennutzungsverhalten können mit grundsätzlichen Trends zusammenhängen, zum Beispiel, dass weniger traditionelles Fernsehen geschaut wird oder dass mehr Podcasts gehört werden.

Quelle: AudienceProject

(ID:46688545)