Interview Markenschutz

Unternehmen sagen Online-Produktpiraten den Kampf an

| Redakteur: Viviane Krauss

Wichtig ist, dass die Verantwortung für den Markenschutz nicht nur bei der Marketing-Abteilung liegt. Es gilt, auch Experten aus der IT-Sicherheit, der Rechtsabteilung und der Führungsebene hinzuzuziehen.
Wichtig ist, dass die Verantwortung für den Markenschutz nicht nur bei der Marketing-Abteilung liegt. Es gilt, auch Experten aus der IT-Sicherheit, der Rechtsabteilung und der Führungsebene hinzuzuziehen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Immer häufiger versuchen Cyberbetrüger Profit aus fremden Marken zu schlagen. Dadurch wird Online-Markenschutz für viele Unternehmen zunehmend bedeutungsvoller. Aufbauend auf einer Studie, soll nun die Frage beantwortet werden, warum die Zahl der Betrugsfälle steigt.

Die Zahl der Online-Markenschutzverstöße nimmt zu. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie – fast zwei Drittel der befragten Marketing-Entscheider giben an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate mit immer mehr Markenrechtsverletzungen konfrontiert waren. Warum die Zahl der Betrugsfälle im Online-Umfeld steigt und wie Unternehmen sich und ihre Kunden schützen können, erklärte uns Stefan Moritz, Regional Director Central Europe bei MarkMonitor, dem Initiator der Studie.

Warum nimmt Produktpiraterie im Online-Umfeld zu?

Unternehmen sind heute auf immer mehr Online-Kanälen präsent und damit vergrößern sie ihre Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle. Auf der anderen Seite verändert sich natürlich auch die Bedrohungslandschaft – Betrüger setzten auf neue Technologien und gehen immer professioneller vor. Laut der aktuellen MarkMonitor-Studie waren Websites und E-Mails mit jeweils über 40 Prozent innerhalb der letzten 12 Monate am häufigsten von Online-Betrug betroffen. Auch um die neuen Channels im Media-Mix steht es nicht besser. Jeweils mehr als ein Drittel der Befragten berichtet von Vorfällen auf ihren Social-Media-Kanälen und Mobile Apps. Bei etwas unter 30 Prozent waren auch Online-Marktplätze betroffen.

Welche Konsequenzen hat Produktpiraterie für Unternehmen?

Durch Produktpiraterie entsteht ein enormer wirtschaftlicher Schaden. Allein in Deutschland verzeichnen Unternehmen jährlich einen Verlust von zirka 56 Milliarden Euro – verursacht allein durch Markenbetrug. Hinzu kommt der Image-Schaden, den Unternehmen erleiden, wenn Betrüger unter einem guten Markennamen ein Produkt von minderer Qualität vertreiben. Im schlimmsten Fall ist das nicht nur eine Gefahr für den Ruf des Unternehmens, sondern auch eine echte Bedrohung für Leib und Leben des Konsumenten. Sicherheitsstandards spielen bei Fake-Ware nämlich keine Rolle und bergen so ein hohes Risiko für den Kunden. Fast die Hälfte der Unternehmen stellt deshalb die Verbrauchersicherheit ins Zentrum seiner Markenschutzstrategie.

Wie können Unternehmen sich und ihre Kunden schützen?

Wichtig ist, dass die Verantwortung für den Markenschutz nicht nur bei der Marketing-Abteilung liegt – das Thema ist dafür einfach zu komplex. Vielmehr gilt es, auch Experten aus der IT-Sicherheit, der Rechtsabteilung und der Führungsebene hinzuzuziehen. Laut unserer Studie haben viele Unternehmen das auch schon getan. Bei 55 Prozent ist beispielsweise bereits die IT-Sicherheits-Abteilung involviert. Darüber hinaus empfiehlt es sich, mit einem Online-Markenschutz-Partner zusammenzuarbeiten, neue Mitarbeiter mit entsprechender Erfahrung und Qualifikation einzustellen und in neue Technologien zu investieren.

Welche Technologien setzen Unternehmen ein?

Laut unserer Studie wenden bereits 85 Prozent der Unternehmen Technologien an, die auf künstlicher Intelligenz, Big Data und maschinellem Lernen basieren. KI und Big Data Analytics kommen vor allem zum Einsatz, um die Bedrohungslandschaft – darunter auch das Dark Web – zu beobachten. So können Unternehmen schnell tätig werden und auf Bedrohungen reagieren. Auch gaben 55 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Domain-Namen-Strategie aktiver managen wollen. Das ist allerdings noch nicht das Ende der Fahnenstange. Fast ein Viertel der Befragten möchte zukünftig einen Großteil des verfügbaren Budgets in neue Technologien investieren. Diese Planung macht klar, dass Unternehmen die neuen Anforderungen im Bereich Online-Markenschutz erkannt haben und entsprechend für die Zukunft planen, um sich technologisch nicht von Cyber-Kriminellen abhängen zu lassen.

Cyberbedrohungen – Unternehmen kontern mit neuen Technologien

Studie Online-Markenschutz

Cyberbedrohungen – Unternehmen kontern mit neuen Technologien

11.02.19 - Cyberbetrüger wenden immer perfidere Tricks an, um bekannte Marken zu kapern und Profit daraus zu schlagen. Doch viele Unternehmen kontern mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Big Data Analytics – das zeigt eine aktuelle Studie zum Thema Online-Markenschutz. lesen

Was raten Sie Verbrauchern, um sich vor Betrügern zu schützen?

Als Kunde ist es wichtig, sich über die aktuellen Betrugsmaschen auf dem Laufenden zu halten. Hier gibt es – leider – viele aktuelle Beispiele. Online-Betrüger geben sich etwa auf Social-Media-Plattformen als die echte Marke aus und verwenden sogar deren Logos und Bilder. Doch auch die eigenen Social-Media-Kanäle der Unternehmen sind anfällig für Betrug. Online-Kriminelle hinterlassen hier oftmals Kommentare zu den Posts der echten Marke, um Kunden zu täuschen und zum Kauf von Fakes zu animieren. Sie verwenden dazu intelligente Bots, die Tag und Nacht Kommentare posten und darin gefälschte Ware feilbieten. Trotzdem bleibt es in erster Linie Aufgabe der Markenunternehmen ihre Kunden vor den Machenschaften der Online-Betrüger zu schützen – ansonsten ist das Vertrauen in die Marke und die Kundenbindung dahin.

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