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Interview zu Technologie Trends Warum der Mangel an Geschlechterdiversität unserer Wirtschaft schadet

| Autor / Redakteur: Dana Hajek* / Fiona Gaubitz

Im Unternehmen Deloitte arbeiten Expert*innen in unabhängigen Gesellschaften auf der Welt zusammen. Sie beraten Unternehmen und Institutionen bei Wirtschaftsprüfungen und Steuern. Deloitte-Director Duncan Stewart spricht über langfristige ökonomische Risikofaktoren, Geschlechterparität und zukünftige Trends der Tech-Branche.

Der Mangel an Geschlechterdiversität schadet langfristig unserer gesamten Wirtschaft, da Tech und IT immer wichtigere Teile der Wirtschaft darstellen.
Der Mangel an Geschlechterdiversität schadet langfristig unserer gesamten Wirtschaft, da Tech und IT immer wichtigere Teile der Wirtschaft darstellen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Herr Stewart, Ihr Job ist es, kanadischen und internationalen Kund*innen mit akkuraten Recherchen Empfehlungen für Ihr Unternehmen vorzulegen. Welche Empfehlungen geben Sie für 2020?

Es gibt zwei große Trends dieses Jahr. Erstens, private 5G-Netzwerke für Unternehmen, sprich: privater, sicherer, belastbarer, schneller, billiger, inklusive anderer Funktionen. Zweitens, AI-Edge Chips, die die künstliche Intelligenz in Richtung Edge voranbringen.

Trotz dieser Trends gibt es Gegenden, die nicht vernetzt sind. Betreffen diese Maßnahmen wirklich alle Regionen auf der Welt?

Der Breitband-Ausbau ist bisher schon sehr gut! Laut GSMA leben über 90 Prozent der Weltbevölkerung in Reichweite von drahtlosen WLAN-Netzwerken. Und diese Zahl wird voraussichtlich Ende 2020 bei 93 bis 94 Prozent liegen.

Spielen Nachhaltigkeit und Klimawandel-vorbeugende Maßnahmen eine Rolle?

Tolle Frage! Obwohl wir in unserem TMTPredictions 2020 Report nicht über die Auswirkungen von Technologie auf unsere Umwelt geschrieben haben, steht das im Jahr 2021 ganz oben auf der Liste. Wir beobachten, dass sich eine Reihe von Technologieunternehmen beispielsweise immer mehr dazu verpflichten, innerhalb einer bestimmten Zeit klimaneutral zu werden. Wenn wir anfangen Edge-AI-Chips zu verwenden, wäre das auch eine Möglichkeit den Energieverbrauch von einigen Technologien reduzieren.

Gibt es weitere Faktoren, die der Wirtschaftlichkeit von Technologieunternehmen langfristig schaden könnten?

Die niedrige Frauenquote im Tech ist ein wichtiges Thema. Der Mangel an Geschlechterdiversität schadet nicht nur der Technologiebranche, sondern auch langfristig unserer gesamten Wirtschaft, da Tech und IT immer wichtigere Teile der Wirtschaft darstellen. Darüber habe ich 2016 einen Bericht geschrieben.

Der Prozentsatz von Frauen in den USA in 2015 lag bei 23.68 Prozent. Diese Zahl schließt IT-Jobs aller Unternehmen mit ein, nicht nur Tech-Firmen. In 2018 stieg der Satz auf 24.56 Prozent an. Mit einem jährlichen Wachstum von 0,3 Prozent ist das leider sehr wenig. Frauen machen nicht nur ein Viertel der IT-Mitarbeiter aus, sondern auch insgesamt weniger als die Hälfte der Grundgesamtheit. Das lässt vermuten, dass wir auch in diesem Jahrhundert keine Gleichstellung erfahren werden.

Lassen Sie uns über die Zukunft sprechen. Wie sieht die ideale Welt in 20 bis 30 Jahren aus?

20 bis 30 Jahre gehen weit über unsere Prognosen hinaus. Ich bin aber einigermaßen optimistisch, dass die Herausforderungen im Bereich Datenschutz und Sicherheit bis dahin deutlich fortgeschritten sein werden. Sicherlich werden sie bis dahin nicht gelöst, aber die Umstände deutlich besser. Der Internet-Sektor ist bis dato gerade einmal ungefähr 30 Jahre alt. Wir sind auf dem gleichen Stand, wie wir es 1921 mit Autos waren: Gefährlich, nicht reguliert und risikoreich. Ungefähr 1950 fanden wir heraus, wie wir ein Auto relativ nutzen können. Während 1921 noch 241 Menschen bei einer Milliarde gefahrenen Meilen starben, waren es 1951 nur noch 72, 70 Prozent weniger! Daher wurde das Risiko sicher nicht eliminiert, aber reduziert. 2018 sank die Nummer auf 11, 85 Prozent weniger als 1951, und vergleichsweise 95 Prozent zu fast einem Jahrhundert vorher!

*Dana Hajek ist freie Journalistin bei Kryptoszene.

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