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Personal Branding Warum in diesen Zeiten Personal Branding noch wichtiger wird als zuvor

Autor / Redakteur: Torben Platzer* / Viviane Krauss

Personal Branding war schon im letzten Jahrzehnt enorm wichtig, um aus der Masse an Werbeslogans, Headlines und den dazugehörigen Marketern hervorzustechen – seit COVID-19 ist das aber essenziell. Warum, lesen Sie hier.

Die sozialen Netzwerke bieten dem Creator eine Menge Möglichkeiten, sich selbst als Experte in seiner Nische zu platzieren. Wichtig ist hierbei, dass Sie sich von anderen abzugrenzen.
Die sozialen Netzwerke bieten dem Creator eine Menge Möglichkeiten, sich selbst als Experte in seiner Nische zu platzieren. Wichtig ist hierbei, dass Sie sich von anderen abzugrenzen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Veranstaltungen, Meetings und Arbeitsplätze können aktuell nicht mehr wie bisher gewohnt genutzt werden, da ein Großteil nach Hause verlagert werden musste. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden noch über Jahre Einfluss auf unser Denken und unsere Kommunikation mit anderen haben. Unsere Aufmerksamkeit verlagerte sich rasant auf Displays. Viele Plattformen werden nicht mehr nur zum gelegentliche Checken des Feeds genutzt, wie diese Zahlen zeigen: Facebook ist um 27 Prozent von Januar bis März 2020 gewachsen, YouTube liegt bei + 15,3 Prozent und Netflix bei + 16 Prozent.

Größere Bildschirme, längere Watchtime und ein gestiegener Bedarf an Zuwendung, Information und Entertainment geben Personen, die eine klare Message haben und gefunden werden, eine erweiterte Perspektive. Kann der Zuschauer zusätzlich gebunden und unterhalten werden, erhöht sich nur die Awareness der Personenmarke, sondern auch ihr Wert. Somit ist inzwischen nicht mehr nur das Marketing ein Wettkampf um Aufmerksamkeit – auch Personal Branding gewinnt immer mehr an Relevanz.

Eine klare Message auf Social Media nutzen

Die sozialen Netzwerke bieten dem Creator eine Menge Möglichkeiten, sich selbst als Experte in seiner Nische zu platzieren. Wichtig ist hierbei, dass Sie die eigene Message nicht zu allgemein formulieren und sich thematisch in Ihrem abgesteckten Rahmen bewegen, um sich so von anderen abzugrenzen.

Platz eins der beliebtesten Social Media Netzwerke in Deutschland ist YouTube mit sechs Millionen Nutzen. Hier findet man Content aus allen möglichen Bereichen: von Entertainment über Information bis hin zu E-Learning. Jede Minute werden auf YouTube 400 Stunden Videomaterial hochgeladen und täglich eine Milliarde Stunden Videos angesehen – mehr als auf Netflix und Facebook zusammen. Aber auch Instagram, TikTok und Co bieten viele Möglichkeiten: Schnappschüsse, kurze Videos und eigene Galerien – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Durch die vielseitigen Möglichkeiten sollten Sie sich bei der Themenwahl die Frage stellen, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält und welche Kanäle bespielt werden sollten und welche nicht. Um sich in dieser Contentflut zu etablieren, benötigen Sie ein klar formuliertes Statements, mit dem sich Menschen identifizieren können. Wie im echten Leben entscheidet auch hier meistens der erste Eindruck ob man weitere Impressionen zulässt oder nicht. Die Erwartungshaltung, welcher Content auf dem Kanal zu finden sein wird, darf in den ersten Sekunden nicht gestört werden.

Ein erster Impuls zum Nachdenken könnten diese beiden Fragen sein: Welche Probleme haben Sie in Ihrem eigenen Leben gemeistert und wären Sie in der Lage, nun auch anderen zu helfen? Welche Lücke klafft in der aktuellen Konversation der Gesellschaft auf, die Sie womöglich schließen können?

Aufbau einer Community und nahbar sein

Gerade in Zeiten wie diesen suchen Menschen nach Zugehörigkeit, Nähe und vor allem einem offenen Ohr. Was vorher Teil des wöchentlichen Stammtisches, der Sportveranstaltungen und Business Meetings war, findet nun online statt.

Wenn Sie eine klare Mission formuliert haben, können Sie diese auch mit der Community teilen, und so ein gemeinsames Ziel aufbauen. Auf Social Media sollten Sie allerdings darauf achten, mit der Community in den Dialog zu gehen, indem Sie auf Nachrichten und Kommentare antworten und nach der Meinung Ihrer Zielgruppe fragen. Dazu können auf Instagram beispielsweise Fragesticker eingesetzt und auf YouTube Abstimmungen durchgeführt werden. Dies stärkt nicht nur die Bindung, sondern ist die beste Möglichkeit, auf Content aktuelles Feedback zu bekommen, damit dieser stetig verbessert werden kann. Nur wer eine starke Community hat und sich täglich um diese bemüht, wird langfristig die Follower an sich und den eigenen Content binden.

Zur Leitfigur im eigenen Umfeld werden

Viele Menschen haben Angst, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht. Jeff Bezos hat einmal gesagt „Branding ist, was Menschen hinter deinem Rücken über dich sagen“. Und gerade jetzt ist es wichtig, dass Sie als Personal Brand klare Werte haben und diese vermitteln. Ihre Kernaussagen sollten stetig sein und zusätzlich für jeden klar erkennbar. So erreichen Sie eine persönliche Identifikation von einem großen Publikum.

Statements im Affekt sind ein No-Go

Hin und wieder kommt es vor, dass eine sich eine Personenmarke zu einem Statement hinreißen lässt, ohne die nötige Expertise vorweisen zu können. Das sollten Sie möglichst vermeiden. Äußern Sie sich nur zu Themen, zu denen Sie auch einen Mehrwert beitragen können. Versuchen Sie dem Drang zu widerstehen, ein markenfremdes Thema aufzugreifen, nur weil es gerade angesagt ist. Oft lohnt es sich nicht, womöglich mit der eigenen Community anzuecken, nur um ein paar mehr Klicks und Views zu generieren. Manchmal ist weniger mehr.

Alleinstellungsmerkmal erkennen und in eine Geschichte verpacken

Der nächste Schritt zur größeren Reichweite ist, zu erkennen, was Sie besonders gut können – denn das wird ein Teil Ihrer Brand Story. Gut aufbereitetes Storytelling ist entscheidend für Menschen, um zu folgen, ganz besonders am Anfang, wenn man noch im Aufbau der Personal Brand ist. Wir lernen und behalten Inhalte besser über Geschichten. Geschichten lassen im Kopf Bilder entstehen. Und an diese Bilder erinnern sich Ihre Follower und denken an die Message, auch wenn sie gerade keinen Post oder Video konsumieren.

*Torben Platzer ist Co-Founder und Geschäftsführer der TPA Media GmbH.

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