Suchen

Digital Out Of Home „Was macht eigentlich eine Digital Managerin?“

| Autor / Redakteur: Sophie Smikalla* / Veronika Kremsreiter

Mit der zunehmenden Digitalisierung des öffentlichen Raums ist nachvollziehbar, dass klassiche Werbeformen wie etwa Print-Plakate, neueren, smarteren Werbeformen weichen müssen. Das Stichwort heißt hier „Digital Out Of Home“. Lesen Sie hier, wie eine Digital Managerin ihre DOOH-Kampagnen erfolgreich steuert.

Firma zum Thema

Eine Digital Managerin begleitet digitale Kampagnen, von der Konzeption bis zur Realisierung.
Eine Digital Managerin begleitet digitale Kampagnen, von der Konzeption bis zur Realisierung.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Das jüngste Massenmedium unserer Zeit: Digital Out Of Home (DOOH). Erst seit wenigen Jahren präsent, erlebt es vor allem in 2019/20 einen enormen Rollout. Die vielen unterschiedlichen neuen digitalen Medien erweitern und verstärken das klassische Plakat um viele entscheidende Eigenschaften: Dynamik, Flexibilität, Aktivierung. Durch DOOH werden Städte smart und der öffentliche Raum so digital wie noch nie. Unternehmen können ihre Werbekampagnen programmatisch, flexibel und datenbasiert aussteuern, und das in Echtzeit – angepasst an Wetterdaten oder Live-Ereignissen. Der Prozess im Vergleich zu einem Print-Plakat wird enorm verkürzt. Über ein paar Klicks kann ein Motiv innerhalb weniger Minuten zur Ausstrahlung gebracht werden. So entfallen Kosten und Zeit für den Druck und die dahinter stehende Logistik und Distribution. Abgesehen von der Nutzung dynamischer Inhalte (das heißt beispielsweise die kreative Einbindung von Echtzeitdaten, wie das Wetter) ziehen digitale Motive aufgrund der visuell dynamischen Inhalte eine höhere Aufmerksamkeit auf sich. Was heißt visuell dynamisch? Bewegung! Ob Zoomeffekte oder Einblendungen unterschiedlicher Bildelemente, Cinemagraphen oder Slow Motion, die Bewegung unterstützt die Aktivierung des Betrachters. DOOH zeigt, dass digital wirkt. Das solche digitalen Kampagnen umgesetzt werden, dafür ist eine Digital Managerin verantwortlich.

Die Aufgaben einer Digital Managerin sind vielseitig

Eine Digital Managerin begleitet digitale Kampagnen, von der Konzeption bis zur Realisierung. In dieser Funktion ist sie Vermittlerin und Ansprechpartnerin für Kunden und Agenturen. Im Großen und Ganzen geht es in dem Beruf also um die Betreuung, Planung und Steuerung von digitaler Kommunikation. Die Digitalisierung im OOH-Bereich voran zu treiben, auszubauen und Potentiale auszuschöpfen, ist ein weiterer Baustein in dem Beruf. Digital Manager betreuen sowohl Kunden aus dem B2C- als auch aus dem B2B-Bereich – jedoch mit unterschiedlichen Kampagnenzielen: Im B2B geht es hauptsächlich um die generelle Positionierung der Marke sowie um den Aufbau von Vertrauen und Loyalität zu (potentiellen) Kunden. Vor allem bei der Betreuung von Start-ups im Direktgeschäft muss viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Denn nicht nur etablierte Unternehmen werden betreut, auch Start-ups werden an DOOH herangeführt. Die Zusammenarbeit ist zeitintensiv, aber auch sehr spannend, da hier besonders viel Wert auf Performance, Innovation und Fortschritt gelegt wird. Zwei Drittel aller Start-ups verfolgen digitale Geschäftsmodelle – sich demnach auch beim Thema Außenwerbung an digitalen Formaten zu orientieren, bestärkt den Charakter dieser jungen Unternehmen.

Von Beginn der Kampagnenplanung bis zur Umsetzung vergehen meist mehrere Monate. Interessant wird es bei der Zusammenarbeit mit Start-ups, sobald Testkampagnen durchgeführt werden und das Ergebnis analysiert wird. Hier ist das Tätigkeitsfeld sehr vielseitig und es kann viel Eigeninitiative eingebracht werden um verschiedene Fragestellungen zu untersuchen: Wie wirken sich die Kampagnen auf Marke und Bekanntheit aus und inwiefern verändert sich der Website-Traffic?

Was sollte eine Digital Managerin mitbringen?

Wie die Jobbezeichnung auch schon deutlich macht, dreht sich alles um digitale Themen. Man sollte eine gewisse Affinität für die Digitalisierung und neue Technologien mitbringen. Ein allgemeines Interesse für die Entwicklung in der Werbebranche und speziell für das Medium OOH ist ebenfalls von Vorteil. Wer sich dann noch gerne mit neuen Prozessen und Inhalten auseinandersetzt, hat den perfekten Job für sich entdeckt. Im Arbeitsalltag sollte ein Digital Manager ein gewisses Gespür und Geschick für den Umgang mit Kunden haben, um diese über die Potenziale und Vorteile von DOOH aufzuklären und komplexe Themen verständlich zu erläutern. Durch präzises und sorgfältiges Arbeiten bringt man digitale Kampagnen auf die Straße. Dabei trägt man die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf, der damit zusammenhängenden Analyse und der Ableitung von Optimierungspotentialen. Bei der Steuerung übergreifender Prozesse darf man das Ziel der Weiterentwicklung von digitalen Produkten nicht aus dem Auge verlieren.

Wie sehen digitale Kampagnen aus?

Mit digitalen Kampagnen können Motive dynamisch und erfolgversprechend eingesetzt werden. Das heißt, dass in dem passenden Umfeld mit dem richtigen Design Außenwerbung effektiv genutzt werden kann, um eine konkrete Zielgruppe zu erreichen. Manche Außenwerber können beispielsweise über mobile Bewegungsdaten messen, an welchen Standorten mit digitalen Werbeträgern welche Zielgruppe wann unterwegs ist. Das ist vor allem für den B2B-Bereich interessant, in dem oft ein sehr spezifischer Adressatenkreis angesprochen werden soll. Konkret sieht das beispielsweise so aus: In Zeiten des Homeoffices spielen vor allem die digitale Kommunikation und der digitale Austausch untereinander eine große Rolle. Hierfür braucht man Plattformen und Tools. Ein Start-up hat eine neue digitale Online-Plattform entwickelt, um die digitale Form der Kommunikation innerhalb eines Unternehmens zu gewährleisten und zu optimieren. Ihre gewünschten Neukunden sind Unternehmen mit einer Größe von 500 Mitarbeitern. Über Localisation hat das Start-up somit die Möglichkeit, in der Nähe von großen Unternehmen zu werben, die sie als Neukunden gewinnen wollen oder auf digitalen Werbeträgern in der Umgebung der eigenen Firma. Dadurch können Zielgruppen eingegrenzt und optimal angesprochen werden.

Welche Vorteile hat die Stadt-Digitalisierung?

Stadt-Digitalisierung heißt, dass analoge Werbeflächen nach und nach durch digitale Screens ausgetauscht werden, um innovative Lösungen zu fördern. Digitale Screens bieten die Möglichkeit, Kampagnen viel präziser auf die Zielgruppen auszurichten und nach bestimmten Rahmen- und Umfeldbedingungen auszusteuern. Das fängt mit der Einbindung dynamischer Inhalte auf Basis von Echtzeitdaten an, welche die Kreation des Werbemittels betreffen. Allerdings umfasst es auch die Buchungsmöglichkeiten, welche durch die Flexibilität und schnelle Umsetzbarkeit von DOOH geschaffen werden. Ein großer Vorteil: Werbung wird nur dann ausgestrahlt und gekauft, wenn die vorab definierten Voraussetzungen – wie Uhrzeit, Stau oder Wetter – gegeben sind. Für Werbung-treibende Unternehmen ergibt sich dadurch eine höhere Flexibilität bei Budgetaufteilung, Creative-Steuerung und Buchung – beispielsweise durch Zeitschienen – sowie eine zielgenaue Aussteuerung. Und damit eine effizientere Ansprache der Zielgruppen. Programmatische Buchungen sind im OOH-Bereich keine Zukunftsvision mehr – es ist schon längst in den smarten Städten angekommen.

*Sophie Smikalla ist Digital Managerin und Head of Nurture (Start-up-Programm) bei WallDecaux.

(ID:46829796)