Kreativling versus Aufgeräumter

Welcher PowerPoint-Typ sind Sie?

| Autor / Redakteur: Marion Koppitz / Georgina Bott

Bereiten Sie Ihre Präsentation lieber penibel und mit Liebe zum Detail vor oder machen Sie das ganz spontan? Wir stellen Ihnen verschiebene PowerPoint-Typen vor.
Bereiten Sie Ihre Präsentation lieber penibel und mit Liebe zum Detail vor oder machen Sie das ganz spontan? Wir stellen Ihnen verschiebene PowerPoint-Typen vor. (Bild: gemeinfrei / CC0)

„Ich mache mal eine Präsentation“ – manch einem geht das ganz leicht von der Hand, manch einer quält sich. Was macht eigentlich die verschiedenen „PowerPointer“ aus und welche Tipps sollten sie sich unbedingt anschauen?

Der Designer

Jeder Strich ist akkurat gesetzt, die Bullet Points kleine Kunstwerke, das Farbenspiel dezent und doch herausstechend, die Gestaltung wirkt wie aus einem Guss. Welchen Typen suchen wir hier? Den Künstler unter den PowerPoint-Gestaltern: den Designer. Dieser kreative Kopf macht jede Folie zu einem Hingucker. Handgezeichnete Illustrationen schmücken den Text – animierte Hintergründe und sattfarbige Mood-Bilder fangen die Aufmerksamkeit eines jeden Zuschauers ein. Meist sitzt der Designer aber fluchend vor dem in seinen Augen minderen Programm (PowerPoint ist nicht von Adobe) und trickst und experimentiert bis kurz vor Schluss, um seine Visionen zu verwirklichen. Inhaltlich tobt sich der Geistreiche ebenfalls aus und gibt der Präsentation die eigene, ganz spezielle Note. Diese Stärke kann allerdings auch eine Schwäche darstellen, denn die Kreativen neigen oft zu unübersichtlichem Chaos. Angesichts des gestalterischen Feuerwerks geht der rote Faden verloren, die Aussage bleibt auf der Strecke.

Ein Tipp für Designer: Kontrollieren Sie selbstkritisch nach der äußeren Gestaltung jeder PowerPoint-Präsentation, ob der Inhalt stimmig ist und nicht vor lauter Farben und Zeichnungen in den Hintergrund tritt.

Der Improvisator

Vorbereitung? Nein danke. „Es ist doch viel lockerer, wenn ich mein Thema spontan und unverkrampft präsentiere“. Manche Präsentatoren haben die Gabe, allein durch ihr Auftreten einen Vortrag schillernd und interessant wirken zu lassen. Ohne lange Vorlaufzeit stellen sie eine mehr oder weniger annehmbare Präsentation auf die Beine und verstehen es trotzdem, ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Dabei spielen Gestik und Mimik eine wesentliche Rolle. Und für die Folien gilt: Weniger ist mehr. Darin liegt die wahre Kunst. Aber mangelnde Vorbereitung steht auf einem anderen Blatt. Dies birgt natürlich die Gefahr, dass komplexe Themen nach einem improvisierten Vortrag nicht unbedingt verständlicher sind, vielmehr zahlreiche Fragezeichen bei den Zuschauern hinterlassen.

Ein Tipp für Improvisatoren: Eine gute Vorbereitung macht häufig 90 Prozent des Erfolgs aus. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, blocken Sie entsprechende Zeitfenster vor der Präsentation in Ihrem Outlook-Kalender.

Der Sammler

Von wegen „Nerds“! Gelobt seien die, die für jede Eventualität gewappnet sind. Auf Improvisation setzt hier niemand, denn Vorbereitung ist alles. Der Sammler hat für jedes Thema und jeden Anlass schon passende Folien parat – egal, ob es sich um die Präsentation der Jahresbilanz oder des nächsten Marketingkonzeptes handelt. Seine Ordner auf dem Rechner sind fein säuberlich nach Stichworten und Diagramm-Typen sortiert. Dieser PowerPoint-Typ ist ein wahres Goldstück, der sicher schon vielen anderen Vortragenden aus der Patsche helfen konnte. Ein Dank an all die Sammler, die andere Typen so manches Mal unvorbereitet und blass da stehen lassen. Doch leider kann diese Art sehr ermüdend wirken, weil häufig eben die zündende Idee fehlt – etwas Überraschendes, was die Zuhörer auch wirklich mitnimmt.

Ein Tipp für Sammler: Machen Sie sich klar, dass eine gute Präsentation wie eine gute Geschichte ist – mit einem Anfang, einer Dramaturgie und einem Ende. Eine Foliensammlung allein nützt da nicht viel. Falls Sie unsicher sind: Präsentieren Sie vorab vor guten Freunden oder in der Familie. Dort bekommen Sie ehrliches Feedback.

Der Strukturierte

Was sagt man so schön über Chirurgen? – „Maestros mit Messer und Morphium“. Denken wir uns das Schmerzmittel weg, haben wir schon die wichtigsten Charakterzüge dieses PowerPoint-Typen beschrieben: der Strukturierte. Wie der Name erahnen lässt, sitzt bei ihm jeder Handgriff. Die Vorbereitungsphase steht seit langem im Kalender und das Thema wird mit einer der „Kola-Bohrung zur Ehre reichenden Detailtiefe“ ausgeleuchtet. Präsentationsfolien sind mit Geodreieck und Zirkel maßstabsgetreu gestaltet und bis ins letzte Detail durchgeplant. Dank seiner Ordnung läuft der Vortrag immer wie am Schnürchen. Ähnlich wie beim Sammler ist der große Nachteil dieses PowerPoint-Typen allerdings eine gewisse Langeweile. Die Präsentation wirkt für das Publikum vorhersehbar und gleichtönig. Das ödet auf Dauer an.

Ein Tipp für Strukturierte: Trauen Sie sich an manchen Stellen etwas zu improvisieren! Der Blues lebt von den blue notes – also von den Tönen, die scheinbar nicht in das Notenschema passen. Also: Machen Sie auf der Bühne mal den B.B. King.

Der Verweigerer

„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche“. Nicht nur Sokrates denkt so, der Verweigerer ebenfalls. Die wahre Kunst ist es doch schließlich, einen Vortrag ohne bunte Folien und nur mit klaren Worten zu gestalten. Denn es gibt nichts schlimmeres, als eine unstrukturierte und unübersichtliche Präsentation. Der Verweigerer hätte jedoch ein paar simple Möglichkeiten, sich dem Feind anzunähern. PowerPoint bietet einige Hilfen beim Entwickeln und Gestalten von Folien. Leider verspielt sich der Verweigerer mit seiner grundlegenden Ablehnung die Möglichkeit, ohne großes technisches Knowhow mit PowerPoint stimmige Vorträge zu entwickeln.

Ein Tipp für Verweigerer: Geben Sie dem Ganzen noch eine Chance und nutzen Sie die Möglichkeit, schwer zu erklärendes zu visualisieren. Also, raus aus der Komfortzone!

Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing.
Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Über die Autorin

Marion Koppitz (Jahrgang 1966) ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing, Deutschlands Premium-Anbieter für Präsentationserstellung. Die in Passau geborene Betriebswirtin war mehrere Jahre bei Siemens Management Consulting als Präsentationsdesignerin tätig, bevor sie dort als Kommunikationsberaterin Turnaround-Projekte unterstützte. 2001 gründete sie die Firma i-pointing mit der Idee, professionelles Präsentationsdesign rund um die Uhr anzubieten. Ihr Credo: Rettet die Welt vor überflüssigen PowerPoint-Folien!

Über i-pointing
i-pointing ist Deutschlands Premium-Anbieter für Präsentationserstellung. Das Unternehmen mit Sitz in München und einer Dependance in Berlin beschäftigt derzeit 30 feste Mitarbeiter und ein weltweites Netzwerk an Spezialisten. i-pointing bietet für die Optimierung sowie Neuerstellung von PowerPoint-Präsentationen, Icons, Grafiken und Animationen einen 24/7-Service. Präsentationen werden daher auch über Nacht fertiggestellt. Zudem gehören Vor-Ort-Betreuung im Bereich Präsentationen während Veranstaltungen und PowerPoint-Trainings direkt beim Kunden zum Leistungsangebot. i-pointing wurde im Jahr 2001 von Marion Koppitz gegründet. Sie leitet als CEO mit Tatjana Kröger, COO, und Sylvia Orgus, CCO, die Geschäfte des Unternehmens. Zum Kundenstamm gehören unter anderem Siemens, Sixt, Panasonic, Ikea und die Stadtwerke München.

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