Mentale Bescherung Wie CEOs sich zu Weihnachten selbst beschenken sollten

Autor / Redakteur: Katrin Bitterle* / Lena Müller

2020 zehrte ordentlich an den Nerven der deutschen CEOs. Zum Ende dieses Jahres gehen viele auf dem Zahnfleisch, leiden unter Schlafmangel oder fühlen sich schlichtweg ausgelaugt. Die Weihnachtszeit kommt daher wie gerufen, um für das neue Betriebsjahr Kraft zu tanken. Doch wie stellt man das am besten an?

Wir alle wollen die freien Tage an Weihnachten ohne Stress genießen. Um selbst abschalten zu können, sollten wir das auch mit unseren Laptops tun.
Wir alle wollen die freien Tage an Weihnachten ohne Stress genießen. Um selbst abschalten zu können, sollten wir das auch mit unseren Laptops tun.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Dieser Beitrag gibt Ihnen 5 Tipps, wie CEOs in der Weihnachtszeit wieder zu Kräften kommen.

1. Kombinieren Sie Struktur mit Freiheit

Vielen Menschen, die in einem sehr durchgetakteten Unternehmens-Umfeld arbeiten, fällt es sehr schwer, von heute auf morgen von 100 Prozent durchgeplant auf 100 Prozent frei und flexibel zu wechseln. Beugen Sie dem vor, indem Sie langsam runterfahren und sich, Ihren Kopf und Ihren Körper langsam an die freie Zeit gewöhnen.

Kombinieren Sie Struktur mit Freiheit – planen Sie beispielsweise Termine für Sport, Telefonate mit Freunden oder Filme-Abende mit dir Familie ein. Dies gibt Ihrem Tag Struktur und Ihnen das Gefühl eines Rahmens, in dem Sie sich frei bewegen können.

Zwischen diesen Blöcken ist die Zeit zu Ihrer freien Verfügung – was fällt Ihnen dafür Schönes ein? Worauf hätten Sie mal wieder Lust? Einfach in den Tag hinein zu leben, auszuschlafen oder ein gutes Buch zu lesen? Lassen Sie sich treiben und schauen Sie von Tag zu Tag, was sich gerade gut und richtig anfühlt.

2. Schließen Sie das Jahr gedanklich ab

Oftmals tragen wir Ereignisse gedanklich noch wochenlang mit uns herum, obwohl sie bereits abgeschlossen sind und wir ohnehin nichts mehr daran ändern können. Nehmen Sie sich daher ein paar Stunden Zeit, um „Inventur“ zu machen: Was lief gut in 2020? Worauf sind Sie besonders stolz? Was würden Sie anders machen? Und welche Lehren ziehen Sie für 2021?

Wichtig ist dabei, sich nicht nur auf die negativen oder verbesserungswürdigen Punkte zu konzentrieren, sondern auch auf die Highlights und Erfolge. Es war ja nicht alles schlecht.

Tipp: Lassen Sie Monat für Monat Revue passieren, schreiben Sie Ihre Gedanken dazu auf und ziehen Sie, nachdem Sie mit Dezember durch sind, einen großen, dicken Strich darunter – um das Jahr auch visuell abzuschließen.

Ihre Notizen können Sie anschließend, als endgültiges Abschluss-Signal, auch wegwerfen, zerreißen oder verbrennen. Sie haben Ihre Lehren aus 2020 gezogen, mehr gibt es nicht zu tun.

3. Schicken Sie Ihren inneren Kritiker in die Ferien

Wer kennt sie nicht, diese nörgelnde, innere Stimme, die doch immer mal wieder auftaucht. „Du hättest das besser machen sollen“ oder „Was hast du dir dabei nur gedacht“. Wenn sie mal wieder auftaucht, sagen Sie ihr ruhig, aber bestimmt, dass Sie Ihre Erkenntnisse aus dem Jahr bereits gezogen haben, es jetzt ohnehin nicht mehr ändern können – und schicken sie Ihren Kritiker dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Ferien. Schließlich war er das ganze Jahr über aktiv, da darf er sich auch mal erholen und Pause machen.

Je mehr Sie diesen Kritiker dabei „vermenschlichen“, also ihm einen Namen, Figur oder Aussehen geben, umso einfacher wird es Ihnen fallen. Meiner sieht übrigens aus wie ein kleines Schweinchen in einer Richter-Robe – und sonnt sich gerade in der Karibik.

4. Wechseln Sie Ruhe und aktive Erholung ab

Für die einen funktioniert die Stille gut, für den anderen ein regelmäßiges Training – und an manchen Tagen ist sowieso wieder alles anders.

Finden Sie mehrere Aktivitäten und Situationen, in denen es in Ihrem Kopf ganz still wird. Das ist vielleicht eine Meditation oder Yoga, vielleicht aber auch eine Joggingrunde oder ein Brettspiel mit der Familie. Sammeln Sie diese Momente und bauen Sie davon bewusst mehr in Ihren Alltag ein.

Fragen Sie sich dabei vorher immer selbst, was Ihnen gerade guttun würde – und machen Sie nur das, was sich richtig anfühlt und resoniert. Es gibt doch nichts Schlimmeres, sich in seiner Freizeit auch noch zu Dingen zu zwingen, auf die man eigentlich keine Lust hat. Vertrauen Sie daher auf Ihren Körper und Ihr Bauchgefühl, Sie wissen schließlich am besten, was Ihnen guttut. Kein Ratgeber und kein Fitness-Coach kann in Sie reinschauen, das können nur Sie.

5. Schalten Sie ab – auch Ihren Laptop

Es mag so einfach klingen, aber vielen von uns fällt es trotzdem unheimlich schwer: Den Laptop oder das Handy auszuschalten.

Wenn es gar nicht anders geht, definieren Sie feste Zeiten, an denen Sie die Emails checken. Diese sollten nicht zu häufig und auch nicht zu lang sein. Stellen Sie sich einen Wecker, um nicht mehr als nötig zu arbeiten.

Kommunizieren Sie diese Zeiten auch Ihrem Team, Ihren Kunden oder Kollegen.

Wenn Sie Ihr Geschäftshandy auch privat verwenden, deaktivieren Sie den automatischen Abruf der Geschäftsemails.

Versuchen Sie, so gut wie möglich, das Handy und Ihren Laptop an einem Ort zu verstauen, wo Sie nicht ständig hinschauen. Gemäss dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ wird es Ihnen so leichter fallen, sich zu entspannen.

*Katrin Bitterle arbeitet als Führungskräfte Coach und Mental-Trainerin.

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