Lernkultur und digitales Mindset Wie erfolgreiche Qualifizierung im B2B-Mittelstand gelingt

Autor / Redakteur: Adone Kheirallah * / Antonia Röper

Im Zuge der Digitalisierung bedarf es ein langfristiges Umdenken. Die Basis hierfür bildet der Ausbau des digitalen Mindsets.Wer den Anforderungen einer digitalisierten Welt gewachsen sein will, sollte daher in die Weiterbildung seiner Belegschaft investieren.

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Weiterbildung wird ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor, denn erst die individuelle Bildung treibt strukturelle Transformation voran.
Weiterbildung wird ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor, denn erst die individuelle Bildung treibt strukturelle Transformation voran.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Der Mittelstand steht für hohe Kompetenz und solides Wirtschaften. Aber mit der Digitalisierung verändern sich nicht nur Technologien, sondern auch Arbeitsabläufe, (Produktions-)Prozesse sowie die Einstellungen und Haltung von Menschen. Die Anforderungen des Marktes unterliegen einem permanenten Wandel, es gilt, flexibel und zukunftsgewandt zu agieren. Da lohnt es sich vor allem, in die Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen zu investieren, um als Unternehmen konkurrenzfähig zu bleiben.

Immerhin: Mehr als die Hälfte der Hidden Champions im Maschinenbau, im produzierenden Gewerbe, in Anlagenbau und Qualifizierung besitzen bereits eine umfassende Strategie hinsichtlich der Personalentwicklung. Bei jedem Vierten befindet sich die effektive Lernkultur allerdings erst in der Entwicklung und jeder Zehnte hat bisher keine Weiterbildungsstrategie für sich definiert. Dies ergab eine Studie von STAGG & FRIENDS, für die globale Personalleiter*innen und leitende Personalentwickler*innen verschiedener mittelständischer Unternehmen befragt wurden.

Ob „Training on the Job“ oder lebenslanges Lernen – die erfolgreiche Umsetzung steht und fällt mit folgenden Faktoren:

In Budget, Infrastruktur und Unternehmenskultur investieren

Für eine erfolgreich verankerte Lernkultur und eine konsequente Weiterbildungsstrategie braucht es Innovations- und Investitionsbereitschaft. Neben dem finanziellen Aspekt spielt das Engagement der Führungskräfte eine ebenso wichtige Rolle. Scheitern Weiterbildungsstrategien, liegt das oft an der mangelnden Bereitschaft, das Thema aktiv anzugehen. Eine Priorisierung auf Managementebene – das wünscht sich auch jede*r zweite der Befragten. Im zweiten Schritt folgt die Budgetierung. Laut Studie liegen die fest eingeplanten Budgets der teilnehmenden Unternehmen durchschnittlich unter einem halben Prozent des Jahresumsatzes oder sind nicht extra ausgewiesen.

Eine klare Zielsetzung an messbare Faktoren koppeln

Wie lässt sich die Weiterentwicklung der Mitarbeiter*innen mit den Unternehmenszielen kombinieren? In der Praxis bleibt es oft bei einer individuellen oder der karriereorientierten Weiterbildung. Zwar formulieren laut Studie 45 Prozent der Mitarbeiter*innen in ihren Jahresgesprächen eine Zielsetzung – nicht selten bleiben diese aber auf individuelle Karriere- oder Abteilungsziele begrenzt. Wollen wir die Beratungsqualität steigern? Ist eine innovative Produktentwicklung abseits des bisherigen Angebots denkbar? Soll das Vertriebsnetz erweitert werden? Lässt sich der Betriebsablauf ressourcengerechter planen? Für übergeordnete Ziele braucht es messbare Faktoren. Dann kann entlang dieser ein konsequentes und strategisch ausgerichtetes Weiterbildungsangebot etabliert werden. Der Dreiklang aus individuellen, fachspezifischen und strategisch überordneten Zielen ist letztlich zielführend.

Das Mindset ist entscheidend

Ohne Digitalisierung klappt es nicht: Digitales Denken heißt, andere Wege zuzulassen und neue Geschäftsmodelle zu erkennen. Das dazugehörige Mindset ist die Voraussetzung, agile Methoden richtig zu nutzen. Führungskräfte und Mitarbeitende sind gleichermaßen gefordert, sich der Dynamik und ständigen Weiterentwicklung zu öffnen. Wo herrscht Optimierungsbedarf? Wie fördere ich selbständige Problemlösungen? Es lohnt sich, den Status quo zu hinterfragen – und zwar auf allen Ebenen, ob in der Ausbildung oder in der Geschäftsführung. Wird in digitale Kompetenzen investiert, zahlt das auf die Innovationsfähigkeit ein.

Digitale Lernplattformen richtig einsetzen

Kollektiver Wissensaufbau begleitet das tägliche Arbeitsleben. Da ist es mit zwei Schulungen pro Jahr nicht getan. Smarte digitale E-Learning-Modelle helfen, Gelerntes in die Praxis zu transferieren und fördern den Austausch. Sind sie einmal richtig aufgesetzt, schonen Trainingsplattformen Ressourcen und machen das Lernen zeitlich und räumlich unabhängig und flexibel. Für Unternehmen hat es außerdem den Vorteil, dass dank der gewonnen Daten Lernprozesse ausgewertet und im laufenden Lernprozess ständig optimiert werden können.

Online und offline schlau kombinieren

Die große Mehrheit der Befragten setzt bei ihrem Weiterbildungsangebot auf Blended Learning. Je neun Prozent nutzen ausschließlich analoge oder digitale Angebote. Hybride Trainingsstrategien haben den Vorteil, unterschiedliche Anwendungsszenarien zu bedienen. Stark inhaltsgetriebene Themen wie Produktwissen oder Zertifizierungen eigenen sich für digitale Lernmedien. Interaktion, Gemeinschaftserlebnis und Teambuilding funktioniert in der persönlichen Begegnung am besten. Hier werden Soft Skills vermittelt oder Vertriebskommunikation geschult. Idealerweise sind die analogen und digitalen Maßnahmen aufeinander abgestimmt, statt unabhängig nebeneinander herzulaufen.

Der Mensch steht weiterhin im Mittelpunkt der Digitalisierung. Erst die individuelle Bildung treibt die strukturelle Transformation voran. So wird Weiterbildung ein immer wichtiger werdender Erfolgsfaktor. Der Einsatz in qualifizierte Mitarbeiter*innen steigert auch die Attraktivität für neue Talente, bringt mehr Umsatz und das Vertrauensverhältnis zu Kund*innen verbessert sich. Wer in Personalentwicklung investiert, investiert in die Zukunft.

*Adone Kheirallah ist geschäftsführender Partner und Creative Mind von STAGG & FRIENDS.

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