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KI im Marketing Wie man als CMO sein Unternehmen für KI im Marketing begeistert

Autor / Redakteur: Frank Lenkmann* / Jessica Eckenberger

Die Bedeutung und Popularität von künstlicher Intelligenz im digitalen Marketing wird stetig größer. Doch leider stößt KI nicht immer auf Begeisterung im eigenen Unternehmen. Wie Sie Ihr Marketing-Team bereits in wenigen Schritten von KI begeistern können, zeigt Frank Lenkmann.

Bereits wenige Schritte können helfen, die Akzeptanz von KI beim Marketingteam und im gesamten Unternehmen voranzutreiben.
Bereits wenige Schritte können helfen, die Akzeptanz von KI beim Marketingteam und im gesamten Unternehmen voranzutreiben.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

80 Prozent der Marketing Manager glauben an die Relevanz von Künstlicher Intelligenz im Marketing. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich durchgeführte Studie der SRH Berlin University of Applied Sciences unter deutschen Marketing Managern. Jedoch nutzen nur 26,5 Prozent der befragten Personen KI in ihrer täglichen Marketing-Arbeit, geringe sieben Prozent nutzen es intensiv. Die Mehrheit der Marketing Manager ist der Meinung, dass KI alltägliche Marketingaufgaben vereinfachen wird. Wie kann man das gesamte Marketingteam, den Vertrieb und letztendlich die Geschäftsführung von den Vorteilen von KI überzeugen?

Hier bietet sich ein Vergleich mit den Entwicklungen bei der Mobilität an. In den vergangenen Jahren wurde viel über selbstfahrende Autos diskutiert. Die Vorstellung im Fahrzeug einzuschlafen, während dieses eigenständig fährt, macht vielen Menschen Angst. Marketingteams haben ähnliche Befürchtungen in Bezug auf KI. Jedoch ist KI im Marketing nicht mehr so weit von uns entfernt wie das selbstfahrende Auto. Es gibt sie bereits und viele Unternehmen erzielen im Marketing bereits gute Ergebnisse durch ihren Einsatz.

Wenn Sie als Marketingverantwortlicher KI seit kurzer Zeit nutzen, haben Sie zumindest die Angst vor dieser Technologie überwunden und erleben diese als wesentlichen Bestandteil ihrer Marketing- und Vertriebsstrategie. Dennoch muss man Überzeugungsarbeit leisten, um junge Mitarbeiter, die am meisten mit der Technologie zu tun haben werden, für deren Nutzen zu begeistern. Eine gewisse Skepsis und Zurückhaltung können hier aus denselben Bedenken resultieren, wie die vor selbstfahrenden Autos. Es fällt Marketingteams schwer, die Kontrolle über eine Zielgruppe aufzugeben, mit der sie seit Jahren in Kontakt stehen. Und manchmal besteht auch die Sorge, im Marketing durch den Computer ersetzt zu werden.

Führt man KI mit fundierten Informationen und einem passenden Training bei seinem Team ein, erkennen die Mitarbeiter schnell, welche Leistungsfähigkeit hinter der Technologie steckt und wie sie selbst beruflich von dieser profitieren können. Im Folgenden werden drei Schritte beschrieben, die dabei helfen, die Akzeptanz von KI beim Marketingteam und im gesamten Unternehmen voranzutreiben.

KI im Marketing entmystifizieren

Vielleicht erinnern Sie sich an die Zeit, als es Bedenken gab, Produkte online zum Verkauf anzubieten. Damals lautete die weitverbreitete Meinung: Menschen müssen die Produkte im Geschäft sehen, sie berühren, ausprobieren und mit einem kompetenten Verkäufer sprechen können, um sicher zu gehen, dass sie das richtige Produkt kaufen. Nun erleben wir ähnliche Bedenken beim Einsatz von KI. Menschen zögern häufig, etwas auszuprobieren, das sie noch nie benutzt und mit dem sie bisher keine Erfahrungen gemacht haben.

Der Marketing Manager wird nicht auf Anhieb davon begeistert sein, Erhebungsparameter für den programmatischen Anzeigenkauf festzulegen. Man kann KI entmystifizieren, indem man dem Marketing-Team detailliert darlegt, wie die Software funktioniert und warum es für einen Menschen unmöglich ist, in Echtzeit und gleichem Umfang dieselben datengestützten Entscheidungen zu treffen. Möglicherweise benötigt man hier zur Unterstützung auch das IT-Team sowie das Data-Science-Team. Darüber hinaus sollte der Marketing-Technologie-Anbieter ein Onboarding-Team und eine Prozessbeschreibung bereitstellen. So können die Mitarbeiter in die Tiefen der KI-basierten Software eintauchen.

Weisen Sie im Laufe des Einführungsprozesses darauf hin, dass die meisten von uns bereits Erfahrungen mit KI gemacht haben und KI im Alltag nützlich ist. Man kennt KI, wenn man mit Alexa oder Siri kommuniziert, sich von Amazon Produkte empfehlen lässt oder einem Chatbot eine Frage stellt. Heben Sie diesen Punkt deutlich hervor. Ihre Mitarbeiter können die neue Software dadurch besser zuordnen und sich leichter für diese begeistern.

Das Team einbinden

Geben Sie die Technologie anschließend in die Hände Ihres Teams. Dadurch erleben die Mitarbeiter, dass sie weiterhin gebraucht werden und dass sie ihre Aufgaben mithilfe von KI noch besser erledigen können. Das Gedächtnis eines Marketeers kann weder erfassen, was eine Maschine an Begriffen oder Variationen speichern kann, noch kann es sich Millionen ausgelieferter Anzeigen sowie jeden Kunden merken, der darauf reagiert hat. KI bringt neue Erkenntnisse.

Nehmen wir an, Ihre Marke will die Generation Y ansprechen, doch Ihr Kundenstamm sind eher Käufer ab 50 Jahren, die für die Millenials einkaufen. Mit KI kann man ohne großen Aufwand die Zielgruppe erweitern. Die KI kann über circa 10.000 Datenpunkte im Web zu Unternehmen oder Konsumenten zusammentragen und über sogenannte Deep-¬Learning-Algorithmen neue Zielgruppen ermitteln und profilieren. Die Zielgruppenerweiterung wirkt sich positiv auf den Umsatz aus. Dieser Erfolg wird auch dem Marketing Manager zugeschrieben, so dass insgesamt eine Win-Win-Situation entsteht.

Die Vorteile der KI-Lösung herausstellen

Es ist wichtig, die Mitarbeiter für ihren Umgang mit der neu eingeführten Marketing-Lösung zu loben. Darüber hinaus sollten Sie auch gegenüber Geschäftsleitung und Vertrieb die sichtbaren Erfolge des Marketingteams herausstellen und würdigen. Erklären Sie dem Finanzchef, dass die KI-basierte Marketing-Software eine sinnvolle Investition war, indem Sie den Umsatzwachstum seit Implementierung aufzeigen. So stellen Sie sicher, dass Sie die Geschäftsleitung auf Ihrer Seite haben, wenn eine Lizenzverlängerung oder ein Upgrade der Lösung anstehen. Schließlich kann das Marketing-Team durch den Einsatz der KI-basierten Lösung bessere Ergebnisse erzielen. Die Marketingabteilung wird eine höhere Wertschätzung im Unternehmen erfahren, was wiederum die Motivation des Teams steigert.

*Frank Lenkmann ist Managing Director DACH bei Persado

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