Expertenbeitrag

 Alicia Weigel

Alicia Weigel

Content Managerin bei marconomy, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG

B2B-Plattformökonomie Wie Markenpositionierung über B2B-Plattformen gelingt

Redakteur: Alicia Weigel

Markenpräsenz im Internet ist das A und O. Über die eigene Webseite gelingt das den meisten schon sehr gut. Doch kennen Sie schon B2B-Plattformen? Welche Vorteile diese mit sich bringen und welches Potenzial sich darin versteckt, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Mithilfe von B2B-Plattformen kann die Markenpräsenz gestärkt werden. Welche Vorteile sich dadurch ergeben, erklären wir im Beitrag.
Mithilfe von B2B-Plattformen kann die Markenpräsenz gestärkt werden. Welche Vorteile sich dadurch ergeben, erklären wir im Beitrag.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wie werden Kunden auf Unternehmen aufmerksam? Sie suchen oftmals bei Suchmaschinen, wie Google, und laden so auf der Corporate Webseite. Oder sie finden das Unternehmen auf Social-Media. Eine weitere Möglichkeit, um sich online zu positionieren, stellen B2B-Plattformen dar. Hier besteht viel Potenzial, die eigene Marke erfolgversprechend im World-Wide-Web zu positionieren – gerade für KMU. Doch was sind B2B-Plattformen eigentlich?

B2B-Plattformen vorgestellt

B2B-Plattformen verbinden zwei oder mehrere Marktteilnehmer und fungieren somit als Bindeglied und Vermittler. Sie können damit die Interaktion zwischen den Teilnehmern vereinfachen oder sogar erst ermöglichen. Genau deshalb haben deutsche Industrieunternehmen bereits viele eigene digitale Plattformen entwickelt. Gerade diese gestalten aufgrund ihrer industriellen Stärke den Ausbau und die Entwicklung solcher B2B-Portale mit und tragen so ihren Beitrag zur Implementierung von Industrie 4.0 bei.

Gerade deutsche Unternehmen haben eine gute Chance, sich über solche Plattformen platzieren zu können. Denn der Zusatz „Made in Germany“ ist auch heute national wie international ein Siegel für gute deutsche Handwerksarbeit. Somit können gerade B2B-Unternehmen ihre Marke hier gut hervorheben, was somit für eine gesteigerte Markenpräsenz sorgt.

Vorteile von B2B-Plattformen

Die Vielfalt bei solchen Plattformen ist sehr groß. So sind einige auf bestimmte Märkte oder Branchen spezialisiert. Im B2C-Sektor finden solche Portale auch schon seit einigen Jahren starken Zuspruch. Die bekannteste Plattform ist dabei Amazon. Im B2B hingegen tasten sich deutsche Unternehmen noch langsam voran. In einer Studie des Branchenverbands Bitkom im Jahr 2020 gaben sieben von zehn Unternehmen an, dass die zentrale Chance in der Nutzung einer solchen Plattform darin besteht, als Unternehmen zukunftsfähig zu bleiben. Dennoch sehen viele Unternehmen ebenso die Risiken, die die Verwendung eines solchen Portals mit sich bringt. 63 Prozent geben aber an, dass die Vorteile bei der Nutzung überwiegen.

Welche Vorteile ergeben sich nun genau durch B2B-Portale?

  • 1. Gute Google-Platzierung: Durch die Präsenz auf Plattformen erfolgt in der Regel eine gute Google-Platzierung. Das liegt daran, dass Einkäufer dort mit genaueren Schlagwörtern suchen und meist auch das finden, was sie suchen. Deshalb ranken solche Seiten oft sehr gut bei Suchmaschinen.
  • 2. Qualifizierte Leadgenerierung: Die Einkäufer suchen dort aktiv nach Informationen oder Produkten, weshalb Leads hier sehr gut generiert werden können.
  • 3. Geringer Kostenaufwand: Schon mit wenig Geld können Unternehmen Teil der Plattformen werden. Wer mehr Leads haben möchte, muss etwas tiefer in Tasche greifen. Damit kann das Unternehmen seine Informationen noch weiter ergänzen und weiter oben ranken.
  • 4. Gewährleistete Sicherheit: Jeder Nutzer muss sich nach Registrierung verifizieren. Somit wird gewährleistet, dass auch nur wirklich interessierte und branchenkundige Personen auf den Seiten unterwegs sind.
  • 5. Spezifisches Targeting: Bestimmte Branchen oder Regionen können besser erreicht werden, da viele B2B-Portale oft spezifiziert sind und damit nur Mitglieder der jeweiligen Branche fokussieren. Natürlich gibt es aber auch regional-spezifizierte Portale.
  • 6. Minimierung der Streuverluste: Da nur Interessierte auf den Portalen unterwegs sind, werden die Streuverluste stark minimiert. Das liegt auch daran, da der Anteil von qualifizierten Suchanfragen mit realistischem Kaufinteresse für B2B-spezifische Schlagwörter sehr hoch ist.

Potenzial von B2B-Plattformen

Die Vielfalt an solchen Plattformen ist sehr hoch. Deshalb gilt es hier, eine gute Auswahl zu treffen. Nicht jede Plattform eignet sich. Die Faustregel hier: Die Mischung aus verschiedenen Portalen macht’s. Denn gerade im B2B-Markt sehen die Experten ein beachtliches Wachstumspotenzial. Der klassische Verkauf wird sich weiter ins Online-Business verschieben. Für das Jahr 2020 wird das Volumen von B2B-Plattformen auf 6.7 Milliarden Dollar geschätzt, während die Erwartungen für den Online-B2C-Markt bei etwa 3.2 Milliarden Dollar liegen. Dies zeigt, welch immenses Potenzial hinter solchen Portalen steckt.

Gerade KMU haben hier noch großen Nachholbedarf. Während Großunternehmen bereits zu 38 Prozent Plattformen verwenden, hängen Mittelständler mit 22 Prozent eher zurück. Das hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in einer Studie herausgefunden. Ebenso planen nur rund 13 Prozent der KMU bis 2021 ihre Beschaffung und den Vertrieb auf B2B-Plattformen umzustellen, während im gleichen Zeitpunkt 16 Prozent der großen Unternehmen dies planen.

Recherche via Online-Marktplatz

Auch Einkäufer entdecken die Vorteile von B2B-Plattformen immer mehr für sich. Das ergab eine Einkäufer-Studie von WLW im deutschsprachigen Raum. Vor allem die schnelle Auffindbarkeit von B2B-Produkten wird hier als sehr positiv beurteilt. Auch wenn für Einkäufer der Direktkontakt mit 59,4 Prozent noch Bezugsquelle Nummer eins sind, folgen danach direkt schon Online-Shops mit 53,4 Prozent und Online-Marktplätze (45,9 Prozent). Deshalb ist es wichtig, dass B2B-Unternehmen sich auf solchen Plattformen positionieren. Auch wenn viele Firmen darüber zwar nicht direkt kaufen, recherchieren sie auf Portalen sehr viel. Damit findet oftmals der Erst-Kontakt mit Unternehmen statt. Wer hier mit Inhalten und gut aufbereiteten Informationen punkten kann, erhöht somit die Chance auf einen möglichen Lead oder Verkauf.

Fazit zur Markenpositionierung auf B2B-Plattformen

B2B-Plattformen bieten eine gute weitere Möglichkeit, um sich im World-Wide-Web von der Konkurrenz abzuheben. Mit der richtigen Positionierung kann so der ein oder andere Lead oder Verkauf generiert werden. Wichtig dabei: ein einheitlicher Markenaufritt. Wenn Unternehmen dann noch das Qualitätssiegel „Made in Germany“ haben, können sie auch international punkten.

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