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Digitale Informations- und Wissensvermittlung Wie relevant sind Themen-Communities?

Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Das Web 2.0 wartet mit einer Fülle von neuen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten auf. Eine immer größere Rolle spielen dabei moderne, mehrmediale Wissensnetzwerke.

Prof. Tim Bruysten
Prof. Tim Bruysten
(Bildquelle: Bernhardt Link)

Welche Chancen diese Netzwerke bieten und wie sie User auf völlig neue Weise fordern und fördern, hat uns Prof. Tim Bruysten im Interview erklärt.

Welche Trends gibt es in der Informations- und Wissensvermittlung?

Es gibt drei bedeutende Strömungen, in denen sich die Trends verorten lassen. Erstens: Empowerment. Der User steht im Mittelpunkt, lernt neue Werkzeuge zu nutzen und organisiert sich seine Wissenswelt rund um seine persönlichen Interessen. Ein Bestandteil dessen ist die mittlerweile zum Standard gehörende Nutzung von SmartPhones und bald schon von Devices wie Google Glasses. Zweitens: Alles ist Kontext. Informationen erlangen ihre Bedeutung erst im Kontext der konkreten Situation des Nutzers. Dazu gehören seine Netzwerke, deren Meinung er einholen und mit denen er Wissen teilen möchte. Informationen müssen also für diese Situationen designt werden. Drittens: Autonomisierung. Hier steht die Maschine im Mittelpunkt. Big Data und Predictive Analytics erlauben es uns, völlig neue Erkenntnisse aus Daten zu ziehen. Wer diesen Datenschatz zu heben versteht, wird sich einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil sichern können. In jeder Branche.

Welche Bedeutung hat die zunehmende Digitalisierung für Wissensnetzwerke?

Wir können uns jederzeit über jedes Thema mit (fast) jedem Menschen auf der Welt austauschen. Für die Digital Natives ist das eine simple Selbstverständlichkeit. Im Business entstehen die notwendigen Rituale teilweise gerade erst und wertvolle Werkzeuge wie zum Beispiel E-Learning, Webinare und Social Intranets werden in vielen Unternehmen momentan oder in den nächsten Jahren eingeführt. Auch hier gilt: Gut vernetzt ist halb gewonnen.

Welche Rolle spielen Themen-Communities im beruflichen Leben?

In meiner Schullaufbahn haben verschiedene Direktoren versucht, uns Schüler mit dem Begriff „Lebenslanges Lernen“ zu erschrecken. Ob sie die Tragweite ihrer These damals erahnten, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Aber eines ist klar: Themen-Communities bieten gigantisches Potenzial, sich in dynamischen Gruppen hoch-effektiv und sehr effizient nicht nur auf dem Laufenden zu halten, sondern Inhalte durch dynamisches Netzwerken permanentes neu zu organisieren. So sind Communities gleichzeitig ein exzellentes Werkzeug für Reflexion, Verdichtung und persönliche fachliche wie argumentative Entwicklung.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview mit Prof. Tim Bruysten wurde für das CSR MAGAZIN geführt und ist Teil der neuen Ausgabe, die am 27.06.2013 unter dem Titelthema „Big Data, Green IT & die Unternehmenskultur“ erscheint. Ein kostenloses Probeexemplar des CSR MAGAZIN können Sie unverbindlich hier bestellen.

Ergänzendes zum Thema
Persönlich

Prof. Tim Bruysten
Prof. Tim Bruysten
( Bildquelle: Bernhardt Link )
Prof. Tim Bruysten ist seit 2011 Professor an der Mediadesign-Hochschule in Düsseldorf und lehrt in den Fachbereichen Kommunikationsmanagement und Gamedesign. Außerdem ist er seit 1997 selbstständig und realisiert Projekte im Kontext von Kommunikation, PR, Marke, Marketing und Vertrieb. Dabei ist er einer der Pioniere der Web-Kultur in Deutschland. 2008 gründete er zudem die richtwert GmbH.

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