China Market Insider Wie Sie Ihre B2B-China-Kommunikation jetzt aufstellen sollten

Von Jiaqi Zhu* und Antonia Röper

Pandemie, Quarantäne, Einreisebestimmungen - all diese Faktoren erschweren den Reiseverkehr mit China. Deshalb ist die Kommunikation mit China gerade jetzt so wichtig. Doch wie kann eine stabile B2B-China-Kommunikation aufgebaut werden, wenn keine Messen und Veranstaltungen stattfinden?

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Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet marconomy regelmäßig über Marketing-Trends in China.
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(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Trotz zunehmender Herausforderungen ist und bleibt China auch im Jahr 2022 der wichtigste Absatzmarkt und Industriepartner für Deutschland und die EU. Der durch die Pandemie erschwerte und fast zum Erliegen gekommene Reiseverkehr mit China macht es erforderlich, noch mehr chinesische Kommunikationsformate zu nutzen, um die Informations- und Austauschprozesse bei Produktentwicklungen und Innovationen nicht abreißen zu lassen.

Strenge Einreisebestimmungen für Ausländer in China mit wochenlangen Quarantäne-Aufenthalten werden voraussichtlich zumindest im ersten Halbjahr 2022 noch gelten. Dies wird einerseits die Messe- und Offline-Event-Auftritte der internationalen Unternehmen in China erschweren, aber auch die Messebesuche chinesischer Kunden hierzulande erheblich reduzieren.

Online-Plattformen für China-Kommunikation erfahren Aufschwung

Online-Plattformen hingegen haben einen enormen Aufschwung für internationale Unternehmen erfahren. Social-Media-Plattformen ermöglichen es Unternehmen, ihre Zielgruppen ortsunabhängig zu informieren, zu motivieren und mit ihnen zu kommunizieren. Durch die Einrichtung von virtuellen Messeständen oder Live-Streaming können auch global agierende Anbieter ihre Technologien, Produkte sowie Services auch auf e-Commerce-Plattformen leicht präsentieren und bewerben. In China gehören diese längst auch für B2B-Kunden zum Standard-Repertoire im Marketing. Grundsätzlich nehmen Bewegtbildformate (technische Videoinhalte, Messeneuheiten, Ansprachen, Interviews, und viele Weitere) auch in der B2B Fach-Audience signifikant an Bedeutung zu.

Da sich China mit seiner 2025-Strategie zunehmend auf den Inlandsmarkt fokussiert und gleichzeitig chinesische Technologieanbieter in zahlreichen Branchen in Punkto Qualität zu westlichen Anbietern aufschließen, ist es für deutsche und europäische Anbieter umso wichtiger, mehr Flagge zu zeigen.Auch wenn der Boom beziehungsweise das schnelle Wachstum in der WeChat-Kommunikation langsam abnimmt, sind ausländische Unternehmen prozentual in diesem wichtigen Kommunikationskanal deutlich unterrepräsentiert und teilweise zu wenig aktiv. WeChat ist die meistverwendete Social-Media-Plattform in China schlechthin und wird von fast 90 % der Chinesen benutzt. Über diesen Kanal können ausländische Hersteller und Anbieter über verifizierte Konten vertrauensbildende Informationen, Know-how und Branding transportieren. Hochwertiger Content für die richtige Zielgruppe bei nachhaltiger Frequenz sind dabei auch dort einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Kommunikationsmix.

Doch zu beachten ist immer: andere Länder, andere Sitten. Denn dass im asiatischen Kulturraum andere Regeln und Werte als in Europa gelten, ist zwar jedem bekannt, wird aber nicht immer ausreichend berücksichtigt. In China wird beispielsweise kaum zwischen privater und beruflicher Beziehung unterschieden – das erklärt wiederum die enorme Bedeutung von Social Media auch für das B2B-Marketing. Jeder neue Geschäftskontakt wird bei WeChat direkt hinzugefügt, um bequem kommunizieren zu können. Da WeChat aber nicht nur eine Messenger-App ist, sondern auch Funktionen von beispielsweise Facebook integriert hat, kann immer eingesehen werden, was die Geschäftskontakte in ihrer Freizeit gerne machen, ob sie Familie haben, wie ihr letzter Urlaub war, etc. Kommunikation ist hierbei der Schlüssel - ein Unternehmen sollte daher klare Regeln aufstellen, wie WeChat genutzt werden darf und welche Informationen über diese Plattform geteilt werden können.

Neues Datenschutzgesetz erschwert Leadgenerierung in China

Nach dem Inkrafttreten des neuen chinesischen Datenschutzgesetzes zum 1. September 2021 wird es besonders für ausländische Unternehmen zukünftig deutlich schwieriger, Leads in China zu generieren. Seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes ist es notwendig, die Zustimmung der Personen für die Verarbeitung ihrer Daten einzuholen und den Zweck und die Methoden der Verarbeitung transparent zu machen. Darüber hinaus müssen die Unternehmen eine besondere Einwilligung erfragen, wenn Daten veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben werden. Darüber hinaus muss die Möglichkeit bestehen, die Einwilligung zu widerrufen.

Wo ausländische Firmen auf Schwierigkeiten stoßen, ist der Transfer von Daten. Jedes Unternehmen muss sicherstellen, dass die Verwendung von Daten im Ausland mit den spezifischen Regulationen des Gesetzes konform ist. Die Herausforderung dabei ist, dass Unternehmen sich nun sowohl an die Richtlinien unseres Datenschutzgesetztes wie auch an das von China halten müssen und durch die unterschiedlichen Anforderungen mehr Kosten und Aufwand entsteht. Besonders aufwändig ist dabei die Vorschrift, dass wenn die Menge der personenbezogenen Daten ein gewisses (bis jetzt undefiniertes) Limit überschreitet, sie innerhalb Chinas gespeichert werden müssen. Aus diesen Gründen sind intelligente Lösungen gefragt und es macht die Aufrechterhaltung der Kommunikation über für China wichtige Kommunikationskanäle nur noch wichtiger.

Fazit

2022 ist jetzt der richtige Startpunkt, um noch richtig durchstarten zu können. Wir geben Ihnen in unserem We-Chat-Guide Tipps, wie Sie bei WeChat starten und punkten können.

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Um sich im Reich der Mitte zu beweisen und den Anschluss nicht zu verlieren, ist eine etablierte China-Kommunikation für jedes Unternehmen existentiell. In einem fremden Kommunikationsumfeld braucht es jedoch das entsprechende Know-how und ein gutes lokales Netzwerk, um das Potenzial des Marktes zu nutzen und den Kontakt aufrechtzuerhalten.

*Jiaqi Zhu ist Product Managerin Market Insights bei der Vogel Communications Group.

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