Praxis Case Augemented Reality Wieso Augmented Reality eine ideale Ergänzung für den Messeauftritt und Marketing ist

Ein Gastbeitrag von Marcus Veigel*

Nicht nur während einer Pandemie kann Augmented Reality ein wirksames Tool für Marketing und Vertrieb sein. Die technischen Hürden sind dank Browser-AR niedrig. Wir zeigen Ihnen anhand eines Beispieles aus der Praxis, was es bringt und wie es geht.

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Augmented Reality bringt ein großes Einsatzspektrum mit, weshalb AR auch in Zukunft eine Rolle im Marketing und Sales spielen wird.
Augmented Reality bringt ein großes Einsatzspektrum mit, weshalb AR auch in Zukunft eine Rolle im Marketing und Sales spielen wird.
(Bild: Cynapsis Interactive GmbH)

Anfang November 2021: Katharina Lange steckt voll in der Vorbereitung zur SPS, einer Fachmesse für elektrische Automatisierungstechnik. Lange ist Head of Marketing bei Rose Systemtechnik. In Nürnberg will sie vor allem zwei HMI-Geräte zeigen, dabei will sie auch auf Augmented Reality (AR) zurückgreifen. Doch wenige Tage bevor sich die Messetore öffnen sollen, wird die SPS abgesagt. Die Corona-Inzidenz in Nürnberg ist zu hoch.

Corona hat die Messen schwer getroffen. 2020 und 2021 wurden laut Statista mehr als 800 in Deutschland abgesagt oder verschoben, 37 wurden ins Internet verlegt. Und auch in diesem Jahr kann von einem normalen Messebetrieb keine Rede sein. Viele der Branchen-Events sind als virtuelle oder hybride Veranstaltungen geplant. Die Möglichkeit zur einfachen Kontaktaufnahme leidet darunter. Internationale Interessenten können sich nicht sicher sein, ob sie wegen Corona zum Zeitpunkt der jeweiligen Messe überhaupt einreisen dürfen. Viele Unternehmen zweifeln, ob es unter diesen Umständen sinnvoll ist, an einer Messe teilzunehmen und bleiben weg. Denen, die doch teilnehmen, fehlen so oft wichtige Geschäftspartner.

Zurück im November 2021. Es hat auch die SPS getroffen, sie ist abgesagt. Wie jetzt retten, was noch zu retten ist? Katharina Lange hat eine Lösung parat: Browser-AR. Mit dieser Technik können Produkte mit Augmented Reality ohne spezielle Hard- oder Software angezeigt werden – dafür werden weder eine 3D-Brille noch eine App gebraucht. Nötig sind nur ein Smartphone und eine Verbindung zum Internet. Angezeigt werden die Produkte im Webbrowser des Telefons, trotzdem hat der Betrachter den Eindruck, als stünden die HMI-Displays in Originalgröße direkt vor ihm.

Augmented Reality macht Büros zu Messeständen

Ursprünglich hatte Lange Augmented-Reality-Versionen der beiden HMI-Displays anfertigen lassen, um sie auf der Messe zu nutzen. Lange: “Das war Teil unseres Hygienekonzeptes. Die Besucher hätten sich die Geräte genau anschauen können – und dabei nur ihr eigenes Telefon angefasst.” Nach der Absage disponiert sie um. Jetzt ersetzt Browser-AR den Messestand. Lange lässt Links zu AR-Inhalten als QR-Code auf die Firmenhomepage und auf Social-Media-Plattformen wie LinkedIn stellen. Nun können Webseitenbesucher die AR-Versionen der Displays mit dem Smartphone platzieren, wo sie wollen. Büros, Produktionshallen oder das Homeoffice werden so zu Messeständen.

Für die Nutzer sind die Hürden sehr gering, mehr als ein Smartphone mit Internetzugang wird nicht benötigt. Und auch für die Rose Systemtechnik hält sich der Aufwand in Grenzen. „Unser Konstrukteur nimmt die bereits vorhandenen CAD-Daten als Basis. Er ergänzt – falls nötig – Infos zur Beschaffenheit der Oberflächen und zu den Farben“, berichtet Katharina Lange von ihren Erfahrungen. Dafür würden etwa zwei Stunden benötigt. „Diese CAD-Datei schicken wir dann einfach im Standard-Exportformat STEP an den AR-Dienstleister, in unserem Fall cynapsis interactive.“

In der Digitalagentur werden die Daten dann nur noch konvertiert und für die Anzeige auf dem Smartphone optimiert. Angezeigt werden die 3D-Inhalte direkt im Webbrowser von iPhone oder Android-Geräten. Dafür wird die Technik der AR-Plattform augmentify genutzt. Auf ihr werden die Inhalte dann publiziert, so dass sie einfach per QR-Code oder Link aufgerufen werden können. Angezeigt werden sie im Corporate-Design des Unternehmens, im konkreten Fall der Rose Systemtechnik. Das sind die QR-Codes, die Katharina Lange nach der Absage der SPS auf die Webseite stellen ließ. So wird aus den Offices der Kunden ein Showroom.

Augmented Reality: Ideal für Außentermine

Von den Ergebnissen ist Lange überzeugt: „Mich begeistert die Qualität der Abbildung und die Detailtreue. Und dass man auch keine Abstriche machen muss, was Oberflächenfarben und Struktur des Geräts angeht.“ Daher soll AR zu einem festen Marketing-Tool bei Rose Systemtechnik werden. Nach dem Erfolg mit AR nach der ausgefallen Messe arbeitet Lange daran, dass Vertriebsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die wichtigsten Produkte als AR-Modelle in Remote-Meetings und bei Außenterminen zeigen können. Die Kunden können beispielsweise auch direkt bei einer Maschine sich anzeigen lassen, ob ein HMI-Display dort passt. “Und der Einsatz von AR hat einen weiteren starken Vorteil”, berichtet Lange. “Neben fertigen Produkten wollen wir in Zukunft auch auf Kundenwünsche optimierte Varianten und Prototypen präsentieren und mit den Kunden diskutieren.” Da könne man der Phantasie dann auch freien Lauf lassen, da die Produktion von AR-Modellen viel günstiger ist als die von realen Prototypen.

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Trotz allem brennt Katharina Lange darauf, dass der normale Messebetrieb wieder losgeht, dass sie dort den Menschen wieder direkt begegnet. Auch dann will sie wieder auf AR setzen. “Schön ist ja auch, dass man sich nicht mehr entscheiden muss, welche Ausstellungsstücke man mit zur Messe nimmt.” Man könne einfach von allen Produktvarianten AR-Modelle erzeugen und mitnehmen.

Wegen dieses breiten Einsatzspektrums ist Katharina Lange überzeugt, dass Browser-AR auch in Zukunft eine Rolle im Marketing und Sales für Rose Systemtechnik spielen wird – auch nach der Pandemie: „Es ist einfach eine sexy Lösung.“

*Marcus Veigel ist Geschäftsführer bei cynapsis interactive.

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