Clubhouse Wieso die App eine Chance für Unternehmen im B2B-Bereich sein kann

Autor / Redakteur: Christian Seifert* / Lea Täufer

Die Clubhouse-Nutzer sind ein ausgewählter Zirkel, doch die Community wächst von Tag zu Tag. Was unterscheidet die Plattform von Facebook und Co? Lohnt es sich, für B2B- Unternehmer Teil der Clubhouse-Community zu werden? Wir klären Sie darüber auf.

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Die neue Social-Media-App: Was kann sie? Welche Chancen gibt es?
Die neue Social-Media-App: Was kann sie? Welche Chancen gibt es?
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Clubhouse glänzt durch Exklusivität, wie in einem VIP-Club: Jedes Mitglied benötigt eine Einladung. Jedes neu registrierte Mitglied kann zwei weitere Interessenten einladen. Ohne Einladung hat man die Möglichkeit sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Dort hinterlässt man seine Telefonnummer und wartet, bis man von einem bestehenden Clubhouse-Mitglied eine Einladung erhält.

Durch den Audio-Kanal kann man umfangreiche Erfahrungen austauschen, sich vernetzen und sich auf eine sehr authentische und persönliche Art präsentieren. Clubhouse bietet zahlreiche unterschiedliche Themen an. Von B2B-Themen wie Unternehmensführung, Marketing, IT und Technik hin zu Lifestyle, Gesundheit, Entertainment oder auch Kunst und Philosophie. Nutzer können den Clubs folgen, sich mit anderen Mitgliedern vernetzen und live an Veranstaltungen teilnehmen. Dabei handelt es sich um Diskussionsrunden mit einem oder mehreren Moderatoren, bei der sich jeder Teilnehmer aktiv oder passiv beteiligen kann. Interessierte Clubhouse-Mitglieder können an den Live-Events als passive und aktive Zuhörer teilnehmen. Egal ob Monolog oder Dialog, Interviews oder Themenstammtische.

Der Unterschied zu anderen Social-Media-Netzwerken

Im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. funktioniert Clubhouse ausschließlich über Audio- und Live-Veranstaltungen. Hier gibt es keine Likes, keine Retweets, keine Aufzeichnungen.

Bislang bietet die Plattform lediglich die Erstellung von Personenprofilen an. Somit wird der Fokus auf die Einzelperson, deren Expertenwissen, Persönlichkeit, Job- sowie Privatleben gerichtet. Dadurch kann sich das Mitglied auf eine ganz eigene Art und Weise präsentieren. Die Wirkung der Stimme ist hierbei nicht zu unterschätzen. Die Laune und Emotion der Person wird widergespiegelt. Sie ist quasi die Visitenkarte der Persönlichkeit. Somit stärkt Clubhouse nicht nur den eigenen Expertenstatus, sondern stellt die gesamte Personal Brand der Person in den Vordergrund.

Jedes Mitglied kann durch die Organisation von Sessions und Eröffnung von Clubs eigene Themen präsentieren. Dadurch besteht die Möglichkeit, sich selbst ein eigenes Netzwerk mit zahlreichen Followern aufzubauen. Die Einrichtung eines Clubs erfolgt allerdings nur auf Anfrage.

Wieso sich Clubhouse auch für B2B-Unternehmen lohnt

Clubhouse bietet auch für Unternehmen die Chance sich zu vernetzen und auszutauschen. Zwar kann der einzelne Mitarbeiter Clubhouse derzeit nur als Privatperson beitreten, allerdings kann er dort unternehmensrelevante Themen miteinbringen. Er kann also direkt mit seiner Zielgruppe kommunizieren. Dabei spielen zum Beispiel auch Branchenthemen wie die Digitalisierung im Bereich Maschinenbau oder der Automobilindustrie, fachspezifische Themen oder Sessions mit Tipps und Hinweisen eine Rolle, die sich an Endkunden aber auch an das interessierte Fachpublikum richten können.

Clubhouse steckt derzeit zwar noch in den Kinderschuhen, hat allerdings ein großes Potenzial, um auch im Business sinnvoll und ergänzend eingesetzt zu werden, da im Vergleich zu anderen Social Media Plattformen durch die Stimme sofort Nähe und Vertrauen aufgebaut wird. Mit der App schließt sich eine Lücke im Bereich der digitalen Kommunikation. Texte, Bilder und Videos zu posten, ist bereits bekannt. Sich ausschließlich auf der Tonspur und Live zu präsentieren, sowie Audio-Content zur Verfügung zu stellen, das ist neu. Clubhouse reizt vor allem durch die persönliche Art der Präsentation und eröffnet dadurch eine Vielzahl von spannenden Möglichkeiten des Austausches, der Interaktion und der Vernetzung, nicht nur beim Aufbau neuer Kundenkontakte, sondern auch im Bereich Personal. Die Plattform bietet daher vielseitiges Potential, um die Entwicklung Ihres Unternehmens voranzutreiben.

*Christian Seifert ist Gründer und CEO der avenit AG.

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