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Studie: Gehaltsanalyse Wo es sich in Deutschland finanziell am besten leben lässt

Redakteur: Viviane Krauss

Wie viel Geld am Ende eines Monats übrig bleibt, hängt nicht allein vom Gehalt ab – entscheidend ist auch, wo man wohnt. Die Online-Jobplattform StepStone setzt 128.000 Gehälter ins Verhältnis zu den Lebenserhaltungskosten in 395 Stadt- und Landkreisen in Deutschland

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Der Unternehmensstandort und das Gehalt sind zentrale Faktoren bei der Entscheidung für einen Job.
Der Unternehmensstandort und das Gehalt sind zentrale Faktoren bei der Entscheidung für einen Job.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Im Gehalts- und Kostencheck wurden Mietkosten und weitere Lebenserhaltungskosten für Transport, Nahrungsmittel und Freizeitaktivitäten berücksichtigt, um festzustellen, wie viel Gehalt Marketing Managern am Monatsende bleibt. Eine Beispielrechnung zeigt, dass je nach Wohnort im Extremfall monatlich bis zu 1.600 Euro mehr oder weniger im Portemonnaie übrig bleiben als in anderen.

Die günstigste und die teuerste Großstadt im Vergleich

Die Analyse zeigt, dass es sich besonders im Ruhrgebiet finanziell gut leben lässt: Essen, Duisburg und Dortmund sind unter den Top 5 der deutschen Metropolen, in denen das Verhältnis zwischen Gehalt und Lebenserhaltungskosten am besten ist. „Das gesamte Ruhrgebiet gilt als starke Wirtschaftsregion, in der Big Player wie RWE, E.ON, Evonik oder Aldi angesiedelt sind und für ein relativ hohes Gehaltsniveau der Arbeitnehmer sorgen, mit denen die Lebenshaltungskosten gut bestritten werden können“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone.

Unter allen deutschen Großstädten hat sich Essen als Gewinner behauptet: Wer hier wohnt und arbeitet, hat am Ende des Monats am meisten Geld übrig, nämlich rund 1.280 Euro. Das sind etwa 41 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Nettogehalts in Essen. Damit bleibt den Einwohnern rund fünfmal mehr als einem Arbeitnehmer in München, der teuersten Großstadt Deutschlands. Grund für die vollen Portemonnaies der Essener sind vor allem die verhältnismäßig günstigen Mieten. Für Verpflegung wird in Essen aber auch durchschnittlich ein Viertel weniger ausgegeben als in München.

Wer im Süden Deutschlands wohnt, zahlt generell einen hohen Preis, da auch im Umkreis Münchens die Ausgaben für eine Wohnung verhältnismäßig hoch sind. In Nürnberg jedoch bleibt den Arbeitnehmern rund 470 Euro monatlich mehr als beispielsweise in München.

Ungünstige Verhältnisse in Trend-Metropolen

Die Hauptstadt Berlin schneidet bei dem Gehaltscheck ebenfalls nicht sonderlich gut ab: Da Gehalt und Lebenserhaltungskosten in einem ungünstigen Verhältnis stehen, bleibt Arbeitnehmern monatlich nur 250 Euro des Nettoeinkommens. „Die Mietkosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Gehaltsentwicklung hat da nicht mitgehalten. Das macht sich jetzt bemerkbar in einer Stadt, in der mehr Agenturen und Start-Ups als große Konzerne angesiedelt sind“, schätzt Zimmermann die Lage ein.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Hamburg, wo sich Arbeitnehmer neben der kostspieligen Miete auch auf hohe Ausgaben für Freizeitaktivitäten einstellen müssen, denn diese liegen ein Viertel über dem deutschen Durchschnitt.

Ein hohes Gehalt spricht nicht zwingend für hohe Rücklagen

Einwohner der Finanzhochburg Frankfurt am Main verdienen der Analyse zufolge zwar im Schnitt am meisten (rund 70.970 Euro brutto jährlich), dementsprechend sind hier aber auch die Ausgaben sehr hoch – ganz besonders die Mietkosten. „Wer einen neuen Job sucht und dafür einen Umzug in Erwägung zieht, sollte genau hinschauen. Denn ein hohes Gehalt bedeutet nicht automatisch, dass auch die finanziellen Rücklagen im selben Maße steigen. Die Höhe der Lebenshaltungskosten am Wohn- und Arbeitsort spielt eine entscheidende Rolle“, sagt Zimmermann.

Die Ergebnisse der 15 größten Städte im Überblick
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(Bild: StepStone Deutschland GmbH)

Darauf könnten zukünftig vor allem die Arbeitnehmer besonders achten, die sich teure Mietkosten geleistet haben, um lange Pendelzeiten zu vermeiden. „Die Bereitschaft, seinen Lebensmittelpunkt in ländliche Regionen zu verlagern, könnte langfristig zunehmen. Denn gerade ausgelöst durch die Corona-Krise bieten immer mehr Unternehmen die Möglichkeit an, zeitlich und örtlich flexibel zu arbeiten. Das könnte für viele Arbeitnehmer attraktiv sein, denn das gesparte Geld können sie dann in eine größere Wohnung oder Freizeitaktivitäten auf dem Land investieren.“

Wo bleibt am meisten übrig?

Der deutschlandweite Sieger ist Holzminden in Niedersachsen: Wer hier wohnt und arbeitet, hat am Ende des Monats im bundesweiten Vergleich am meisten übrig – rund 1.470 Euro. „In Holzminden ist beispielsweise der börsennotierte Duft- und Aromahersteller Symrise ansässig, der zuletzt kurz vor dem Aufstieg in den DAX stand. Die Bezahlung in der Chemiebranche gilt als attraktiv. Die Lebenshaltungskosten in der Region halten sich jedoch im Rahmen“, meint Zimmermann.

Wenn Sie auch analysieren möchten, wie viel Ihres Gehalts am Monatsende übrig bleibt, können Sie den hierfür entwickelten Lebenskostenrechner von StepStone nutzen.

Über die Analyse

Der Kostenreport „Leben und Gehalt im Fokus“ basiert auf 128.000 Gehaltsdaten, die dem StepStone Gehaltsreport 2020 zugrunde liegen. Es wurden Durchschnittsgehälter für 395 Stadt- und Landkreise Deutschland erhoben plus die jeweiligen Lebenserhaltungskosten bestehend aus Miete, Transport, Nahrungsmitteln und Freizeitaktivitäten.

Den vollständigen Report finden Sie hier.

*Quelle: StepStone GmbH

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