Event Rückblick Digital Life Design 2024 – DLD = AI x 35

Ein Kommentar von Jochen Kalka* 4 min Lesedauer

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Unter dem Motto „Dare To Know“ fand von 11. bis 13. Januar 2024 die DLD Konferenz im Münchner House of Communication statt. Erfahren Sie in diesem Kommentar, was B2B Marketer von der Münchner Konferenz lernen können.

Modern, clean, zukunftsgetrieben – das war die DLD Munich 2024.(Bild:  Jochen Kalka, schoesslers)
Modern, clean, zukunftsgetrieben – das war die DLD Munich 2024.
(Bild: Jochen Kalka, schoesslers)

AI. Punkt. Nochmal AI. Und nochmal AI. Insgesamt wurde AI in 35 Vorträgen strapaziert – und das allein laut den offiziellen Themen-Headlines der Speakern. Die Rede ist von dem Burda-Event DLD, das für Digital Life Design steht und laut Initiatorin und DLD-Urgestein Steffi Czerny „keine Digital-Conference ist“, aber auch „keine Tech Conference“, keine „Health-Conference“, sondern eine Kumulation von allem, ein Next Level, wie es um AI stehe und was uns inspiriere. Und das seit 18 Jahren.

AI überall? – Zahlreiche Themen wurden auf der DLD 2024 behandelt, darunter selbstverständlich auch das Trenddthema „Künstliche Intelligenz“.(Bild:  Jochen Kalka, schoesslers)
AI überall? – Zahlreiche Themen wurden auf der DLD 2024 behandelt, darunter selbstverständlich auch das Trenddthema „Künstliche Intelligenz“.
(Bild: Jochen Kalka, schoesslers)

Die Themen der insgesamt 108 Sessions, die über drei Tage in München zelebriert wurden, waren also dementsprechend vielfältig. Vor allem aber ging es um Szenarien. Wie sieht zum Beispiel die Zukunft unseres Business aus? Es ging um Innovationen, um Transformation, fast alles mit der Zutat AI versehen, alias künstlicher Intelligenz. Da die gesamte Veranstaltung in englischer Sprache stattfand, wurde häufiger der Begriff „Artificial Intelligence“ kurz AI, verwendet, als das deutsche Äquivalent.

Wie sieht das B2B der Zukunft aus?

Die Frage, inwieweit B2B unmittelbar von all den Zukunftsgedanken profitiert, kann nicht so einfach beantwortet werden, doch eines muss man den Veranstaltern lassen: Mit den rund 200 Speakern aus aller Welt, die einem stundenlang das Hirn massierten, begann es schon, im eigenen Kopf zu kribbeln.

Und das ist gut so, das ist etwas Besonderes. Besucher befragt, was bei Ihnen durch die Konferenz am meisten hängen geblieben ist oder was sie besonders beeindruckt hat, antworteten: Der viele Stoff müsse sich erst setzen, müsse erst sortiert werden. Oder, um den Top-Journalisten Richard Gutjahr zu zitieren, es sei wie bei einem Kunstevent, die Wirkung komme erst danach.

Söder: Bayern ist wie Kalifornien

Die Keynote hielt diesmal der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Er verglich Deutschland mit den USA, Berlin sei wie das hippe, quirlige New York, während Bayern wie Kalifornien sei. Beim Publikum kam das an. Auch Gastgeber Florian Haller, der als CEO aus der Serviceplan-Gruppe ein Agentur-Konglomerat von rund 7000 internationalen Mitarbeitern gezaubert hat, kam mit seinen Postulaten, „dass wir nicht nur Innovation, sondern auch Optimismus brauchen“, gut an. „Wir können die Welt verbessern, durch unsere Handlungen“, so Haller, der seine großzügigen Agentur-Räumlichkeiten mit zwei Bühnen für das Großevent zur Verfügung gestellt hat.

Amazon: AI funktioniert noch nicht wirklich

„AI funktioniert noch nicht wirklich“, mit diesem provokanten Statement bestach Werner Vogels, Vice President und CTO von Amazon. (Bild:  Jochen Kalka, schoesslers)
„AI funktioniert noch nicht wirklich“, mit diesem provokanten Statement bestach Werner Vogels, Vice President und CTO von Amazon.
(Bild: Jochen Kalka, schoesslers)

Neben AI wurde auf der Bühne ziemlich oft „Optimismus“ gefordert. So auch von Werner Vogels, Vicepresident und CTO von Amazon. Er galt als eines der Highlights auf der DLD, adressierte „morgige Probleme mit heutiger AI“. Er rüttelte auf, indem er provokant sagte: „AI funktioniert noch nicht wirklich“. Erst wenn der Begriff AI verschwunden sei, sei die künstliche Intelligenz selbstverständlich geworden und verinnerlicht. AI sei per se nicht neu, sondern werde seit mindestens 25 Jahren eingesetzt, in fast jedem Gerät, vom Videorekorder bis zum Kühlschrank.

Heute helfe sie immer mehr Unternehmen, „richtig harte Probleme zu lösen“. Vor allem aus dem Food- und Farming-Bereich nannte er Beispiele, von der KI-Analyse bei der Fischzucht über die Kontrolle von Feldern per Drohnen, bis zur Erlangung von Ozean-Daten für die Schifffahrt. Auch im medizinischen Bereich würden durch KI riesige Fortschritte erzielt. Klassische B2B Themen allerdings streifte er weniger.

Aber für alle Bereiche, für alle Branchen, also auch B2B, gelte: KI funktioniere nur mit Daten. „Wir müssen Daten noch mehr demokratisieren“, forderte Vogels, „good AI needs good Data“. Um Daten und Cloud ging es bei etlichen Auftritten. Ohne Daten und ohne Cloud funktioniere AI nicht, hieß es hie und da. Was mehr als logisch ist, aber zugleich ein politischer Wink in Richtung der strengen Datenschutzgrundverordnung, die auf europäischer Ebene manchen KI-Weg erschwere.

Einige KI-Maschinen, darunter ChatGPT, könne von Startups hierzulande nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden, da man sonst mit einem Fuß im Gefängnis sei, so ein Mitarbeiter eines Startups, der nicht genannt werden möchte.

„Weniger German Angst, mehr Bavarian Mut“

Erstmals auf dem DLD war Fabian Mehring, Bayerns neuer Digitalminister. Auch bei ihm wurde KI im Kontext von Cloud und Data aufgegriffen. Ganz getreu dem „Politikersprech“ motivierte er damit, dass man Macher brauche – Forscher, Optimisten. „Wir brauchen weniger German Angst, sondern mehr Bavarian Mut“, so Mehring.

„Weniger German Angst, mehr Bavarian Mut“, fordert Bayerns Digitalminister Fabian Mehring in seinem Impulsvortrag. (Bild:  Jochen Kalka, schoesslers)
„Weniger German Angst, mehr Bavarian Mut“, fordert Bayerns Digitalminister Fabian Mehring in seinem Impulsvortrag.
(Bild: Jochen Kalka, schoesslers)

Unter den Highlights waren Europas größte KI-Initiative appliedAI, die immer mehr ein zentraler Ansprechpartner bei KI-Fragen für Unternehmen wird und auch schon bei der Vogel Convention in Würzburg auf der Bühne Flagge zeigte. Oder Dagmar Schuller, die zeigte, welche Power AI bei „new health solutions“ habe. Mit ihrem Unternehmen audEERING hat Schuller KI entwickelt, die aus der Stimme Informationen ziehen kann, die in der Medizin bei der Diagnostik unterstützen können. In solchen Lösungen liegt Zukunft.

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B2B Unternehmen als Investitionsgüter waren beim DLD seltener vertreten. Die Elektroniksparte von Würth fällt hier positiv auf und stellte schon im vergangenen Jahr einen Erdbeer-Ernteroboter vor, diesmal richtete Würth Elektronik das „Spotlight on a Superfood“. Damit positioniert sich CEO Alexander Gerfer mit seinem Unternehmen als äußerst innovativ – nicht nur für potenzielle Kunden, sondern auch für potenzielle Mitarbeiter.

Fazit

Womit wir beim Menschen wären. Denn, so Amazon-VP Werner Vogels, was wäre die ganze künstliche Intelligenz ohne den Menschen: „Good work needs good people“. Oder, wie ein Zitat geradezu als Leitspruch durch die DLD stolzierte: „Wer in die Zukunft investiert, soll lieber in die Kinder investieren!“

*Dr. Jochen Kalka ist Mitglied der Geschäftsführung bei der Agentur schoesslers.

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