Statement Was das B2B Marketing vom Innovationsgeist des Silicon Valley lernen kann

Ein Kommentar von Michaela Schenk* 4 min Lesedauer

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Wer sich neuen Dingen gegenüber verschließt, der bleibt stehen. Das gilt insbesondere für Technologien, Erfindergeist und Offenheit für Networking in der Geschäftswelt. Was und ob der Industriestandort Deutschland vom „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ lernen kann, lesen Sie hier. Der marconomy B2B Check verrät Ihnen zudem, welche Ansätze sich leicht vom Consumer Bereich übertragen lassen.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, lassen sich von Consumer Trends aus den USA durchaus Brücken für das deutsche B2B Marketing schlagen. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, lassen sich von Consumer Trends aus den USA durchaus Brücken für das deutsche B2B Marketing schlagen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

„Künstliche Intelligenz, Blockchain, virtuelle Realität oder Quantencomputer – Technologien entwickeln sich heutzutage so schnell wie nie. Ein Ort, der für solche Zukunftsentwicklungen steht wie kaum ein anderer, ist das Silicon Valley. Im Tal südlich von San Francisco forschen und arbeiten bedeutende Hightech-, IT- und Internetfirmen wie Alphabet, Apple und Meta an Technologien, die das Potenzial haben, die Gesellschaft und Unternehmensstrukturen umfassend zu verändern.

Im Rahmen einer exklusiven Veranstaltung für die Innovationspreisträger des Jahres 2021 bot sich mir als eine von 20 deutschen GeschäftsführerInnen die einmalige Gelegenheit, mich mit führenden Köpfen aus dem Silicon Valley auszutauschen und neueste Trends kennenzulernen. Dabei konnte ich wertvolle Einblicke in die aktuelle Technologie- und Innovationslandschaft gewinnen. Diese bieten auch viele hilfreiche Erkenntnisse für den deutschen Mittelstand.

Künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie

Die technologische Landschaft des Silicon Valley ist geprägt von der tiefen Integration künstlicher Intelligenz, kurz KI, in den Arbeitsalltag. Unternehmen arbeiten intensiv daran, KI nahtlos in ihre Softwarelösungen zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist SAP, das KI nutzt, um HR-Prozesse zu optimieren. Das Tool generiert Stellenausschreibungen automatisch und selektiert eingehende Bewerbungen basierend auf vorher festgelegten Kriterien. Bei Bedarf lassen sich die Kriterien anpassen, sodass der gesamte Prozess der Bewerberauswahl effizienter gestaltet werden kann. Auch der Absage- und Einladungsprozess ist vollständig automatisiert, was nicht nur Zeit spart, sondern auch die Konsistenz und Fairness im Bewerbungsprozess verbessert.

Um KI für HR-Tools aber beispielsweise auch für Spracherkennungs- und Übersetzungssysteme, Suchmaschinen, Bildanalysen oder zur Erkennung von Desinformationen sowie persönliche Empfehlungen beim Online-Shopping zu nutzen, müssen Unternehmen Daten allerdings konsequent digitalisieren. Ohne eine solide digitale Grundlage können KI-Systeme nicht effektiv lernen und sich weiterentwickeln. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, den Digitalisierungsprozess voranzutreiben und papierbasierte Systeme endlich zu eliminieren.

B2B Check

Auch im Bereich des B2B Marketings ist die Künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken. Marketing Automation, Content-Erstellung und Suchmaschinenoptimierung sind nur einige Beispiele dafür, wie KI im vergangenen und laufenden Jahr an Bedeutung gewinnt. Während Chatbots und Tools immer mehr an Beachtung gewinnen, dürfen jedoch auch herkömmliche Methoden nicht vernachlässigt werden. Dies zeigt sich unter anderem auch in der Studie der Vogel Communications Group aus dem vergangenen Jahr.

Offenheit und Experimentierfreude

Die Mentalität im Silicon Valley ist geprägt von einer offenen, experimentierfreudigen Einstellung. Es geht darum, Ideen auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen, anstatt sich von Hemmnissen und Bedenken einschränken zu lassen. So entwickelte sich beispielsweise auch Airbnb: Während viele Europäer die Idee, private Räume an Fremde zu vermieten, skeptisch betrachteten und sich vor den möglichen Risiken fürchteten, sahen Amerikaner darin eine große Chance. Diese Offenheit und Bereitschaft, neue Konzepte auszuprobieren, hat Airbnb zu einem globalen Erfolg gemacht.

Es herrscht dort eine Denkweise, die als „Yes, and“ bekannt ist und im Gegensatz zum in Europa häufig skeptischen „Ja, aber“ steht. Sie fördert Innovationen und ermöglicht es, neue Ideen und Ansätze schneller zu entwickeln und effektiver umzusetzen. Die Philosophie des „Fail fast“ betont außerdem, dass man durch Scheitern lernt und dass es wichtig ist, schnell aus Fehlern zu lernen und weiterzumachen. Ein weiteres bemerkenswertes Konzept im Silicon Valley ist das „Pay it forward“. Menschen helfen sich gegenseitig ohne sofortige Gegenleistung, in dem Glauben, dass alles irgendwann zurückkommt. Diese Haltung fördert den Austausch von Ideen und Innovationen und schafft ein unterstützendes Netzwerk, in dem jeder von den Erfahrungen und dem Wissen der anderen profitieren kann.

B2B Check

Auch wenn Sie als B2B Marketer vielleicht gerade von Ferien in einem klimatisierten Airbnb träumen oder sich tatsächlich auf Ihren nächsten Urlaub freuen – ein klassischer B2B Case ist der Anbieter bei Weitem nicht. Der Vergleich zwischen USA und Europa hingegen ist aber durchaus vergleichbar. Es kann an vielen Strukturen und Prozessen liegen, dass die Mühlen in europäischen B2B Unternehmen, vor allem im Mittelstand der Industrie, langsamer mahlen als Großkonzerne in den USA. Das ist auch gar nicht schlimm. Dennoch lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Agilität, Change und Zusammenarbeit über bisherigen Grenzen hinaus sind Nichts, wovor Sie per se Angst haben sollten. Auch bisher dem B2C vorbehaltene Elemente, wie beispielsweise das Thema E-Commerce, sollten zukünftig sehr wohl Ihre Beachtung finden.

Netzwerk aus Universitäten, Unternehmen und Investoren

Das Silicon Valley ist auch bekannt für sein dichtes Netzwerk aus Universitäten, Unternehmen und Investoren. Universitäten wie Berkeley und Stanford spielen eine zentrale Rolle im Innovationsnetzwerk. Sie arbeiten eng mit Unternehmen zusammen und ziehen talentierte Köpfe an, die oft im Valley bleiben und zu großen Unternehmen wie Amazon, Apple, Google oder LinkedIn wechseln oder eigene Start-ups gründen. Hinzu kommen Venture-Capital-Firmen, die Milliarden von Dollar in die Unternehmen und ihre Entwicklungen investieren, sodass das vorhandene Netzwerk eine einzigartige Umgebung schafft, in der Innovationen entstehen können.

B2B Check

Auch und gerade im B2B Marketing ist Netzwerk ein sehr entscheidender Faktor. marconomy trägt dazu in vielfältiger Art und Weise bei, so zum Beispiel auch mit den B2B Marketing Days im Oktober.

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* Michaela Schenk ist CEO der MAWA GmbH.

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