Zeitkiller PowerPoint

100 Stunden pro Jahr für Präsentationen

| Autor / Redakteur: Marion Koppitz / Georgina Bott

Eine Umfrage zeigt: die Arbeit mit PowerPoint und Co. wird zu einem wesentlichen Zeit- und Kostenfaktor der deutschen Wirtschaft.
Eine Umfrage zeigt: die Arbeit mit PowerPoint und Co. wird zu einem wesentlichen Zeit- und Kostenfaktor der deutschen Wirtschaft. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Projektmanager, E-Commerce-Experte, Marketingmanager oder Social Media Evangelist – etwas, dass sie alle in ihrem Berufsalltag eint, ist die PowerPoint-Präsentation. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie viel Arbeitszeit in die Erstellung von Präsentationen investiert wird.

„Machen Sie doch schnell für die Besprechung noch ein paar Folien!“ – Was aus dem Munde zahlreicher Vorgesetzter wie eine kleine Routineaufgabe klingt, die nebenbei erledigt werden kann, ist in Wahrheit ein großer Zeitfresser: Durchschnittlich 100 Stunden arbeiten Berufstätige in Deutschland jährlich an Präsentationen – die Arbeit mit PowerPoint und Co. wird damit zu einem wesentlichen Zeit- und Kostenfaktor der deutschen Wirtschaft. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Panel-Befragung unter 1.022 berufstätigen Deutschen, die i-pointing gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT im März 2018 durchgeführt hat.

Die aktuelle Umfrage zeigt den Zeitaufwand für eine Präsentationserstellung sowie die Häufigkeit der Programmnutzung zur Erstellung von Präsentationen.
Die aktuelle Umfrage zeigt den Zeitaufwand für eine Präsentationserstellung sowie die Häufigkeit der Programmnutzung zur Erstellung von Präsentationen. (Bild: i-pointing)

Je höher der Bildungsstand, desto länger dauert die Präsentationserstellung

Dabei antworteten alle Befragten, dass sie mindestens alle vier bis sechs Monate ein Programm zur Erstellung von Präsentationen nutzen. Durchschnittlich nimmt das Erstellen einer einzelnen Präsentation hierzulande 2,2 Stunden in Anspruch. Jeder fünfte benötigt dazu mehr als drei Stunden – bei den Akademikern ist es jeder vierte. Jeder achte unter ihnen (12,3 Prozent) sitzt sogar mehr als vier Stunden im Schnitt an seinem Folienwerk. Grund dafür ist vermutlich, dass Angestellte und Freiberufler mit höherer Formalbildung in der Regel mit komplexeren Aufgaben betraut sind. Das spiegelt sich in der Zeit wider, die für eine entsprechende Präsentations-Darstellung aufgewendet wird. Eine wichtige Erkenntnis für Arbeitgeber beziehungsweise Auftraggeber – denn zum Zeit- kommt für sie hier auch der Kostenfaktor überproportional zu tragen, da Hochschulabsolventen überwiegend zu den oberen Einkommensklassen zählen.

Ohne Präsentationen geht es nicht

Jeder zweite Deutsche, der in seinem Job Präsentationen erstellt, macht dies mindestens einmal die Woche – zwei Drittel mindestens mehrmals im Monat. Immerhin 13,1 Prozent der Befragten sind Heavy User und nutzen sogar täglich beziehungsweise fast täglich ein Programm zur Präsentationserstellung. Allein bei nur einer einzigen Präsentation pro Woche würde sich die Zeit pro Person damit insgesamt auf über 100 Stunden jährlich summieren (bei 46 Arbeitswochen und einer durchschnittlichen Zeit von 2,2 Stunden pro Präsentation).

Spitzenreiter unter den Programmen ist dabei immer noch ganz klar Microsoft PowerPoint, das von rund 81 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat zum Einsatz kommt – bei 55,4 Prozent sogar mindestens einmal in der Woche. Die Konkurrenten Apple Keynote und Prezi liegen mit 26,4 beziehungsweise 21,2 Prozent bei der monatlichen Nutzung weit abgeschlagen auf Platz zwei und drei. Die wöchentliche Nutzung liegt bei 16,7 beziehungsweise 12,7 Prozent.

Wirtschaftsfaktor PowerPoint

Präsentationen bleiben in der deutschen Wirtschaft unabdingbar – ob intern im Unternehmen Projekte vorzustellen, für die Investorensuche oder auch auf Kongressen und Fachveranstaltungen. Doch die Zahlen zeigen, dass das Microsoft Office Programm ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, der häufig immense interne Ressourcen und Kapazitäten bindet. Und ohne an dieser Stelle zu sehr pro domo sein zu wollen, wundert es einen, warum Manager diese Aufgaben nicht viel öfter auslagern. Darüber hinaus zeigt die Umfrage indirekt, wie wichtig es in unserer heutigen Arbeitswelt ist, sich selbst, sein Unternehmen und seine Leistungen gekonnt vor anderen darzustellen. Ob dies immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing.
Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing. (Bild: i-pointing)

Über die Autorin

Marion Koppitz ist Gründerin, Gesellschafterin und CEO von i-pointing, Anbieter für Präsentationserstellung. Die in Passau geborene Betriebswirtin war mehrere Jahre bei Siemens Management Consulting als Präsentationsdesignerin tätig, bevor sie dort als Kommunikationsberaterin Turnaround-Projekte unterstützte. 2001 gründete sie die Firma i-pointing mit der Idee, professionelles Präsentationsdesign rund um die Uhr anzubieten. Ihr Credo: Rettet die Welt vor überflüssigen PowerPoint-Folien!

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