KI in der Texterstellung Besser Texte schreiben mit Künstlicher Intelligenz

Ein Gastbeitrag von Lena Bertler* 5 min Lesedauer

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Während medial noch stark über ihre zukünftige Relevanz diskutiert wird, helfen KI-Tools heute bereits bei der Texterstellung und erleichtern vielen B2B Marketern den Arbeitsalltag. Welche Vorteile diese bieten und wie ein konkretes Vorgehen aussehen kann, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Wörterbuch 2.0: In 4 Schritten zur intelligenten Texterstellung mit KI-Tools(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Wörterbuch 2.0: In 4 Schritten zur intelligenten Texterstellung mit KI-Tools
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Künstliche Intelligenz kann schon jetzt die Arbeit erleichtern. Erste Studien von OpenAI und der University of Pennsylvania gehen davon aus, dass 80 Prozent der Arbeitnehmer in den USA Berufe ausüben, in denen mindestens eine Aufgabe mit Hilfe von KI schneller erledigt werden könnte. Neben der Erstellung von visuellen Elementen und Code können Tools wie ChatGPT vor allem beim Schreiben von Texten unter die Arme greifen. Auf Anfrage erzeugen sie Texte und helfen dabei, effizienter und produktiver zu arbeiten.

Wer den richtigen Umgang mit Chatbots beherrscht, kann die Zeit vom ersten Entwurf bis zum fertigen Text deutlich verkürzen und sich die Arbeit in jeder Phase des Schreibprozesses erleichtern

Schritt für Schritt zu KI-optimierten Texten:

Schritt 1: Ideen sammeln

Noch bevor das erste Wort geschrieben ist, kann ChatGPT bereits wertvolle Hilfe leisten. Denn auf Anfrage liefert das Sprachmodell Themenvorschläge. Lautet der Prompt (Anfrage an das Tool) beispielsweise „10 Themen für einen Corporate Blog Post für ein Unternehmen der Automatisierungstechnik“, dann erhält der User folgende Ideen als Antwort:

  • „Roboter und Cobots: Sichere Koexistenz in der modernen Produktion”
  • „Industrielle Kommunikation: Die Bedeutung von Vernetzung und Industrial Internet of the Things (IIoT) in der Automatisierungstechnik”
  • „Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Fertigungsautomation: Wege zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs”.

Die Ergebnisse werden weiter verfeinert, wenn der User den Chatbot nun bittet, anhand eines bestimmten Punktes weitere Themen vorzuschlagen. Wer mit seinen Anfragen, den so genannten Prompts, präzise umgeht, erhält so in kürzester Zeit eine umfangreiche Liste inhaltlich passender Ideen.

Eine mit ChatGPT erstellte Themensammlung für einen Corporate-Blog-Post(Bild:  chat.openai.com)
Eine mit ChatGPT erstellte Themensammlung für einen Corporate-Blog-Post
(Bild: chat.openai.com)

Schritt 2: Text vorstrukturieren

Steht das Grundthema, unterstützt ChatGPT durch gezielte Fragen bei der Strukturierung des Textes. So kann der Chatbot beispielsweise eine grobe Gliederung zu einem bestimmten Thema generieren, die als Grundlage für die Textstrukturierung dient.

Dabei sollten die Ausrichtung des Textes und die eigene Intention möglichst konkret formuliert sein. Je genauer die Informationen sind, die das Sprachmodell erhält, desto passender fallen die Antworten aus.

Statt der Anfrage „Schreibe eine Gliederung für einen Blogpost über Mensch-Roboter-Kollaboration” sollte der Prompt zum Beispiel lieber so formuliert sein: „Schreibe eine Gliederung für einen Corporate-Blogpost für ein Unternehmen der Automatisierungstechnik, der sich mit Mensch-Roboter-Kollaboration beschäftigt und erläutert, welche Faktoren für eine erfolgreichen Implementierung kollaborativer Roboter im Unternehmen wichtig sind”. Je spezifischer und genauer die Anfrage, desto besser wird in der Regel auch das Ergebnis.

Eine mit ChatGPT erstellte Gliederung für einen Blog-Post zum Thema Mensch-Roboter-Kollaboration(Bild:  chat.openai.com)
Eine mit ChatGPT erstellte Gliederung für einen Blog-Post zum Thema Mensch-Roboter-Kollaboration
(Bild: chat.openai.com)

Auch hier kann ChatGPT im Nachhinein angewiesen werden, einen bestimmten Punkt näher auszuführen oder den Fokus vermehrt auf bestimmte Zusammenhänge zu legen. In unserem Beispiel könnten wir die KI beispielsweise bitten, eine neue Gliederung zu verfassen, die den zuvor vorgeschlagenen Punkt „IV. A. Auswahl geeigneter Robotertypen” mehr in den Fokus stellt. Wer mit dem Ergebnis der Anfrage gar nicht zufrieden ist, kann per Klick auf „regenerate response” eine völlig neue Ausgabe auf Basis des vorherigen Prompts anfordern.

Schritt 3: Abwechslungsreiche Inhalte durch Synonyme, Übersetzungen und Definitionen

Eine schlechte Nachricht gibt es jedoch für Schreibmuffel: Schreiben muss der User noch immer selbst, die Fähigkeiten von ChatGPT reichen in der Regel nicht aus, um längere Texte mit echtem Mehrwert zu generieren. Sobald allerdings der Aufbau des Textes steht, kann ChatGPT während des Schreibens dabei helfen, den Inhalt vielfältiger zu gestalten.

Sprachliche KI kann als eine Art Thesaurus dienen, mit dessen Hilfe der Text durch Alternativformulierungen und Synonyme bereichert wird. „Integration in bestehende Prozesse" wird dank ChatGPT zur „Eingliederung in vorhandene Abläufe” oder zur „Einbettung in laufende Arbeitsschritte”. Auch können Definitionen einzelner Begriffe ausgespielt und eingebunden werden. Mit dieser praktischen Funktion wird der Inhalt eines Textes für die Lesenden verständlich aufbereitet.

Eine mit ChatGPT erstellte Definition für den Begriff “Cobot”(Bild:  chat.openai.com)
Eine mit ChatGPT erstellte Definition für den Begriff “Cobot”
(Bild: chat.openai.com)

ChatGPT macht auch vor der Mehrsprachigkeit nicht halt. Das Tool ermöglicht Übersetzungen, die oft differenzierter und natürlicher sind als die Übersetzungen herkömmlicher Programme. Auch fremdsprachige Zitate können schnell für das eigene Dokument übersetzt werden.

Schritt 4: Text analysieren lassen

Eines der spannendsten Einsatzszenarien von ChatGPT ist die Textanalyse. Konkret bedeutet das, dass der Chatbot Zusammenhänge innerhalb eines Textes erkennen und zum Beispiel den Ton, die Stimmung, Schlüsselwörter und vieles mehr in einem Text analysieren und mit den richtigen Prompts auch gezielt umformulieren kann. Beispielsweise kann die Sprach-KI angewiesen werden, einen Satz wissenschaftlicher oder leichter verständlich zu formulieren.

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Außerdem kann das Sprachmodell Textpassagen zusammenfassen. Das erleichtert es, den Textfluss zu überprüfen. Und auch für die Lesenden können kurze Zusammenfassungen hilfreich sein, um den Text besser zu verstehen. Das Ergebnis sind optimierte Inhalte und eine verbesserte Lesbarkeit - Aspekte, durch die der Arbeitsprozess und das Endergebnis um ein Vielfaches produktiver werden.

Texteditoren mit integrierter KI

Generative KI trägt bei der Texterstellung auf vielfältige Weise dazu bei, effizienter, schneller und kreativer zu arbeiten. Umso praktischer natürlich, wenn der intelligente Assistent direkt im Texteditor verwendet werden kann. Leider müssen sich die meisten Nutzer von Platzhirsch Microsoft Office noch eine ganze Weile gedulden – der KI-Assistent „Copilot“ ist derzeit nur für große Unternehmen ab 300 Benutzern verfügbar.

Es gibt jedoch eine Alternative: die Open-Source-Office-Suite ONLYOFFICE hat bereits vor einigen Monaten ein eigenes ChatGPT-Plugin veröffentlicht. Damit können Nutzer direkt in den Editoren von ONLYOFFICE Docs sämtliche Stärken des KI-Sprachmodells nutzen. Synonyme, Übersetzungen, Zusammenfassungen und Definitionen werden durch dieses Plugin in die vertraute Arbeitsumgebung eingebunden.

Keyword-Suche mit dem ChatGPT-PlugIn innerhalb des Texteditors von ONLYOFFICE(Bild:  ONLYOFFICE)
Keyword-Suche mit dem ChatGPT-PlugIn innerhalb des Texteditors von ONLYOFFICE
(Bild: ONLYOFFICE)

Das vereinfacht nicht nur den Schreibprozess, sondern ermöglicht auch eine höhere Produktivität und Qualität bei der Erstellung von Textdokumenten. Noch einfacher wird es mit integrierten Befehlen: Für ein markiertes Wort oder einen Satz findet der User im Kontextmenü Zusammenfassungen, Schlüsselwörter, Definitionen und Übersetzungen. Die Definitionen können über einen Link mit dem jeweiligen Wort verbunden werden und sind dann für die Lesenden bei Bedarf abrufbar.

Fazit: ChatGPT – ein KI-gesteuertes Werkzeug für Schreibende

ChatGPT bietet bei der Text- und Dokumentenerstellung vielfältiges Potenzial. Durch die Integration in Textverarbeitungsprogramme kann das Sprachmodell nahtlos in den Arbeitsprozess integriert werden und somit die Effizienz und Produktivität steigern. Mit einer bewussten und verantwortungsvollen Nutzung können Schreibende von den Vorteilen der KI profitieren und gleichzeitig die eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln. Die Zukunft der Dokumentenerstellung sieht mit ChatGPT und ähnlichen Technologien vielversprechend aus, und es liegt an den Nutzern, diese Technologien optimal anzuwenden und die Weiterentwicklung mitzugestalten.

*Lena Bertler ist Redakteurin bei der Agentur Medienstürmer

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