Von der Entwicklung des traditionellen CMS zu vernetzten Architekturen: Die Anforderungen an Unternehmen haben sich grundlegend verändert. Sie müssen verschiedene Kanäle bedienen und zusätzlich eine konsistente Kommunikation gewährleisten. Die innovative Content Federation löst hier das klassische CMS ab.
In der heutigen digitalen Ära haben sich die Anforderungen an Unternehmen stark verändert. Um in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Markt erfolgreich zu sein, müssen Marken nicht nur eine Vielzahl von Kanälen bedienen, sondern dabei auch eine einheitliche und konsistente Kommunikation sicherstellen. Dieser Bedarf hat zur wachsenden Bedeutung von Content Management Systemen (CMS) geführt, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Präsenz auf verschiedenen Kanälen effektiv zu verwalten.
Die Zeiten, in denen Unternehmen nur ihre Website betrieben haben, sind vorbei. Heute müssen sie sich mit einer Vielzahl von digitalen Plattformen auseinandersetzen, darunter soziale Medien, mobile Anwendungen, E-Mail Marketing und mehr. Diese Vielfalt birgt aber auch das Risiko einer uneinheitlichen Kommunikation, die die Markenbotschaft verwässern und die Kundenbindung beeinträchtigen kann.
Zumindest in der Theorie versprechen Content Management Systeme hier Abhilfe. Sie sollen als zentrale Plattform dienen, um Inhalte zu erstellen, zu organisieren, zu bearbeiten und zu veröffentlichen – unabhängig vom Kanal, über den sie letztendlich verbreitet werden.
Darüber hinaus sollte ein CMS auch eine effiziente Verwaltung aller Kanäle ermöglichen, und das muss schnell gehen. Marken müssen zügig auf Geschehnisse reagieren können. Die Systeme versprechen den Unternehmen, durch die zentrale Steuerung von Inhalten Zeit und Geld zu sparen, genauer gesagt indem die Inhalte an einem Ort erstellt und dann nahtlos für die gewünschten Kanäle (im Frontend) bereitgestellt werden.
In der Vergangenheit aber ist es genau an diesem Punkt oftmals zu Schwierigkeiten gekommen. Im Fokus der Entwickler stand häufig das Frontend, die Eingabe von Inhalten hingegen wurde vernachlässigt. Services von Drittanbietern haben die Backend-Entwicklung fragmentiert und machten es Softwarearchitekten immer schwerer, funktionale und skalierbare Lösungen zu entwerfen. Die Systemarchitektur war geprägt von Insellösungen.
Werfen wir daher im Folgenden gemeinsam einen Blick auf diese Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft von Content Management Systemen.
Vom monolithischen Ansatz zur ganzheitlichen Betrachtung
Die Vergangenheit war monolithisch und rein webbasiert: Monolithische Systeme wie Drupal, AEM oder Wordpress waren für beides zuständig und boten eine Content Management Umgebung, renderten aber auch die Website. Wenn es allerdings um die kanalübergreifende Bereitstellung von Content ging, kamen die bestehenden Systeme an ihre Grenzen. Monolithische CMS sind nämlich nicht in der Lage, die maßgeschneiderten Erlebnisse zu liefern, die Unternehmen ihren Kunden heute bieten müssen.
Die digitalen Touchpoints sind kurz vor dem Explodieren, Inhalte müssen kanalübergreifend bereitgestellt werden. Die Gegenwart ist daher API-orientiert: API-basierte oder sogenannte Headless Content Management Systeme wurden entwickelt, um das Problem der Multichannel-Inhaltsverteilung zu lösen, das durch zu starre Web Content Systeme der ersten Generation verursacht wurde. Sie haben die Ausspielung von Inhalten an mehrere Ziele mit einer Frontend-unabhängigen Technologie deutlich vereinfacht.
Seitdem hat das Headless CMS seinen anhaltenden Wert bewiesen, indem es die Geschäftskontinuität unabhängig von der digitalen Plattform sicherstellt. Ob es sich um ein etabliertes Webframework, eine sprachgesteuerte KI oder vermeintliche neuere Technologien wie Augmented- oder Virtual Reality handelt, Headless CMS sorgen für die nahtlose Bereitstellung und Nutzung von Inhalten. So können Unternehmen sicher sein, dass sie das, was auch immer als Nächstes kommt, problemlos zu einem Teil ihrer digitalen Strategie machen können.
Und es geht weiter! Die Zukunft gehört kombinierbaren Architekturen oder auch Composable Architectures. Sie ist API-orientiert sowie Frontend- und Backend-agnostisch: Content Federation stellt einen neuartigen Ansatz für die Zusammenführung von Daten aus verschiedenen Quellen mit einer aus unserer Sicht vollständig verwalteten, gesicherten und vereinheitlichten API dar. Mittels Content Federation können Unternehmen die hohen Integrationskosten senken und sich darauf konzentrieren, ihr Produkt schneller und mit weniger Aufwand auf den Markt zu bringen.
Stand: 08.12.2025
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Federated Content Management Systeme – die dritte Generation ist startklar
Nach Headless CMS kommen nun die Federated Systems. Im Gegensatz zum Content Hub Ansatz können Marken mit einer Federated Content Platform Inhalte und Daten aus beliebigen Systemen von Drittanbietern beziehen und in ihr System integrieren. Dabei kann es sich um ein anderes CMS handeln, auch um ältere CMS, um Teile eines E-Commerce Stacks wie ein Digital Asset Management System (DAM) oder ein Product Inventory Management System (PIM). Auch benutzerdefinierte oder öffentliche APIs wie Bestands- oder Wetterdaten können erfasst werden, ebenso eine private API hinter einer Firewall, wie zum Beispiel eine Branchendatenbank.
Die Content Federation ist somit ein unschätzbares Werkzeug für Unternehmen, die sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen. Durch die Rationalisierung des Systemintegrationsprozesses im Backend können sie sowohl Kosten als auch Arbeits- und Zeitaufwand erheblich reduzieren und ihre Ressourcen und ihr Augenmerk auf die Bereitstellung eines möglichst wertorientierten digitalen Erlebnisses für ihre Kunden verwenden und lenken.
*Michael Lukaszczyk ist CEO und Mitbegründer von Hygraph.