Studie vom German Design Council Design kann Unternehmenswert steigern

Ein Gastbeitrag von Katharina Hempel* 3 min Lesedauer

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Design leistet in Unternehmen deutlich mehr als nur Gestaltung, wie eine Studie des German Design Council zeigt. Wer Design strategisch einsetzt, schafft Raum für Innovation, Differenzierung und Wachstum.

Die Studie „Design in Business“ zeigt, dass Design nicht nur ästhetisches Beiwerk ist, sondern ein Business-Faktor mit messbarem Impact. (Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Die Studie „Design in Business“ zeigt, dass Design nicht nur ästhetisches Beiwerk ist, sondern ein Business-Faktor mit messbarem Impact.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

In vielen Unternehmen wird das Thema Design immer noch auf Form und Oberfläche reduziert. Doch die aktuelle Studie „Design in Business“ des German Design Council – Rat für Formgebung zeigt: Design leistet deutlich mehr. So steigert eine durchdachte Gestaltung nicht nur die Produktqualität und Zufriedenheit der Kunden, sondern hat nachweislich Einfluss auf Umsatz, Innovationsfähigkeit und Wert eines Unternehmens.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Philipp Thesen und der Hochschule Darmstadt und analysiert die Rolle von Design in 170 deutschen Unternehmen. Exemplarisch wurden zudem neun Industrieunternehmen, darunter Viessmann (Heiz-, Klima- und Energielösungen), RECARO (Sitzsysteme), Festo (Automatisierungstechnik) und Dräger (Medizin- und Sicherheitstechnik) hinzugezogen. Dabei wurde erstmals der „Design for Value Creation Impact Score“ ermittelt – ein Reifegradmodell, das den messbaren Einfluss von Design aufzeigt.

Wirkung von Design ist messbar

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Design in Unternehmen ist ein unterschätzter, oft unsichtbarer Treiber für Wertschöpfung. Besonders im industriellen B2B Umfeld. Gerade dort, wo Transformation, Differenzierung und Marktpositionierung zählen, kann es einen entscheidenden Hebel bieten. Die Wirkung von Design lässt sich auf die folgenden vier strategischen Ebenen einordnen:

  • 1. Differenzierung im Wettbewerb: 79 Prozent der Befragten bestätigen: Design verbessert Usability, Markenwahrnehmung und Nutzungserlebnisse. In investitionsintensiven Branchen wie Maschinenbau oder Gebäudetechnik wird das zur entscheidenden Differenzierung – nicht nur beim Produkt, sondern entlang der gesamten Customer Journey.
  • 2. Innovation mit Kundennähe: 71 Prozent geben an, dass Designer an der Entwicklung innovativer Lösungen beteiligt sind. Besonders im industriellen Kontext wirkt Design als Brücke zwischen Technik, Markt und Mensch. Methoden wie Design Thinking, UX-Tests und Co-Creation fördern marktfähige Produktentwicklungen.
  • 3. Transformation im Unternehmen: Die Hälfte der Befragten sehen Designer als aktive Treiber von Transformation. Doch die qualitative Analyse zeigt ein anderes Bild: Designer arbeiten in agilen Teams, gestalten Change-Prozesse mit und verbessern die organisationsweite Nutzungsorientierung. Oft geschieht das jedoch ohne offizielle Mandate oder Budgets und daher „unsichtbar“.
  • 4. Strategie und Zukunftsfähigkeit: Lediglich 45 Prozent der befragten Unternehmen binden Designer in die Strategieentwicklung ein. Dabei zeigen Unternehmen wie VAUDE oder RECARO, dass Design ein zentrales Werkzeug sein kann, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele zu verbinden. Noch wird dieses Potenzial vielfach verschenkt.

Wie steht es um die Designreife deutscher B2B Unternehmen?

Die Studie „Design in Business“ macht deutlich: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, wie Design erfolgreich eingesetzt und genutzt werden kann. Vielmehr kommt es auf die Branche und Unternehmensgeschichte an. Die Modelle der Best-Practice-Fälle reichen von dezentraler Designführung über holokratische Strukturen bis zur vollständigen Integration in die Geschäftsführung.

Weitere Learnings von den Best-Practice-Unternehmen:

  • Festo zeigt, dass konsequente Governance und Veto-Rechte Designqualität sichern – auch bei 36.000 Produkten.
  • Viessmann beweist, dass langjährig gelebte Designkultur zu kollektiver Designkompetenz führen kann – unabhängig von formalen Strukturen.
  • RECARO nutzt Design als systemischen Klammermechanismus für fünf Geschäftsfelder und stärkt so das Markenversprechen.
  • Kurz demonstriert, wie Designteams über Zukunfts- und Materialtrends ganze B2B Märkte mitgestalten können.

Design wird zum Business-Faktor

Die Studie „Design in Business“ zeigt außerdem, dass Design nicht nur ästhetisches Beiwerk ist, sondern ein Business-Faktor mit messbarem Impact. In B2B Unternehmen kann es Innovationszyklen beschleunigen, Märkte differenzieren und komplexe Transformationsprozesse begleiten.

Wer Design ernst nimmt, verankert es nicht erst in Produkten, sondern bereits in der Unternehmens-DNA. Und sorgt damit für wirtschaftliche Resilienz und nachhaltiges Wachstum. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist jederzeit möglich. Unternehmen profitieren von Design, wenn bestimmte Erfolgsfaktoren erfüllt sind. Dazu zählen: frühzeitige Einbindung in Strategie und Innovation, professionelle Designorganisation sowie Sichtbarkeit und interne Akzeptanz.

*Katharina Hempel ist Manager Communications beim German Design Council. Sie verantwortet die Kommunikation zu den Bereichen Stiftung und Studien.

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