Im B2B Marketing stehen datengetriebene Strategien im Vordergrund. Der Wert kreativer Ansätze wird dabei leicht übersehen – vor allem, wenn es um die Vermittlung komplexer Themen geht. Kreativität kann jedoch Innovation inspirieren und starre und sterile Kampagnen in aufrichtige und empathische Marketingmomente verwandeln.
Ran an die Pinsel und Stifte! Kreativität ist dank dem Einsatz von verschiedenen Methoden und Technologien auch im B2B möglich.
In vielen Fällen drehen sich Strategien im B2B Marketing um die Darstellung von Produktvorteilen und -features. Faktoren wie Effizienz und Return on Investment (ROI) stehen dabei oft im Mittelpunkt. Dabei neigen wir dazu, zu übersehen, dass Käufe im B2B Bereich nicht von Unternehmen, sondern von Individuen getätigt werden. Menschen mit den gleichen Hoffnungen, Ängsten und Interessen wie wir alle.
Unabhängig davon, wie technisch komplex oder spezifisch ein Produkt ist, gibt es Möglichkeiten, die Kernzielgruppe auf kreative Weise anzusprechen. Das fängt damit an, den Menschen hinter dem Unternehmen oder der Rolle, die als Zielgruppe definiert wurde, direkt zu adressieren: Die Entscheidung über die Einführung eines neuen Produktes ist für Führungskräfte mit Stressfaktoren und Erfolgsdruck verbunden. Marketingstrategien müssen diese vorhersehen und hilfreiche Inhalte liefern, die einfühlsam eine Verbindung zu der Person herstellen, die hinter dem Kauf steht.
Dieser Artikel teilt einige einfache Schritte, die Sie in Ihre Prozesse integrieren können. Einige dieser Tipps unterstützen dabei, B2B Marketing mit neuer Kreativität zu füllen und Ihren Business Case ansprechend zu präsentieren.
Neudefinition von Kreativität für Marketingfachleute
Zunächst sollten wir klären, was kreatives Arbeiten im B2B Marketing überhaupt bedeutet. Oft wird Kreativität mit der Idee verbunden, dass sie etwas Künstlerisches ist oder dass kreatives Arbeiten ein Talent ist, das nur wenigen vorbehalten bleibt. Im Grunde ist Kreativität jedoch einfach der Akt, etwas zu erschaffen. Im Marketing bedeutet das, neue Ideen zu entwickeln, Wahrnehmungen zu formen und vor allem, den Wunsch nach Veränderung und Handeln zu wecken.
Kreative Kampagnen und Kommunikationsstrategien sind erfolgreich, wenn Marketing es wagt, Ideen zu erforschen, im Team weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen. Es geht nicht darum, von Anfang an das perfekte Konzept zu entwerfen, sondern vielmehr, sich auf eine iterative Reise einzulassen. Kreativität ist die Bereitschaft, zu experimentieren, sich anzupassen und während diesem Prozess immer weiter zu lernen. Großartige Ideen sind zwar wichtig, doch kreativ zu sein bedeutet auch, sich bewusst zu machen, dass die Suche nach der „perfekten“ Idee ein Entwicklungsprozess ist.
4 Strategien für mehr Kreativität
Wie können Marketingfachleute mehr Kreativität in ihre Arbeiten integrieren? Diese vier Strategien helfen, neue Perspektiven bei der Erstellung von Inhalten und Strategien für das B2B Marketing zu gewinnen:
1. Die Sichtweise wechseln
Die Fähigkeit, verschiedene Blickwinkel einzunehmen, ist entscheidend.
Ein gutes Hilfsmittel dazu ist das Abbilden der User Journeys von verschiedenen Zielgruppen. In jeder Phase der Customer Journey tauchen diverse Stressfaktoren, Einflüsse und Erwartungen auf, die es zu identifizieren gilt.
Wer diese Bedürfnisse für jede Phase antizipiert, kann den Usern entsprechende Hilfestellungen geben und die eigenen Prozesse verbessern. Hier bieten sich interaktive Inhalte wie Quizze oder Kalkulatoren an, um das Interesse der Kunden zu wecken und wertvolle datengestützte Erkenntnisse für die weitere Personalisierung zu gewinnen.
Indem Sie personalisieren und Lösungen anbieten, bevor die Sorge auf Kundenseite überhaupt aufkommt, können Sie effektive und emotionale B2B Marketingangebote schaffen und ein zuverlässiger Partner sein.
2. Analysieren, wie andere Teams ähnliche Projekte angehen
Um neue Einsichten zu gewinnen, kann es hilfreich sein, die Herangehensweisen von Kollegen oder anderen Teams an ähnliche Projekte zu analysieren. Durch Beobachtung und Fragen wie „Was würden wir anders machen?“ oder „Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?“ können Sie verschiedene Problemlösungsansätze identifizieren und innovative Ideen für eigene Kampagnen entwickeln.
Die Verfügbarkeit von Künstlicher Intelligenz (KI) hat einen großen Einfluss auf das Marketing. Generative KI ist eine großartige Option, um den Prozess in Brainstormings oder bei einer kreativen Blockade in Gang zu bringen. Teams können die KI entsprechend prompten, um neue Ideen zu generieren. Ebenso können sie die KI am Ende einer großen Brainstorming-Session bitten, die Ideen zusammenzufassen und zu synthetisieren, was es erleichtert, Tausende verschiedene Inputs schnell zu verstehen.
Stand: 08.12.2025
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Mit der Integration von generativer KI in Whiteboarding-Tools ist dies jetzt sogar innerhalb eines einzigen Programms möglich. Während die KI den Ideenfluss einleitet, konzentrieren sich die Marketingteams auf die Feinabstimmung der relevantesten Einfälle.
4. Unvollkommenheit zulassen
Um kreative Blockaden zu überwinden, muss zunächst der Anspruch auf sofortige Perfektion weichen. Beim Brainstorming sollten Marketingexperten unausgereifte Ideen und Konzepte zulassen. Um den Druck aus der Ideenfindungsphase zu nehmen, hilft es, Gedanken zunächst auf virtuellen Whiteboards mit visuellen Hilfsmitteln wie Post-Its und GIFs festzuhalten. Dieses Vorgehen bringt den kreativen Ball ins Rollen und fördert einen anpassungsfähigen kreativen Prozess.
Wir sind Zeugen der steigenden Popularität von Automatisierung und KI im Marketing und wie sie die Herangehensweise an unsere Aufgaben verändert – von der Erstellung von Inhalten bis hin zur Zielgruppenansprache. Manche befürchten allerdings, dass die Automatisierung schleichend unsere Kreativität untergräbt.
Gezielt und clever eingesetzt, kann KI jedoch ein großer Gewinn für kreatives Schaffen sein. Automatisierung und KI ermöglichen Marketingfachleuten, wiederholende Aufgaben zu automatisieren und so mehr Zeit für strategisches Denken zu gewinnen. So können Teams eine Kultur des Experimentierens etablieren.
Denn Innovation erfordert Experimente. Scheitern diese jedoch, werden sie als Zeit- und Ressourcenverschwendung angesehen, was dazu führt, dass Teams Angst haben, neue Ideen zu testen. Der Einsatz von hilfreichen Technologien versetzt Teams dagegen in die Lage, Erkenntnisse zu gewinnen, Botschaften zu verfeinern und auf neue Weise mit Zielgruppen in Kontakt zu treten, sowie Experimente effizient vorzubereiten und durchzuführen. So wird Experimentieren zur Standardpraxis, die andere Aufgaben des Tagesgeschäfts weder tangiert noch beeinträchtigt.
Fit für die Zukunft mit kreativem und empathischem Marketing
Marketingteams müssen auch zukünftig beweglich bleiben. Die Marketingbranche wird in den kommenden Jahren bedeutende Neuerungen erleben, und die erfolgreichsten Teams sind bereit für den Wandel. Auch wenn sich Kanäle, Technologien und Strategien im Laufe der Zeit ändern, werden die Individuen dahinter stets die gleichen menschlichen Wünsche, Bedenken und Neigungen haben, was Kreativteams hilft, eine Verbindung zur Person hinter dem Unternehmen aufzubauen. Kreativität ist also keine Randnotiz im B2B Marketing; sie hilft uns, in sich wandelnden Zeiten relevant zu bleiben, und ist eine treibende Kraft für Innovation, Gewinn und Strategien, die nachhaltig begeistern.
*Nathan Rawlins ist Chief Marketing Officer bei Lucid Software.