Schneller, günstiger, skalierbar: Immer mehr B2B Unternehmen nutzen KI-generierte Bilder im Marketing. Zu verlockend sind die Vorteile der künstlichen, immer perfekten Darstellungen. Doch wie wirken sich KI-Bilder auf die Markenwahrnehmung aus? Ein kurzer Ratgeber.
Der Einsatz KI-generierter Bilder eröffnet B2B Unternehmen neue Spielräume in der visuellen Kommunikation.
Künstliche Intelligenz verändert die Bildgestaltung rasant – auch im B2B Marketing. Immer mehr Unternehmen nutzen Tools wie Midjourney oder Adobe Firefly, um Bildmaterial schneller, günstiger und skalierbar zu erstellen. Doch mit der Effizienzsteigerung gehen neue Herausforderungen einher. Nicht zuletzt sollten sich Entscheider fragen, was es für die Markenwahrnehmung bedeutet, wenn visuelle Inhalte nicht mehr „echt“ sind und wie sich der Einsatz von KI-Bildern auf das Vertrauen von Geschäftskunden auswirken kann.
Wenn Bilder zu perfekt sind
Visuelle Inhalte gelten im Marketing seit jeher als starke Vertrauensanker. Sie erzeugen Emotionen, transportieren Markenwerte und dienen der Orientierung. Gerade im B2B vermitteln Bilder Kompetenz, Seriosität und Innovationskraft. Mit dem Einsatz von KI zur Bildgenerierung verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Realität und Konstruktion.
Die generative KI zerstört das ursprüngliche Wesen, das ein Foto überhaupt ausgemacht hat.
Matthias Duschner, Fotograf und Kommunikationswissenschaftler
Während klassische Tools wie Photoshop vorhandene Bilder optimieren, erstellen KI-Systeme komplett neue Visuals auf Basis von Prompts. Das Ergebnis sind fotorealistische Szenen, die kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind. Entscheider in Industrieunternehmen müssen abwägen: Unterstützt ein solches Bild die Authentizität der Marke – oder gefährdet es sie?
Wird später publik, dass ein vermeintliches Werksfoto KI-generiert war, kann dies insbesondere bei erklärungsbedürftigen Investitionsgütern oder komplexen Dienstleistungen zu Irritation führen. Vertrauen – ein zentrales Gut im B2B – steht auf dem Spiel.
EU AI Act: Rechtliche Klarheit bei Urheberrechten
Viele KI-Systeme greifen auf Trainingsdaten aus unklaren Quellen zurück. Entsprechend oft ist nicht eindeutig geklärt, ob generierte Bilder urheberrechtlich geschützt sind. Im schlimmsten Fall drohen Abmahnungen oder Imageschäden.
Mit dem Inkrafttreten des EU AI Acts im August 2024 gelten neue rechtliche Anforderungen für KI-generierte Inhalte. Insbesondere für sogenannte „Deepfakes“ und andere KI-generierte Medieninhalte besteht künftig eine Kennzeichnungspflicht. Diese Verpflichtung betrifft vor allem Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, um Transparenz gegenüber den Nutzern sicherzustellen. Nutzer selbst sind derzeit nicht direkt von dieser Kennzeichnungspflicht betroffen. Die Umsetzung dieser Regelungen erfolgt schrittweise innerhalb von 24 Monaten nach Inkrafttreten der Verordnung.
Für B2B Unternehmen, die ihre Produkte weltweit vertreiben, bleibt aber ein rechtskonformer Umgang mit Bildmaterial essenziell. Wer auf KI-Bilder setzt, sollte deshalb auf Tools und Bildanbieter vertrauen, die ausschließlich mit lizenzierten, nachweisbaren Quellen arbeiten – etwa Pixabay, Unsplash oder Freeimages.
3 Strategien für einen vertrauensbildenden KI-Einsatz
Unternehmen, die KI in der Bildgestaltung einsetzen wollen, sollten klare Leitlinien definieren. Diese drei Prinzipien helfen, das Vertrauen von Kunden, Partnern und Stakeholdern zu sichern:
1. Transparenz: Kennzeichnung von KI-generierten Bildern – etwa durch dezente Hinweise in der Bildunterschrift oder im Impressum.
2. Authentizität: Einsatz von KI-Bildern für kreative Illustrationen – nicht zur Simulation realer Prozesse, Standorte oder Personen.
3. Rechtssicherheit: Nutzung rechtlich einwandfreier Bildquellen und regelmäßige Schulung der Marketingverantwortlichen im Umgang mit KI.
Gerade im B2B Kontext, wo Kaufentscheidungen oft rational getroffen werden und Vertrauen eine langfristige Rolle spielt, ist ein strategischer Umgang mit visueller KI unerlässlich.
KI-Bilder in der Markenkommunikation
Der Einsatz KI-generierter Bilder eröffnet B2B Unternehmen neue Spielräume in der visuellen Kommunikation – sowohl hinsichtlich Effizienz als auch gestalterischer Möglichkeiten. Um diese Potenziale nachhaltig zu nutzen, ist jedoch ein bewusster und reflektierter Umgang erforderlich. Entscheidend ist, dass KI-Bilder nicht zur Irreführung beitragen, sondern gezielt dort eingesetzt werden, wo sie kreative oder illustrative Mehrwerte bieten.
Eine klare Kennzeichnung der Bildherkunft stärken das Vertrauen in die Marke. Ergänzend dazu ist es ratsam, rechtliche Rahmenbedingungen regelmäßig zu prüfen – insbesondere bei internationalem Einsatz – und unternehmensinterne Leitlinien zum Einsatz generativer KI zu etablieren.
Mit einer strategischen Herangehensweise können Unternehmen die Vorteile visueller KI-Technologie nutzen, ohne die Glaubwürdigkeit ihrer Markenkommunikation zu gefährden. Perspektivisch wird es darauf ankommen, ethische, rechtliche und kommunikative Standards kontinuierlich weiterzuentwickeln, um das Vertrauen von Kunden, Partnern und der Öffentlichkeit langfristig zu sichern.
*Markus Bockhorni ist Gründer und Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Online Marketing.
Stand: 08.12.2025
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