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In eigener Sache Masks & Tasks – Erkenntnisse aus 6 Monaten Eventplanung unter Corona

| Redakteur: Nicole Kareta

Fehlende Präsenzveranstaltungen als Folge von COVID-19 sind eine Herausforderung für Marketingabteilungen in allen Industriebranchen. Die scheinbar unüberschaubaren digitalen Ersatzangebote zwingen Entscheidungsträger, Formate genau auf ihre Erfolgsaussichten und nachhaltigen Ergebnisse zu prüfen.

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Am 10. November 2020 finden die Industry Days statt – mit einer Live-Konferenz, Keynotes und vielen weiteren Formaten.
Am 10. November 2020 finden die Industry Days statt – mit einer Live-Konferenz, Keynotes und vielen weiteren Formaten.
(Bild: Vogel Communications Group)

Im Interview teilen Doris Beckmann, Managing Director ngn – new generation network, und Philipp Uhl, Digital Cooperations Vogel Communications Group, ihre Erfahrungen aus vergangenen Veranstaltungen und geben Einblicke, wie sich diese Learnings auf das Konzept der bevorstehenden Veranstaltungsreihe des Industrial Generation Network, die Industry Days, auswirken .Industrial Generation Network ist eine Kombination aus ganzjähriger digitaler Plattform und hybriden Eventformaten. International agierende Industrieexperten und Unternehmen haben hier die Möglichkeit, ihre Produkte, Lösungen und Innovationen zu präsentieren und mit Kunden bzw. Interessenten sowohl im Rahmen von Live-Veranstaltungen wie auch digitalen Anlässen in Kontakt zu treten.

Wie habt ihr beide Erfahrungen in der Veranstaltungsbranche gesammelt?

Doris Beckmann, Managing Director ngn – new generation network
Doris Beckmann, Managing Director ngn – new generation network
(Bild: Vogel Communications Group)

Doris: Seit meinem Start bei ngn im Jahr 2007 bin ich in der Event-Branche tätig. Mein Fokus lag von Beginn an auf der Erweiterung und Transformation von großen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Messen mit Hilfe von digitalen Angeboten und Services. Nicht nur, weil die Digitalisierung ohne Zweifel neue Geschäftsmodelle ermöglicht, sondern auch weil Veranstalter auf Basis digitaler Plattformen ihre Zielgruppen ganzjährig erreichen können und hierüber zusätzliche Möglichkeiten für Leadgenerierung, Wissensaustausch und Networking kreieren. Die aktuelle Situation bietet uns allen die Chance, neue Eventformate zu testen und zu entwickeln und Zukunftstrends für die Eventkommunikation maßgeblich mitzugestalten.

Als Teil der Vogel Communications Group kombinieren wir hierbei branchenspezifisches Industrie-Fachwissen, jahrelange Erfahrung im B2B-Publishing und unsere Digital- und Eventexpertise, um unsere Kunden bei der Entwicklung neuer Erlösströme und Geschäftsmodelle zu unterstützen.

Philipp: Meine Reise im Veranstaltungsgeschäft begann in der Verlagswelt. Ich arbeitete für Next Industry, eine gedruckte und digitale Publikation innerhalb der Vogel Communications Group, die sich auf die digitale Transformation konzentriert. Währenddessen begann ich mit dem Aufbau regelmäßig stattfindender Expertengespräche sowie eines jährlichen Events namens „The Future Code“, bei dem wir über 500 Besucher verzeichnen konnten. In diesem Jahr standen wir vor der Herausforderung, „The Future Code“ innerhalb von sechs Wochen von einer analogen Veranstaltung zu einem hybriden Event umzubauen, das persönliche Studiositzungen mit digitalen kombiniert. Aufgrund meiner früheren Rolle als Chefredakteur nehme ich außerdem regelmäßig als Moderator an anderen Branchenveranstaltungen, wie den Digital Days der Hannover Messe, teil.

Was hat euch dazu bewogen, Industrial Generation Network und die Veranstaltungsreihe Industry Days zu gründen?

Doris: Im März, als die COVID-19-Pandemie Europa erreichte und die Messeveranstalter begannen, ihre Veranstaltungen – manchmal innerhalb weniger Tage vor dem Starttermin – abzusagen, erkannten wir, dass digitale Lösungen in der Veranstaltungsbranche künftig eine noch größere Rolle spielen werden. Diese frühe Erkenntnis veranlasste uns zur Entwicklung einer eigenen Plattform, dem Industrial Generation Network. Die Plattform bietet weltweit agierenden Industriefachleuten und Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte, Lösungen und Innovationen zu präsentieren und mit registrierten Professionals in Kontakt zu treten. Zudem gibt es eine Matchmaking-Funktion, die den Nutzern und ihren Unternehmen hilft, die für sie relevantesten Kontakte zu finden. Über diese Funktionen hinaus ist die Plattform selbst eine Technologielösung, die registrierten Unternehmen die Ankündigung und Bewerbung eigener digitaler Veranstaltungen ermöglicht.

Philipp Uhl, Digital Cooperations Vogel Communications Group
Philipp Uhl, Digital Cooperations Vogel Communications Group
(Bild: Vogel Communications Group)

Philipp: Die aufgeführten Eigenschaften der Plattform haben uns dazu bewogen, eine Eventserie zu starten, die kritische Themen aus der Industrie aufgreift und internationale Akteure zusammenbringt. Dazu haben wir auf die themenspezifische Expertise innerhalb der Vogel Communications Group zurückgegriffen. Unter anderem haben sich die Redaktionen von MM MaschinenMarkt, ELEKTRONIKPRAXIS, Mission Additive und Industry of Things (IoT) an unseren Events beteiligt. Im April starteten wir unsere ersten Industry Days. Wir sehen darin die Verbindung zu unseren anderen Kommunikationskanälen wie den Marken der Fachmedien, sozialen Medien und Partnerveranstaltungen.

Doris: Wir hatten nur sehr wenig Zeit, die ersten Industry Days im April auf die Beine zu stellen und wir haben viele Learnings aus den einzelnen, sich unterscheidenden, Events generieren können. Zum Beispiel schalteten wir bei der ersten zweitägigen Konferenz knapp 800 Gäste digital via Zoom zu den einzelnen Sessions hinzu. Im Mai wuchs die Zahl der Teilnehmer auf etwa 1.200 an, wir engagierten einen professionellen Moderator und nutzten bereits für einige der Sessions ein Studio. In diesen Konferenzen konnten wir wichtige Erfahrungen sammeln, was die Entwicklung von Formaten betrifft, in denen Teilnehmer nur online partizipieren. Wir begannen auch, die Reihe internationaler zu gestalten, indem wir unsere Kollegen aus China und deren Kontakte involvierten, um eine Brücke zwischen dem Publikum in Europa und China zu schlagen.

Inside The Curve - der preisgekrönte Veranstaltungsraum der Vogel Communications Group.
Inside The Curve - der preisgekrönte Veranstaltungsraum der Vogel Communications Group.
(Bild: Vogel Communications Group)

Die dritte Veranstaltung der Industry Days Reihe basierte auf der bereits etablierten Veranstaltung “The Future Code”, die Philipp bereits erwähnt hat. Hier war unser Anspruch, ein erstes "hybrides Veranstaltungsformat" umzusetzen. Die meisten Sessions fanden dieses Mal im preisgekrönten, professionellen Veranstaltungsstudio namens "The Curve" von Vogel statt. Dieses war mit State-of-the-Art-Technologie und einer 21x4m Leinwand geradezu dafür prädestiniert, dass unsere Live-Speaker ihre Keynotes und Diskussionsrunden dort präsentierten. Weitere Gäste, die vor Ort waren, konnten das Geschehen von einem separaten VIP-Lounge-Bereich verfolgen und unter Einhaltung geltender Gesundheitsrichtlinien gleichzeitig untereinander netzwerken. Wir glauben, dass dieses hybride Format - eine Mischung aus persönlichen und digitalen Auftritten sowie persönlicher Vernetzung - bei künftigen Veranstaltungen und weit über die aktuelle Pandemie hinaus, eine wichtige Rolle spielen wird.

Wie werden diese Erfahrungen in die nächste Industry Days Reihe im Herbst einfließen und was können die Teilnehmer erwarten?

Philipp: Aus meiner Sicht ist es in erster Linie entscheidend, die Themen der Veranstaltung sehr fokussiert und gleichzeitig „lebendig“ zu halten. Wie essenziell das ist, haben wir nicht nur bei unseren eigenen Veranstaltungen beobachtet, sondern auch als Teilnehmer anderer Events erlebt. Bei einer digitalen Veranstaltung kann es gerade für passive Teilnehmer eine große Herausforderung darstellen, zu interagieren. Im Vergleich zu einem realen Event, bieten digitale Veranstaltungsformate den Teilnehmern diverse Wahlmöglichkeiten und viele Ablenkungen.

Hochrelevante Inhalte und Präsentationen sind daher unerlässlich. Die einzelnen Sessions müssen auch kürzer und interaktiver sein, als wir es traditionell gewohnt sind. Um das zu erreichen, begleiten wir unsere Referenten bei der Entwicklung von Präsentationen, die beispielsweise Fallstudien oder Zwischenfragen enthalten sollten. Durch die Einbindung dieser Elemente wird das Publikum zu interessanten und wertvollen Gesprächen animiert. Die Art und Weise, in der Informationen dargestellt werden, wird dabei mindestens so wichtig, wie die Informationen selbst.

Unser Konzept sehen wir daher als wertiger und nachhaltiger an, als ein eher verkaufsorientiertes Webinar und es unterscheidet sich auch deutlich von einer traditionellen Messe. Mehrere Faktoren grenzen die Industry Days Reihe eindeutig von anderen Veranstaltungen ab: Das Hybridformat ist kleiner, exklusiver und fokussierter. Einzelne Sitzungen sind einprägsamer und werden zu eigenen Veranstaltungen innerhalb des Events.

Doris: Wir verstehen uns als kongenialen Partner für die Unternehmen, die an den Industry Days auftreten oder daran teilnehmen. Wir arbeiten intensiv als Kuratoren jeder Session, um sicherzustellen, dass der Inhalt auf den Punkt gebracht wird. Es handelt sich dabei um einen co-kreativen Prozess mit dem Ziel, den Speaker und das Unternehmen im passenden, kuratierten Umfeld zu präsentieren.

Ein wesentlicher Punkt, der uns von anderen Veranstaltern unterscheidet, ist, dass wir über einen breiteren Erfahrungsschatz bei der Entwicklung maßgeschneiderter, holistischer Marketing- und Leadgenerierungskampagnen rund um die einzelnen Darbietungen verfügen, denn wir arbeiten mit den gesamten Ressourcen der Vogel Communications Group und des Industrial Generation Networks. Das bedeutet, dass die Leadgenerierung nicht auf das Event beschränkt ist, sondern als Teil einer Kampagne zu verstehen ist. On-Demand-Inhalte können, neben zusätzlich produzierten hochwertigen Inhalten, auf den relevanten Content-Plattformen platziert werden, um auch nach der Veranstaltung die spezifischen Zielgruppen zu erreichen.

Philipp: An dieser Stelle möchte ich gerne Jonathan Perelman zitieren: "Content is King. Distribution is Queen. She wears the pants."

Qualitativ hochwertige Inhalte sind in der Tat ein Muss, aber die Fähigkeit, sie zu streuen, macht den Unterschied - vor allem, wenn die Inhalte sorgfältig in eine vertrauenswürdige, informative Umgebung integriert werden und nicht von der eigenen Marketingabteilung eines Unternehmens versandt wird. Für die kommende Herbstserie der Industry Days haben wir bereits eine ganze Reihe von Einreichungen erhalten, unser Team ist aber immer noch offen für die Integration weiterer qualitativ hochwertiger Inhalte.

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Vielen Dank euch beiden für eure Zeit.

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