In Zeiten der Corona-Pandemie sind Unternehmen und Branchen dazu gezwungen, schnell umzudenken und sich auf komplett neue Gegebenheiten einzustellen. Dies betrifft auch die geplanten Teilnahmen an Events.
Auch wenn viele der geplanten Events in diesem Jahr ausfallen, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, um sichtbar zu bleiben.
Große Konferenzen wie beispielsweise die Hannover Messe oder Republica können dieses Jahr nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Diese dienen den Unternehmen jedoch auch dazu, ihre Thought Leadership auszubauen, Innovationen vorzustellen, Trends zu entdecken und sich mit Branchenvertretern auszutauschen. Laut Gartners Marketing Technology Survey 2019 geben Technologie- und Dienstleistungsanbieter durchschnittlich 11 Prozent des Marketingbudgets für Messen von Drittanbietern aus. Durch die Corona-bedingten Stornierungen oder Verschiebungen fällt daher ein kritisches Element des Marketing-Mixes dieses Jahr größtenteils aus. Auch wenn manche Events in den virtuellen Raum verlegt werden, sollten sich Unternehmer daher überlegen, wie sie ihr frei gewordenes Budget umplanen und kurzfristig gut investieren, um sichtbar zu bleiben und den Austausch in ihrer Branche zu sichern.
Andere Wege, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren
Viele Unternehmen nutzen Events, um auf dem Radar zu bleiben und ihre Produkte und Expertise zu zeigen. Kommen Großveranstaltungen vorerst nicht mehr in Frage, können die gleichen Ziele auch mit PR-Arbeit und Kommunikationsmaßnahmen erreicht werden. Diese bieten sich insbesondere an, wenn Produkteinführungen während einer Veranstaltung geplant waren. Denn Branchenvertreter, die sich nicht mehr auf Kongressen und Messen über die neuesten Technologien und Trends informieren können, tun dies nun vermehrt über die entsprechenden Branchenmedien. Hier mit einer guten Schlagzeile, überzeugenden Storylines und anschaulichem Bildmaterial zu erscheinen, ist nun wichtiger denn je.
Um ein neues Produkt zu präsentieren, bieten Live-Webinare eine ebenso gute Möglichkeit. Hier lassen sich die Neuheiten kreativ inszenieren und interessierte Kunden können zudem direkt ihre Fragen äußern. Spannend kann ebenfalls ein Online-Panel zwischen unterschiedlichen Experten sein, um mehrere Perspektiven einzuschließen. In besonderen Fällen lohnt sich auch eine virtuelle Pressekonferenz oder ein Roundtable mit Medienvertretern.
Digitale Strategien nutzen
Neben Webinaren stehen Unternehmen weitere digitale Kommunikationskanäle zur Verfügung, die gerade jetzt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wer etwas zu sagen hat, sollte diese Kanäle auskosten – ob beispielsweise als Gesprächspartner bei branchenrelevanten Podcasts oder bei den virtuellen Varianten einiger der abgesagten Konferenzen. Hier bieten manche Veranstalter weiterhin Möglichkeiten, sich online zu präsentieren oder per Video als Speaker aufzutreten. Diese und andere digitale Formen der Kommunikation werden zu Zeiten von Home Office und Remote Work nicht nur vermehrt genutzt – sie adressieren auch effizient die gewünschte Zielgruppe und haben einen geringen Streuverlust. Die notwendigen Infrastrukturen wie Mikrofone oder Streaming Tools sind hierbei natürlich Grundvoraussetzung.
Auch eigene digitale Kommunikationskanäle wie Websites, Blog oder Social Media bieten viel Potenzial für virtuelle Event-Alternativen. Wichtig ist hier, dass der generierte Mehrwert im Vordergrund steht. Anstatt hauptsächlich seine eigenen Produkte anzupreisen, sollte das Unternehmen die Leser mit zusätzlichen Inhalten informieren und somit ihr Interesse und Neugierde wecken. Thought Leadership lässt sich dabei nicht nur auf unternehmenseigenen Kanälen, sondern ebenfalls durch Gastbeiträge in einflussreichen Medien erreichen. Hier kann sich das Unternehmen vor einem größeren und zielgruppengerechten Publikum zu relevanten Themen äußern und als Vordenker und Branchenexperte positionieren.
Events sind nicht nur großartige Plattformen, um das Unternehmen und seine Produkte zu präsentieren – sie bieten auch optimale Möglichkeiten, um sein Netzwerk aufzubauen und ins direkte Gespräch mit Kunden und Geschäftspartnern zu kommen. Auch wenn sich die Vorteile der persönlichen Interaktion und gemeinsam erlebten Event-Atmosphäre nicht online nachbilden lassen, können doch vor allem Social-Media-Plattformen beim Erreichen der unterschiedlichen Networking-Ziele von großer Hilfe sein. Ob es darum geht, neue Talente zu entdecken, Neukunden zu gewinnen oder sich einfach freundlich mit Wettbewerbern auszutauschen – ein gut geführter Social Media-Auftritt leistet hier wertvolle Dienste und sollte in Zeiten ausfallender Events noch intensiver genutzt werden. Das Zauberwort heißt dabei Engagement. Nur ein LinkedIn-Profil zu haben oder ab und an einen Tweet zu teilen, reicht nicht aus. Besonders hilfreich sind auch Kooperationen mit reichweitenstarken Influencern, die entweder Produkte testen oder neue Services ihrer Community vorstellen können. Die Plattformen bieten viele Möglichkeiten für Debatten und Austausch, die sich Unternehmen auf jeden Fall zu Nutze machen sollten.
Stand: 08.12.2025
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Wer sein frei gewordenes Eventbudget kurzfristig in Werbemaßnahmen investieren will, findet über die Social Media ebenfalls gute Optionen vor. Das digitale Marketing eignet sich besonders dann, wenn Werbebotschaften an eine klar definierte Zielgruppe platziert werden sollen, zum Beispiel um neue und bestehende Kunden auf bevorstehende Online-Events, Webinare oder interessante Beiträge aufmerksam zu machen. Eine aktuelle YouGov-Studie (2020) zeigt dabei, dass Kampagnen mit emotional relevanten Botschaften Verbraucher direkter ansprechen und auf Solidarität und Mitgefühl stoßen.
Sowohl Bewährtes als auch Neues ausprobieren
Jede Krise bringt und öffnet die Augen für neue Chancen. Mit den vorgestellten Alternativen zur Teilnahme an Kongressen und Business Events können Unternehmen die Lücke in ihrer Marketing-Strategie flexibel und erfolgreich schließen. Dabei ist es vor allem ein guter Mix sowohl aus bewährten als auch aus neuen und kreativen PR- und Kommunikationsmaßnahmen, der jetzt schnellen und messbaren Impact ermöglicht. Unternehmen sollten daher auch offen bleiben für Formate, die auf den ersten Blick vielleicht ungewohnt erscheinen, für deren Erfolg die zunehmende Digitalisierung und weltweite Ausnahmesituation aber die perfekten Voraussetzungen bilden. Ob Online-Fragerunden, Experten Q&As oder digitales Mentoring-Roulette – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
*Maria Urban ist Unit Director Deep Tech bei PIABO PR und Spezialistin für Tech PR.