Studie zum Einfluss neuer Kommunikations- & IT-Technologie auf die Beschäftigten

Sieben Trends zur Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland

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Trend 5: Werte statt Regeln

Es wird leichter, festzustellen, was Angestellte machen, und gleichzeitig schwieriger, ihnen zu sagen, was sie machen sollen. Würden Arbeitgeber bei diesem Szenario pervasive Technologien einsetzen, um ihre Arbeitskräfte jederzeit überwachen zu können? Wenn ja, würde dann das Misstrauen zunehmen?

Das Vertrauen am Arbeitsplatz wird von den deutschen Arbeitnehmern sehr geschätzt: 69 Prozent ist es wichtig, dass ihr Arbeitgeber ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Mitteln des Unternehmens zutraut, und 87 Prozent haben das Gefühl, dass dies bei ihrem Arbeitgeber momentan der Fall ist, doch alarmierende 78 Prozent gehen auch davon aus, dass dieses Vertrauen in Zukunft abnehmen wird.

Deutsche Arbeitskräfte identifizieren sich gern mit ihrem Arbeitgeber, und dieser muss mehr sein als der Ort, an dem man sein Geld verdient. 88 Prozent der Befragten, die „enorm zufrieden“ mit ihrer Stelle sind, stimmen auch mit den Werten ihres Unternehmens überein, während es bei denen, die mit ihrer Stelle nicht zufrieden sind, nur 27 Prozent sind.

Die Ausrichtung an den Unternehmenszielen ist im Privatsektor ausgeprägter (74 Prozent) als im Staatssektor (66 Prozent), und in Bezug auf spezifische Branchen werden in diesem Bereich die Produktion und der Einzelhandel am besten bewertet.

Andererseits schätzen es deutsche Arbeitnehmer nicht, wenn sie bei der Arbeit überwacht werden. Von denjenigen, die mit ihrer Stelle unzufrieden sind, glauben 45 Prozent, dass ihr Arbeitgeber überwacht, was sie während des Arbeitstags tun, und nur 17 Prozent von denen, die mit ihrer Stelle enorm zufrieden sind, denken dies von ihrem Arbeitgeber.

Nur 16 Prozent der heutigen Arbeitnehmer in Deutschland glauben, dass ihr Arbeitgeber ihre versendeten E-Mails liest, aber ein Viertel ist der Meinung, dass dies in zehn Jahren der Fall sein wird. Während die Arbeitnehmer in Deutschland heute noch großes Vertrauen genießen, geben sie sich pessimistisch zur zukünftigen Entwicklung in diesem Punkt. Es wird davon ausgegangen, dass Überwachungen und damit gleichzeitig auch Argwohn und Misstrauen zunehmen. Den Arbeitgebern wird dringend geraten, dies zu berücksichtigen und ihre Angestellten beizuziehen, bevor Überwachungsmaßnahmen eingeführt werden.

Trend 6: Die Vielseitigkeit der IT-Manager

Da die Wünsche der Angestellten sich immer stärker in Richtung Glück, Selbständigkeit und Wahlmöglichkeit bewegen, hätte die IT-Abteilung die Möglichkeit, zufriedeneres Personal einzustellen und auch zu halten. Würde die Rolle der IT-Manager dadurch zunehmend anderen Funktionen, wie der von Personalverantwortlichen, angeglichen?

40 Prozent der deutschen Arbeitskräfte glauben, sie würden lieber arbeiten, wenn sie die dabei eingesetzten technischen Geräte selbst wählen könnten. Diese Einstellung findet sich häufiger im Privatsektor (43 Prozent) als im Staatssektor (32 Prozent) und besonders bei Angestellten im Finanzbereich (56 Prozent).

63 Prozent der Angestellten finden, dass der Arbeitgeber gute Hardware und Software bereitstellen sollte, und glücklicherweise tun dies 74 Prozent der Arbeitgeber. Der Privatsektor steht in diesem Bereich besser da (79 Prozent) als der Staatssektor (61 Prozent).

Auf Branchen bezogen, sagen 91 Prozent der Arbeitskräfte im Finanz- und 73 Prozent der Arbeitnehmer im Produktionsbereich, dass dies auf ihre heutige Situation zutreffe – im staatlichen Bildungswesen sind es dagegen nur 58 Prozent, im staatlichen Gesundheitswesen 64 Prozent und in der öffentlichen Verwaltung 57 Prozent.

62 Prozent der Arbeitskräfte im Privatsektor, aber nur 38 Prozent im Staatssektor glauben, dass ihr Unternehmen die neuesten Technologien einsetzt, und während 73 Prozent der Angestellten im Privatsektor das Gefühl haben, dass sie einen guten IT-Support haben, glauben dies im Staatssektor nur 58 Prozent. Die Beurteilung des IT-Supports ist im staatlichen Bildungswesen (49 Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (57 Prozent) besonders schlecht.

Drei Viertel der deutschen Arbeitskräfte geben an, dass sie gerne für ein Unternehmen arbeiten würden, das die neuesten Technologien einsetzt, besonders im Finanzwesen (85 Prozent) und in der Produktion (84 Prozent). 61 Prozent der deutschen Arbeitskräfte berichten von IT-Problemen, die in ihrem Arbeitsalltag eine Belastung darstellen.

Die Hypothese wird durch die Ergebnisse dieser neuesten Umfrage bekräftigt, bei der eine Verbindung zwischen IT-Ausrüstung und Arbeitsmoral hergestellt wird. Deutsche Arbeitskräfte sagen klar, dass sie für Firmen arbeiten möchten, welche die neuesten Technologien einsetzen und einen guten IT-Support anbieten.

Die meisten Arbeitgeber in Deutschland schneiden dabei auch gut ab, allen voran im Privatsektor – besonders bei den Banken und in der Produktion. IT-Bereitstellung spielt bereits eine wesentliche Rolle in der Definition des Arbeitsplatzes – und eröffnet IT-Anbietern dadurch neue Gelegenheiten zur Einflussnahme.

Trend 7: Arbeitnehmergesteuerte Innovationen

Die Unternehmenssoftware der Zukunft wird eher durch Angestellte als durch Vorgesetzte oder IT-Abteilungen übernommen und gestaltet. Sehen wir dadurch mehr vernetzte, dezentralisierte Organisationen, die einen solchen Wandel in der Unternehmenshierarchie unterstützen?

84 Prozent der deutschen Arbeitnehmer können jederzeit und überall auf beliebige Webseiten zugreifen, und für 62 Prozent ist dies auch wichtig. Im Gegensatz dazu können nur 46 Prozent jede beliebige Software herunterladen, was auch nur 39 Prozent für wichtig erachten.

72 Prozent der deutschen Arbeitnehmer möchten „Wahlfreiheit haben, wie sie ihre Arbeit verrichten“, und während zurzeit noch 83 Prozent das Gefühl haben, dieses Privileg zu genießen, gehen nur 76 Prozent davon aus, dass dies auch in zehn Jahren noch so sein wird.

Während 56 Prozent der Deutschen glauben, dass jeder Einzelne mit den neuesten Technologien Schritt halten muss, um bei der Arbeit leistungsfähig zu sein, sinkt diese Zahl im Staatssektor auf 43 Prozent. Im Finanzdienstleistungsbereich steht sie jedoch bei 74 Prozent. Überdies glauben 83 Prozent, dass ein gewandter Umgang mit Technologie einen Vorteil am Arbeitsplatz darstellt.

In Einklang mit ihrem Ruf als eine der weltweit innovativsten Volkswirtschaften ist man in Deutschland in diesem Punkt vielen Ländern voraus. Freier Internetzugang und Downloads werden von vielen deutschen Arbeitnehmern als Selbstverständlichkeit angesehen. Man geht jedoch auch davon aus, dass diese Freiheiten in den kommenden Jahren beschnitten werden, und Arbeitgebern wie auch der IT-Branche wird geraten, den dahinterliegenden Gründen nachzugehen und diese möglicherweise schädliche Wahrnehmung zu korrigieren.

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