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Studie zum Einfluss neuer Kommunikations- & IT-Technologie auf die Beschäftigten Sieben Trends zur Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland

| Redakteur: Christian Schmitt

Unter dem Einfluss moderner Kommunikations- und IT-Technologie verändert sich die Arbeitswelt schneller als jemals zuvor. Nicht nur die Ressourcen, auch die Prozesse und die Beschäftigungsverhältnisse wandeln sich, und die Anforderungen von Unternehmen wie von Beschäftigen werden neu definiert.

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Wie wird sich unser Arbeitsleben in der Zukunft verändern?
Wie wird sich unser Arbeitsleben in der Zukunft verändern?
(Bildquelle: Dell und Intel)

Von diesen Veränderungen hängt letztlich ab, wie die Gesellschaft in Zukunft aussehen wird.Vor diesem Hintergrund haben Dell und Intel eine umfassende Studie in Auftrag gegeben, die unter dem Titel “Evolving Workforce” (in Englisch) die Entwicklung der Arbeitswelt in der Internet-Ära untersucht. Im ersten Teil dieser Studie waren von einer Gruppe internationaler Experten Trends der Entwicklung der Arbeitswelt und der Auswirkungen auf die Beschäftigten und die Unternehmen identifiziert worden. Für den nun vorliegenden zweiten Teil der Studie wurden weltweit insgesamt 8.360 Beschäftigte nach ihren Einschätzungen der Entwicklungen der Arbeitswelt befragt. Die Interviews fanden im Oktober 2011 in elf Ländern statt, in den Schwellen-ländern Brasilien, China, Indien und Mexiko sowie in den Industrieländern Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada und in den USA.

Dieser Beitrag gibt einen Einblick zu den Ergebnissen der Studie für die Zukunft der Arbeit in Deutschland.

Die deutsche Wirtschaft war in den vergangenen drei Jahren, die unter dem Zeichen beharrlich düsterer Wirtschaftsnachrichten standen, eine der wenigen Erfolgsgeschichten. Vieles davon beruhte auf einer soliden Finanz- und Produktionsumgebung mit hochqualifizierten, treuen und fleißigen Angestellten und umsichtigen mittel- und langfristigen Investitionsplänen. Jene Unternehmen und Tendenzen ragten bei den Umfrageantworten deutlich heraus.

Deutsche Arbeitskräfte zeigten große Begeisterung für das Internet, und 81 Prozent bezeichneten es als Möglichkeit zur Leistungssteigerung am Arbeitsplatz. Zudem scheinen sie eine moderne, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Arbeitgebern zu haben: 87 Prozent gaben an, dass ihr Arbeitgeber ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Mitteln des Unternehmens zutraue.

Es gab jedoch auch drei Bereiche, die Anlass zu leichter Besorgnis geben. Erstens hinkt der Staatssektor dem privaten Sektor leicht hinterher. Es wäre ein Leichtes, dies überzubewerten: Es ist jedoch nicht so, dass der Staatssektor schlecht dasteht, sondern vielmehr sticht der Privatsektor leistungsmäßig heraus – besonders bei Finanzdienstleistungen und in der Produktion. Ob es um die Aufnahme neuer Arbeitsmodelle, die Beurteilung von Angestellten nach Leistung statt Arbeitszeit, die Interoperabilität von Arbeitsgeräten oder um andere Maßnahmen geht, waren die Leistungen des Staatssektors hinreichend, aber nicht ganz so gut wie bei den Banken und Fabriken. Hier besteht ganz klar Raum, von diesen zu lernen.

Zweitens war bei all unseren Antworten bemerkenswert, dass ältere Arbeitskräfte in Deutschland den technologischen Fortschritt und das Internet äußerst ernst nehmen und sich Sorgen machen, den Anschluss zu verlieren, und dass sie deshalb alles Mögliche tun, um mit jeder Neuerung Schritt zu halten. Deutsche Arbeitgeber könnten mehr unternehmen, um ihre Ängste zu senken, dass sie durch Technologie ersetzt werden könnten. Schließlich gab es in verschiedenen Bereichen seltsame Anzeichen von Pessimismus gegenüber der Zukunft. Bei Themen wie Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Überwachung der E-Mails von Angestellten und der freien Arbeitseinteilung gaben unsere Befragten an, dass sie mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden seien, dieser sich aber verschlechtern dürfte. Deutsche Arbeitgeber müssen diese schleichende Negativität wahrnehmen und bereits jetzt etwas dagegen tun.

Ergebnisse zu Deutschland:

Trend 1: Crowdsourcing und Schwarmauslagerungsdienste

Die Arbeit der Zukunft könnte in vielen Branchen so aussehen, dass Tausende von Menschen an verschiedenen Orten arbeiten. Vereinfachen Cloud-Computing und andere ICT-Anwendungen die Verteilung einer größeren Anzahl an Aufgaben und Dienstleistungen mit Beiträgen einer breiteren Gemeinschaft durch Crowdsourcing?

Deutsche Arbeitnehmer glauben, dass das Internet und andere technische Entwicklungen die Vorgehensweisen bei der Problemlösung verändern – indem sie einfacher andere um Hilfe bitten (83 Prozent) und letztlich ihre Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz steigern können (81 Prozent).

Zudem glauben 73 Prozent der Deutschen, dass das Internet und andere Technologien ihnen die Möglichkeit geben, mehr zu ihrem Unternehmen beizutragen. Die gleiche Zahl geht davon aus, dass dies auch in Zukunft so sein wird.

Es gibt Anzeichen dafür, dass der Privatsektor in Deutschland gegenüber den zahlreichen neuen Geschäftsmöglichkeiten im Internet offener ist. 52 Prozent der Angestellten im Privatsektor halten dies für wichtig, gegenüber 41 Prozent im öffentlichen Sektor. Und 78 Prozent im Privatsektor sind der Meinung, dass dies bereits jetzt geschieht, während es im öffentlichen Sektor nur 66 Prozent sind.

Nicht jeder ist hingegen begeistert von den Veränderungen. 55 Prozent der deutschen Arbeitnehmer glauben, dass Telearbeit dem Teamgeist schadet. Dies ist bei Großunternehmen (64 Prozent) und einfachen Angestellten (74 Prozent) sogar noch verbreiteter. Zudem glaubt etwa einer von vier Deutschen (26 Prozent), dass seine Stelle durch Outsourcing bedroht ist.

Das Bewusstsein über das Potenzial von IT und Technik zur Umsetzung der Vorzüge von Crowdsourcing – Mittel und Menschen auf neue, produktive Art zusammenzuführen – ist in Deutschland stark vorhanden, und auch die Möglichkeiten von Schwarmauslagerungsdiensten zur Förderung neuer Ideen werden erkannt.

Innerhalb dieser grundsätzlich optimistischen Stimmung gab es aber auch einige bedenkenswerte Punkte: So könnte der Staatssektor von Innovationen im Privatsektor etwas lernen, und die Arbeitgeber müssen Ängste bezüglich Telearbeit und Auslagerung ausräumen.

Trend 2: Beurteilung von Produktivität nach Arbeitsleistung statt Arbeitszeit

Die herkömmliche Beurteilung von Produktivität aufgrund der geleisteten Arbeitszeit dürfte in einer Wissensgesellschaft immer weniger relevant werden. Welche neuen, weicheren Kriterien werden für die Leistungsbeurteilung wichtig?

Deutsche Arbeitnehmer möchten ihre Arbeit lieber über die Qualität ihrer Leistungen (60 Prozent) statt über die im Büro verbrachte Arbeitszeit (21 Prozent) bewertet wissen. Glücklicherweise machen die Arbeitgeber dies offenbar bereits so: 71 Prozent geben an, dass sie von ihrem Arbeitgeber nach ihrer Leistung bewertet werden, und nur 29 Prozent aufgrund der Arbeitszeit. Bemerkenswert ist, dass der Staatssektor dabei etwas hinter dem Privatsektor zurückliegt: 74 Prozent der Unternehmen im Privatsektor bewerten ihre Angestellten nach Leistungskriterien, im Vergleich zu 64 Prozent der Unternehmen des Staatssektors.

Der Arbeitstag von 9 bis 17Uhr wird in Deutschland immer mehr zur Seltenheit. Nur 59 Prozent halten sich noch daran, und nur 48 Prozent finden es wichtig, dies beizubehalten. Deutsche interessieren sich vielmehr für Flexibilität: 65 Prozent möchten flexiblere Arbeitszeiten, da sie glauben, dass sie dadurch produktiver arbeiten können. Drei Viertel unserer Befragten haben bereits solche flexiblen Zeiten. Finanzdienstleister und Banken haben dabei die Nase vorn: 85 Prozent von ihnen erlauben flexible Arbeitszeiten.

Dieser Wunsch nach flexibleren Zeiten überrascht nicht, denn die Hälfte der deutschen Arbeitskräfte ist der Meinung, an einem Arbeitstag zu viel machen zu müssen, und dass sich dies in Zukunft auch nicht verbessern wird.

Weniger begeistern können sich die Deutschen offenbar für Telearbeit: Nur 33 Prozent möchten diese, aber 46 Prozent gehen davon aus, dass sie innerhalb des nächsten Jahrzehnts kommen wird. Besonders wichtig ist dies für Berufsnomaden: 67 Prozent von ihnen arbeiten bereits außerhalb der Räumlichkeiten ihres Arbeitgebers, und für 50 Prozent ist das auch wichtig.

Deutsche Arbeitgeber scheinen ihren Arbeitnehmern einen modernen und verantwortungsbewussten Managementansatz entgegenzubringen, beurteilen sie nach ihrer Leistung und erlauben ihnen, die Arbeit zu erledigen, wann und wo ihnen dies am besten passt. Obwohl Telearbeit nicht für alle geeignet ist, sind einige Teile der Belegschaft sehr daran interessiert, und deutsche Arbeitgeber könnten von einer umfassenderen Erkundung dieser Möglichkeit profitieren, während gerade die IT-Branche die Vorteile dieser Arbeitsweise mehr anpreisen könnte.

Trend 3: Änderungen bei der Verwendung von Geräten

Anzahl und Arten der verschiedenen Arbeitsgeräte vermehren sich immer mehr. Welches Gerät man wählt, hängt immer mehr von Situation, Standort und Nutzungsgrund ab. Werden Arbeitgeber wie auch die aktuellen Systeme und Abläufe einen vermehrten Nutzen und vermehrte Wahl des Endverbrauchers zulassen?

Die Möglichkeit, ihre eigenen Geräte auszuwählen, ist für Angestellte von KMUs (44 Prozent) wichtiger als für Angestellte von Großunternehmen (32 Prozent). Daher dürfte es sich gut treffen, dass 46 Prozent der KMU-Angestellten eine solche Wahl haben und nur 30 Prozent der Angestellten von Großunternehmen. Deutsche Arbeitnehmer vertrauen darauf, dass dies in Zukunft noch zunehmen wird: 41 Prozent gehen davon aus, zukünftig selber wählen zu dürfen – mehr also als die heutigen 36 Prozent.

Weiterhin sagen 59 Prozent der KMU-Angestellten, dass sie ihre Arbeitsgeräte auch für private Zwecke nutzen, während dies bei Großunternehmen nur 48 Prozent tun. Ein hoher Anteil der Angestellten in Deutschland (41 Prozent) drückte jedoch auch Besorgnis über den Schutz von Daten und geistigem Eigentum ihres Arbeitgebers aus. Die Interoperabilität zwischen verschiedenen Geräten dürfte sich in Zukunft von 60 Prozent auf 69 Prozent steigern, was für den Privatsektor (52 Prozent) wichtiger ist als für den Staatssektor (40 Prozent).

Interessanterweise nutzt eine Mehrheit der deutschen Arbeitskräfte lieber mehrere technische Geräte als ein einziges Gerät, das für all ihre Arbeitsbedürfnisse ausreichen würde.

Es besteht ein klarer Unterschied zwischen Angestellten von KMUs und Großunternehmen, wobei KMU-Angestellte zu diesem Thema in der Regel eine stärkere Meinung haben und auch anspruchsvoller sind. Ebenso ist der Anspruch im Privatsektor größer als im Staatssektor. Arbeitgeber und IT-Anbieter müssen die aufkommenden Ansprüche aufgrund der stärkeren Verbraucherorientierung im IT-Bereich mit dem relativ hohen Verantwortungsbewusstsein des deutschen Arbeitnehmers in Bezug auf die Einhaltung von Unternehmensrichtlinien abgleichen.

Trend 4: Zusammenarbeit und Konflikte zwischen verschiedenen Generationen

Es wird mehr Wissenstransfers zwischen jüngeren Arbeitskräften, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, und älteren Generationen geben. Besteht dabei jedoch auch ein höheres Risiko von Konflikten und Spannungen zwischen Arbeitskräften mit unterschiedlichem Alter, Hintergrund, Wissen und Ausbildungsstand?

Deutsche Arbeitskräfte über 45 scheinen sich mehr darum zu kümmern als ihre jüngeren Kollegen, mit den neuesten technischen Entwicklungen am Arbeitsplatz Schritt zu halten. 65 Prozent von ihnen sagen, dass sie dies tun müssen, um bei der Arbeit leistungsfähig zu sein, während dies bei der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nur 42 Prozent finden. Darüber hinaus glauben 87 Prozent der über 45-Jährigen, dass Menschen, die sich mit der neuesten Technik auskennen, am Arbeitsplatz einen Vorteil haben, während nur 64 Prozent der 18- bis 24-Jährigen dies glauben.

Älteren Arbeitnehmern ist auch wichtiger, welche Geräte sie verwenden. Nur 36 Prozent der 18- bis 24-jährigen und 32 Prozent der 25- bis 34-jährigen Arbeitnehmer möchten die technischen Geräte wählen können, die ihnen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, aber demgegenüber stehen 43 Prozent der 45- bis 54-jährigen und 40 Prozent der 55- bis 64-jährigen Arbeitskräfte in Deutschland, die dies möchten.

Ebenso sagen 83 Prozent der deutschen Arbeitskräfte zwischen 44 und 64 aus, dass sie gerne für ein Unternehmen arbeiten würden, das gute Technologien bietet, während dies bei den 18- bis 34-Jährigen nur für 70 Prozent eine Rolle spielt.

Die Hypothese scheint in Deutschland Kopf zu stehen, denn das Bewusstsein für und der Anspruch an die Technik als Antrieb für Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz ist bei älteren Arbeitskräften am größten. Dies stellt eine enorme Gelegenheit für die IT-Branche dar, diese Wünsche aufzugreifen und Technologiegewandtheit als Karriereleiter zu preisen.

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